Lawrow: Russland hat den USA konkreten Friedensplan zu Syrien vorgelegt, wir warten noch auf Antwort

Lawrow: Russland hat den USA konkreten Friedensplan zu Syrien vorgelegt, wir warten noch auf Antwort
Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat bekannt gegeben, dass die USA einen „konkreten“ Plan, ausgearbeitet in Moskau, studieren würden, um den Krieg in Syrien perspektivisch zu beenden. Gleichzeitig drückte der russische Chef-Diplomat seine Besorgnis aus, dass die westliche Rhetorik hinsichtlich der humanitären Katastrophe im Grunde dazu diene, eine Lösung der Syrien-Krise zu sabotieren.

„Bei unseren Kontakten mit Washington haben wir einen sehr konkreten Plan vorgeschlagen, den sie nun überprüfen. Ich hoffe, dass für die einfachen Vorschläge, die der Plan formuliert, Washington nicht zu lange braucht, um über diese nachzudenken.“

So Lawrow im Gespräch mit der russischen Tageszeitung MK und verwies zudem darauf, dass er zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht bereit sei, weitere Details zu offenbaren.

Britische Soldaten bei der Militärübung

Mit Blick auf westliche Reaktionen hinsichtlich der entstehenden humanitären Schieflage in Nordsyrien sagte der russische Außenminister:

„Sie haben versucht, die humanitäre Situation in Syrien als Vorbedingung für politische Konzessionen zu nutzen, bevor sie auch nur irgendwelche sinnvollen Gespräche starteten.“

Er fügte hinzu, dass Russland beschuldigt wurde, die Situation im Land zu verschlimmern, da es Luftkampagnen gegen terroristische Gruppen in Syrien führe. Russland musste sich überdies vor der UN rechtfertigen, ob die russischen Luftschläge der Grund für die humanitäre Katastrophe in Syrien seien.

Nicht zuletzt wurden die Spannungen mit Russland erhöht, als selektive und lückenhafte Berichte über die humanitäre Katastrophe in der westlichen Presse auftauchten. Lawrow kommentierte:

„Wie lange kann man nur über 40.000 Zivilisten berichten, die in Madaya abgeschnitten von Lebensmittelversorgung, Medizin und anderen Notwendigkeiten sind, weil sie von Regierungstruppen eingekesselt sind. Und zur gleichen Zeit haben sie ein blindes Auge für die 200.000 Menschen, die vom Islamischen Staat in der Stadt Deir ez-Zor eingeschlossen sind.“

In Deir ez-Zor, eine Stadt in Ost-Syrien, befindet sich eine Enklave, die von Regierungstruppen gehalten und von der IS-Terrormiliz seit langem eingekreist wird. Im Januar begann das russische Verteidigungsministerium, die eingeschlossene Bevölkerung und die Regierungssoldaten mit Hilfsgütern zu beliefern.

„Wir begannen, von der syrischen Luftwaffe unterstützt, humanitäre Hilfen aus der Luft solchen [belagerten] Siedlungen zukommen zu lassen. Wir wurden auf der Stelle dafür kritisiert, Hilfslieferungen blind abzuwerfen, ohne Garantien, dass diese Hilfe auf dem Boden in sichere Hände gelangen. Man kann jeden Grund für Anschuldigungen erfinden“, bemerkte der russische Außenminister.

Nach einem Telefongespräch vergangene Woche einigten sich Lawrow und sein US-amerikanischer Amtskollege Kerry schließlich darauf, zu einer Tagung der „International Syria Support Group“ (ISSG) in München am 11. Februar zusammenzutreffen.

Beide Top-Diplomaten drängten die Regierung Baschar al-Assads und die Opposition dazu, „den Zugang von humanitären Lieferungen in die Regionen sicherzustellen, wo Lieferungen von jedweder Seite blockiert werden“, teilte das russische Außenministerium mit. Es fügte hinzu, dass Washington und Moskau nach Möglichkeiten Ausschau halten, ihre Aktionen bei der Sicherstellung von humanitärer Sicherheit in bestimmten Regionen Syriens zu koordinieren.

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