Jemen: MSF-Rettungssanitäter und zivile Ersthelfer getötet durch Luftangriff der Saudis

Symbolbild - Sanitäter behandeln einen Mann, der bei einem Angriff der Saudi-Koalition auf die Hafenstadt Houdieda am Roten Meer, schwer verletzt wurde, 21. Januar 2016
Symbolbild - Sanitäter behandeln einen Mann, der bei einem Angriff der Saudi-Koalition auf die Hafenstadt Houdieda am Roten Meer, schwer verletzt wurde, 21. Januar 2016
Fast zwei Dutzend Menschen, darunter zivile Rettungskräfte und ein Ambulanzfahrer aus einem Krankenhaus, das zur Organisation 'Ärzte ohne Grenzen' (MSF) gehört, sollen getötet worden sein, nachdem die Saudi-geführte Koalition wiederholte Luftangriffe auf das gleiche Ziel in der Sa'ada Provinz in Jemen durchgeführt hat.

MSF bestätigt die tödlichen Luftangriffe in Sa'ada, und sagten die "Flugzeuge flogen zurück um weitere Bomben auf Bereiche abzuwerfen, die bereits getroffen waren."

"Ein Ambulanzfahrer aus einem MSF-Krankenhaus [wurde] getötet", schrieb die NGO auf Twitter. Sie erklären, dass die Ersthelfer am Unfallort versucht hatten, den Verwundeten der ersten Runde des Luftangriffs zu helfen.

Der Krankenwagen hatte gerade die Opfer abgeholt, als ein direkter Schlag jeden darin tötete, sagte der Direktor des Jumhuriya-Krankenhauses in der Sa'ada Provinz.

Jemens Gesundheitsministerium hat die Taten der Koalition stark verurteilt und als ein "abscheulichen Massaker" bezeichnet, welches zuerst auf ein Wohngebäude im Sa'ada zielte, berichtet Saba Nachrichtenagentur den Ministeriums-Sprecher Dr. Nashwan Attab zitierend.

Berichten zufolge wurden mindestens 20 Menschen getötet und 35 verwundet bei dem Angriff, den die Sanitäter als vorsätzliche bezeichnen. Nach dem ersten Luftangriff im Dhahyan-Bezirk von Sa'ada eilten Ersthelfer zum Ort, um sich um die Verwundeten zu kümmern. Aber die Flugzeuge kehrten bald zurück, um erneut anzugreifen, in dem Versuch "das wenige verbleibende medizinische Personal in der Provinz vollständig zu beseitigen", sagte Dr. Attab.

Anfang dieser Woche sagte MSF, dass die saudische Koalition weiterhin zivile Ziele am Boden angreift, insbesondere ärztliche Einrichtungen, mit dem Hinweis darauf, dass über 100 Krankenhäuser Angriffe erlebt haben, seit die Saudi-geführte Intervention im März letzten Jahres begann.

Die konstante Bombardierung von Kliniken im Jemen hat Bedingungen geschaffen, in denen die Einheimischen um ihr Leben fürchten und Krankenhäuser um jeden Preis vermeiden, sagte MSF. Die Vereinten Nationen kritisiert die Saudi-geführten Bombenangriffe im Jemen wegen der unverhältnismäßig hohen Zahl an getöteten Zivilisten und die Zerstörung der Infrastruktur.

Die UNO schätzt, dass die Gewalt zu einem dramatischen Anstieg ziviler Opfer geführt hat, mit mehr als 5.800 Toten im Jemen seit März 2015.

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