Israelische Luftschläge auf Gaza nach Abschuss einer Rakete auf Südisrael

Israelische Luftschläge auf Gaza nach Abschuss einer Rakete auf Südisrael
Als Vergeltung für eine einzige Rakete, die auf einem offenen Feld in Südisrael am Sonntag aufschlug, hat die israelische Luftwaffe über Nacht mehrere Luftschläge auf den Gazastreifen durchgeführt. Dabei wurden Berichten zufolge mindestens zwei „terroristische Ziele“ angegriffen.

Laut palästinensischen Quellen nahmen die israelischen Raketen Einrichtungen in der Nähe der Orte Khan Younis im Süden und Deir al-Balah, zentral im Gazastreifen gelegen, ins Visier. Dies berichtet unter anderem auch die „Times of Israel“. Der israelische Militärsprecher Oberst Peter Lerner bestätigte, die Kampfflugzeuge griffen „Militäreinrichtungen der Hamas, die zur Ausbildung dienen“ an.

Die IDF-Jets führten ihre Angriffe in der Nacht auf Montag durch. Über resultierende Zerstörungen oder Tote im Gazastreifen gibt es bislang keine verifizierbaren Berichte. Militäranalysten zufolge sollen die Angriffe den Widerstand Palästinas gegen Israel und dessen Militär brechen. Dabei ist immer wieder von einer "gnadenlosen" Zermürbungstaktik die Rede, welche sich von der sogenannten Dahiya-Doktrin ableitet.

Die Luftschläge erfolgten im Zuge eines Raketen-Abschusses aus dem Territorium des Gazastreifens. Dieser zielte offenbar auf eine in Südisrael gelegene jüdisch-israelische Siedlung, landete aber im offenen Feld, ohne weiteren Schaden anzurichten.

Während die Hamas zwar den Gazastreifen offiziell kontrolliert, hat der palästinensische Zweig der Muslimbruderschaft sich fast nie zu diesen sporadischen Angriffen auf Israel bekannt. Im Gazastreifen gibt es zahlreiche kleinere Gruppierungen, die sich radikalisiert haben und an kleine Waffenbestände herangekommen sind. Indizien weisen darauf hin, dass diese zum Teil salafistisch geprägten Dschihad-Gruppen beabsichtigen, eine Eskalation im Verhältnis zu Israel heraufzubeschwören.

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Für Tel Aviv hingegen eröffnet jeder militärisch sinnlose Raketenangriff eine Option, um die Hamas und ihren paramilitärischen Arm, die Qassam-Brigaden, ein weiteres Mal zu schwächen.

Unter dem Eindruck der türkisch-israelischen Annäherung im Zuge des Abschusses des russischen Bombers vom Typ Su-24 am 24. November, dürfte nicht zuletzt die Hamas, welche von der Türkei zumindest teilweise protegiert wird, kein Interesse an einer Eskalation haben. Die Türkei gewährt Hamas-Führern Asyl und Mutmaßungen zufolge soll Ankara die religiös-konservative palästinensische Bewegung zudem finanzieren, da diese eine ideologische Verwandtschaft mit der türkischen Regierungspartei AKP aufweist. Beide haben mehr oder weniger ihre Wurzeln im politischen Islam der Muslimbruderschaft.