Geschönte CFR-Studie: „23.000 US-Bomben im Nahen Osten trafen nur Islamisten“

Geschönte CFR-Studie: „23.000 US-Bomben im Nahen Osten trafen nur Islamisten“
Aus einer kürzlich veröffentlichten Studie der regierungsnahen Denkfabrik „Council of Foreign Relations“ geht hervor, dass die US-Streitkräfte im Jahr 2015 mehr als 23.144 Bomben und Raketen auf vornehmlich muslimische Staaten abgeworfen haben. Bemerkenswert: Laut US-Statistiken sollen dabei 25.000 IS-Kämpfer und nur sechs Zivilsten ums Leben gekommen sein. Würde diese Statistiken stimmen, dann dürfte es den IS gar nicht mehr geben.

Die in New York ansässige und weithin als regierungsnah eingestufte Denkfabrik „Council of Foreign Relations“ bildet in ihrer Studie umfassende Statistiken zum Krieg der USA gegen den „internationalen Terrorismus“ ab, der seit mehr als einem Jahr unter dem Mantra des Kampfes gegen den selbsternannten „Islamischen Staat“ steht.

Ungeachtet der Tatsache, dass US-Geheimdienste die Kreierung des IS bereits im Jahr 2012 vorhersagten und dies in der Rückschau den Anschein erweckt, dass Washington im besten Fall nur ein blindes Auge für das Chaos in Nahost hatte, versinnbildlicht die Erhebung des Councils den Grad der Zerstörung, den die US-Interventionen mit sich bringen.

Britische Bomben in in einem Luftwaffenstützpunkt in Kuwait, März 2003

Der Statistik nach wurden 23.000 Bomben von US-Militärs abgefeuert. Eigenen Angaben zufolge nahmen 77 Prozent aller US-Angriffe den IS in Syrien und Irak ins Visier. Zwar behaupten die USA, dass durch ihre Luftangriffe allein im letzten Jahr mindestens 25.000 IS-Kämpfer getötet worden wären. Damit dürfte es CIA-Erhebungen zufolge kaum mehr Kämpfer geben, die für die schwarz-weiße Fahne des Abu Bakr al-Baghdadis sterben. Dieser behauptete nämlich seinerzeit, dass sich im Irak und Syrien allerhöchstens zwischen 20.000 und 31.000 IS-Kämpfer befinden würden. 

Besonders bemerkenswert an den US-Statistiken ist jedoch, dass gegenüber den 25.000 vermeintlich getöteten Kämpfern nur sechs Zivilisten im Zuge der nunmehr 17-monatigen Luftkampagne der USA zu verzeichnen wären. Die Rechnung hakt jedoch an vielen Ecken. Alleine im Mai 2015 berichtete die syrische Beobachtungsstelle von einem Luftschlag der USA auf ein Dorf in der Nähe der syrischen Metropole Aleppo, bei dem alleine 52 syrische Zivilisten ums Leben gekommen wären, darunter mindestens sieben Kinder. Das US-Militär beharrte damals darauf, dass es sich bei den getöteten Zivilisten um "Islamisten" gehandelt habe.

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