Afghanistan entsendet seine Offiziersanwärter zur Ausbildung nach Russland

Afghanistan entsendet seine Offiziersanwärter zur Ausbildung nach Russland
Wie das Nachrichten-Portal „World Bulletin“ berichtet, sind die ersten 45 afghanischen Armeekadetten in Russland eingetroffen, um dort militärisches Training zu erhalten. Die Unterweisung findet im Vorfeld der Friedensgespräche zwischen der Regierung und den Taliban statt.

Afghanische Spezialeinheiten bei einer Übung in Kabul im April 2012.

Vor der Verlegung gab es in der russischen Botschaft in Kabul noch einen Empfang für die Kadetten und eine Ansprache des Botschafters der Russischen Föderation, Alexander Mantitskij. 

Mantitskij erklärte in seiner Rede, dass Kampf nicht der einzige Weg zur Konfliktlösung im kriegsgeplagten Afghanistan wäre, und er sprach den Akteuren seine Anerkennung dafür aus, die Taliban an den Verhandlungstisch gebracht zu haben.

Einen Tag zuvor hatte sich die Quadrilaterale Koordinationsgruppe (QCG), bestehend aus Afghanistan, Pakistan, den USA und China, darauf geeinigt, mit den gemeinsamen Anstrengungen fortzufahren, um direkte Gespräche zwischen den Vertretern der afghanischen Regierung und den Taliban-Gruppen abzuhalten. Diese sind für Ende des Monats anberaumt.

Dem afghanischen Außenministerium und QCG-Mitgliedern zufolge bestehe das Ziel der Friedensgespräche darin, eine politische Einigung zu erreichen, die zum Ende der Gewalt und zu einem dauerhaften Frieden in Afghanistan führt. Das Ministerium erklärte, die QCG habe sich bereiterklärt, regelmäßige Treffen abzuhalten, um einen nahtlosen Übergang in dem Friedens- und Versöhnungsprozess zu sichern. Das nächste Treffen der QCG soll am 23. Februar stattfinden.

Unterwegs mit der Visa-Abteilung des amerikanischen Konsulat in Dschidda, Saudi-Arabien: Osama bin Laden.

Der frühere afghanische Präsident Hamid Karsai hat am Samstag in einem Interview gegenüber der iranischen Nachrichtenagentur Fars erklärt, dass auch der Iran, Indien und Russland im afghanischen Versöhnungsprozess eine stärkere Rolle spielen sollten.

Alexander Mantitskij erklärte jedoch vor dem Hintergrund dieser Äußerungen Karsais, Kabul sei in diesem Zusammenhang noch nicht offiziell an Moskau herangetreten. Der Botschafter fügte hinzu, dass die 45 afghanischen Kadetten während ihres Aufenthalts mit allen Kenntnissen ausgestattet würden, die für sie erforderlich wären, um erfolgreiche Offiziere zu werden.

Bevor die USA und ihre NATO-Verbündeten 2001 in Afghanistan einmarschierten, hatte die Russische Föderation bereits über einen längeren Zeitraum militärische Verbindungen mit Afghanistan unterhalten. „Militärisches Training gehört zu den Top-Prioritäten Moskaus, wenn es darum geht, Hilfe für Afghanistan zu leisten“, versicherte der Botschafter.