„Islamischer Staat“ veröffentlicht neues Video zu Paris-Anschlägen und droht EU-Regierungschefs

Quelle: Islamischer Staat
Quelle: Islamischer Staat
Der selbsternannte „Islamische Staat“ hat ein neues, 17-minütiges Video zu den Pariser-Anschlägen herausgebracht. In der Videobotschaft werden die beteiligten Attentäter vorgestellt, noch bevor sie die EU infiltrierten und zeitgleich an mehreren Orten in der französischen Hauptstadt Angriffe durchführten. In dem Video werden zudem den EU-Regierungschefs weitere "Vergeltungsschläge" angedroht.

Während das Video, welches auf das offizielle Telegram-Konto des IS hochgeladen wurde, noch auf seine Authentizität überprüft wird, lässt sich bereits sagen, dass es zahlreiche IS-Mitglieder in Camouflage-Anzügen dokumentiert. Die IS-Kämpfer warnen in individuellen Ansprachen die Regierungschefs der EU, sie würden auf Grund deren Involvierung im Nahen Osten nach Europa kommen, um Vergeltung zu üben.

Im neuen Video finden sich mutmaßlich vier belgische, drei französische und zwei irakische Staatsbürger wieder. Diese sollen allesamt an den Anschlägen in Paris am 13. November 2015 beteiligt gewesen sein. Das Video beginnt mit den Worten, die die Attentäter vor ihren Selbstmord-Anschlägen in Frankreich noch zu sagen haben.

Das Videomaterial dokumentiert in Hochauflösung und mit grafischen Effekten die Hinrichtung von Gefangenen und die Existenz eines Erschießungskommandos, an dem auch die Angreifer von Paris teilnahmen. Bilal Hadfi, der durch französische Sicherheitskräfte in Paris getötet wurde, führte den Aufnahmen zufolge persönlich eine Enthauptung durch. Auch findet sich der Angreifer auf das Bataclan-Theater und Selbstmordattentäter Umar Ismail Mostefai wieder. Im Video wird Abu Rayyan al-Faransi genannt. Der Nachname al-Faransi umschreibt die Herkunft des Kämpfers mit „der Franzose“.

© last news / YouTube
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Anschließend wird ein Voiceover des belgisch-marokkanischen Terroristen Abdelhamid Abaaoud eingeführt, dem Anführer der Pariser-Terrorzelle. Abaaoud starb bei einer Polizeirazzia im Pariser Bezirk Saint-Denis, als landesweit und in Belgien nach den Anschlägen Razzien durchgeführt wurden.

Neben Sprachnachrichten zeigt das Video auch Material westlicher Nachrichtensender, die über die Ereignisse am 13. November berichteten, als 130 Menschen starben und weitere hunderte verletzt wurden.

Das Video, welches in französischer und arabischer Sprache untertitelt wurde, warnt dabei, man werde gegen alle europäischen Staaten, die sich entschieden, gegen den IS in Syrien und Irak militärisch vorzugehen, mit weiteren Terroranschlägen reagieren.

Auch Bilder des französischen Präsidenten François Hollande und des britischen Premierministers David Cameron wurden symbolisch ins Visier genommen. Auf die Köpfe der europäischen Staatsführer sind rote Fadenkreuze gerichtet. Das Video schließt mit den Worten über David Camerons Bild: „Tod allen Ungläubigen, die sich gegen das Kalifat stellen“.

Das französische und britische Außenministerium lehnen es bisher ab, das Video zu kommentieren. Dennoch bestätigt Laith Alkhouri vom Beratungsunternehmen „Flashpoint Global Partners“, welches sich auf die Observierung militanter Aktivitäten in den sozialen Medien fokussiert hat, gegenüber Reuters, dass das Video „alle Kriterien einer IS-Veröffentlichung entspricht“.

© Chris The Alawite / YouTube
© Chris The Alawite / YouTube

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