Blutiger Terroranschlag in Provinz Diyarbakır trägt die Handschrift der PKK

Blutiger Terroranschlag in Provinz Diyarbakır trägt die Handschrift der PKK
Bei einem schweren Bombenanschlag auf ein Hauptquartier der türkischen Polizei in der südöstlichen Provinz Diyarbakir starben mindestens fünf Menschen, darunter ein fünf Monate altes Kind. Türkische Medienberichte und die Polizei machen inzwischen die „Kurdische Arbeiterpartei“, kurz PKK, für den Anschlag verantwortlich.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, offizielle Angaben sprechen von 23.30 Ortszeit, explodierte eine Autobombe im Cinar-Distrikt der mehrheitlich von Kurden bewohnten türkischen Provinz Diyarbakır. Der Anschlag richtete sich gegen ein Polizeihauptquartier. Die Frontseite des dreistöckigen Hauses wurde von der Druckwelle fast völlständig zerstört. Auch zivile Wohnhäuser in der Umgebung wurden umfassend beschädigt. Durch die Explosion entstand ein Feuer, so das die gesamte Polizeiwache niederbrannte.

Anbei ein Video vom Ort des Geschehens:

Medienberichte sprechen inzwischen von mindestens fünf toten Zivilisten, darunter einem Kind, und einem toten Polizisten. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete, dass es nach der Explosion und dem entstandenen Chaos zu Feuergefechten kam. Der lokale Nachrichtensender Haber3 fügte hinzu, dass acht Angreifer bei Zusammenstößen mit der Polizei getötet wurden.

Soziale Medien sprechen teilweise sogar von bis zu 31 Toten. Die Gebietsverwaltung von Diyarbakır hat jedoch mittlerweile die Zahl von fünf Toten bestätigt.

Außerdem wurden 39 Menschen, darunter zahlreiche Zivilisten, beim Anschlag verletzt. Diese sollen oft Familienangehörige von Polizeikräften sein. Viele fanden sich eingeschlossen in den Trümmern der zerstörten Häuser in der Umgebung wieder, schrieb das britische Nachrichtenportal BBC Turk unter Berufung auf lokale Quellen.

Zuvor erklärte der pro-PKK-Account unter dem Namen Gilgo auf Twitter, dass die Organisation ebenfalls Angriffe in den Städten Bismil, Cizre, Mardin, Silopi, Sirnak und Van gestartet hätte. Es gibt bislang keine Details oder unabhängige Bestätigungen über Angriffe in den genannten Ortschaften.

Die renommierte türkische Tageszeitung Hürriyet schrieb, dass das Polizeihauptquartier zunächst mit einer Autobombe ins Visier genommen und anschließend mit „Raketenwerfern und schweren Waffen“ beschossen wurde.

Türkische Medien vermuten die kurdische PKK hinter den Anschlag, die nach einem mehrjährigen Waffenstillstand seit Ende Juli 2015 wieder einen blutigen Krieg im Südosten der Türkei gegen den türkischen Staat führt. Die Türkei greift seitdem mittels seiner Luftwaffe die PKK auch im Nordirak an, dem historischen Rückzugsgebiet der Kurden-Organisation. Geheimdienstinformationen über PKK-Stellungen holt sich die Türkei nicht zuletzt von der Kurden-Regierung Barzanis in Erbil.