US-Kampfflugzeuge bomben Aleppo – Aber in Westmedien wird "der Russe" dafür verantwortlich gemacht

US-amerikanische Fairchild-Republic A-10 Thunderbolt II (deutsch Donnerkeil), unter Piloten auch Warthog (Warzenschwein) genannt, bombardierten am Mittwoch die syrische Metropole Aleppo, doch für Westmedien war "der Russe" dafür verantwortlich.
US-amerikanische Fairchild-Republic A-10 Thunderbolt II (deutsch Donnerkeil), unter Piloten auch Warthog (Warzenschwein) genannt, bombardierten am Mittwoch die syrische Metropole Aleppo, doch für Westmedien war "der Russe" dafür verantwortlich.
Kampfflugzeuge der US Air Force vom Typ A-10 Thunderbolt II haben am Mittwoch Luftangriffe auf die syrische Metropole Aleppo durchgeführt und dabei mindestens neun Einrichtungen zerstört. Am selben Tag beschuldigte das Pentagon Moskau der Bombardierung von zwei Krankenhäusern in Aleppo, obwohl es nachweislich an diesem Tag keine russischen Kampfeinsätze über der Stadt gab. In Westmedien werden die Zerstörungen in Aleppo nichtsdestotrotz der russischen Luftwaffe in die Schuhe geschoben.

"Gestern [Mittwoch] um 13:55 Moskauer Zeit [10:55 GMT] sind zwei amerikanische A-10 Angriffsflugzeuge aus der Türkei kommend in den syrischen Luftraum eingedrungen, flogen direkt zur Stadt Aleppo und bombardierten dort mehrere Ziele."

So der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums Igor Konaschenkow gegenüber Pressevertretern am Donnerstag.

Britische Bomben in in einem Luftwaffenstützpunkt in Kuwait, März 2003

Konaschenkow verwies auch darauf, dass Pentagon-Sprecher Colonel Steven Warren russische Kampfflugzeuge beschuldigte, angeblich zwei Krankenhäuser in Aleppo bombardiert zu haben.

"Nach seinen Worten wurden mehr als 50.000 Syrier angeblich lebenswichtiger Dienstleistungen beraubt", sagte Konaschenkow und wies darauf hin, dass Warren 'vergaß', die Koordinaten von Krankenhäusern oder die Zeit der Luftangriffe oder auch nur seine Informationsquellen zu erwähnen. "Absolut nichts."

"Keine russischen Kampfflugzeuge griffen gestern in Aleppos Stadtgebiet an. Das nächste [von Russland] angegriffene Ziel war mehr als 20 Kilometer von der Stadt entfernt," betonte Konaschenkow und fügte hinzu, dass im Gegenteil Flugzeuge aus der US-geführten Anti-IS-Koalition über Aleppo aktiv waren,"Flugzeuge und Drohnen [UAVs]." 

Befragt zu den konkreten Angriffszielen der US-amerikanischen Luftwaffe in Aleppo erklärte Konaschenkow:

"Ich werde ehrlich mit Ihnen sein: Wir hatten nicht genug Zeit, um zu klären, was genau diese neun Objekte waren, die gestern von US-Flugzeugen in Aleppo ausgebombt wurden. Wir werden es uns noch genauer anschauen."

Am Mittwoch hatte Colonel Steve Warren, Sprecher der US-Operation Inherent Resolve, am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz des Pentagon behauptet:

"Die Situation in und um Aleppo wird aus unserer Sicht immer schlimmer. [...] Mit der Zerstörung der beiden wichtigsten Krankenhäuser in Aleppo durch russische Angriffe und die der Regierung sind mehr als 50.000 Syrer jetzt ohne jeden Zugang zu lebenrettender Hilfe."

Warren fügte hinzu, dass "es wenig oder gar keinen IS in der Gegend von Aleppo gibt, also sind sie gewissermaßen, zu diesem Zeitpunkt, separate Kämpfe."

Quelle: MSF

Der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums verwies auf die Ähnlichkeit der Situation mit den amerikanischen Luftangriffen auf das von Ärzte ohne Grenzen (MSF) geführte Krankenhaus in Kunduz, Afghanistan, und die US Bombardierung der Positionen der irakischen Armee in Falludscha.

"Zuerst bringen sie unbegründete Anschuldigungen gegen uns vor – um die Schuld von sich abzulenken. Wenn es so weitergeht, werden wir bald zwei Medienbriefings machen: eins für uns, ein weiteres für diese Koalitions-Typen", sagte Konaschenkow.

Westliche Länder haben bisher keine Informationen zu Terroristen in Syrien mit Moskau geteilt, obwohl sie russische Karten mit markierten Positionen von Terroristen akzeptierten, so der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums.

"Jetzt kritisieren sie uns und sagen, dass wir falsch fliegen und die falschen Orten bombardieren. Sollten wir ihnen weitere Karten schicken?" fragte Konaschenkow.

Er erinnerte daran, worauf das russische Verteidigungsministerium schon früher hingewiesen hatte – je mehr Terroristen Russland eliminiert, desto mehr wird es wahlloser Luftangriffe beschuldigt:

"Schaut man sich an, wie westliche Medien Informationen präsentieren, sieht es so aus, als ob die Städte, die nicht von der syrischen Regierung kontrolliert werden, voll friedlicher Opposition und Menschenrechtsaktivisten wären."

Das russische Verteidigungsministerium und seine Partner in Syrien arbeiten mit einem mehrstufigen System der Aufklärung durch mehrere Nachrichtendiensten sowie mit "zweifelsfreier Ziel-Anvisierung".

Weiter erläuterte Konaschenkow, dass alle Luftangriffe erst nach wiederholten Überprüfungen eines Ziels ausgeführt werden, um zivile Opfer zu vermeiden. Konaschenkow sagte, dass entsprechende Informationen auch von den bewaffneten Einheiten der syrischen Opposition kommen.

Konaschenkow beschuldigt westliche TV-Kanäle, sie würden die Ruinen der Stadt Aleppo, die lange bevor die russischen Luftwaffe nach Syrien kam verwüstet wurden, als die Ergebnisse kürzlicher russischer Luftangriffe präsentieren.

"Ein erfahrener Orchestrator hat seine Hand im Spiel. Die offensichtliche Tendenz ist, angebliche Sünden Russlands herauszuposaunen und über die 'Wirksamkeit' der US-geführten Anti-ISIS-Koalition in Syrien zu schweigen."

Die russische Luftwaffe hat vom 4. bis 11. Februar über 500 Einsätze durchgeführt und dabei fast 1.900 terroristische Einrichtungen in Syrien in den Provinzen von Aleppo, Latakia, Hama, Deir Ez-Zor, Homs, Al-Hasaka und Raqqa zerstört.

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