Diplomatisches Tauziehen zwischen USA und Iran nach Grenzzwischenfall im Persischen Golf

Diplomatisches Tauziehen zwischen USA und Iran nach Grenzzwischenfall im Persischen Golf
Ein US-Flugzeugträger soll sich nach Darstellung der iranischen Regierung bei der Durchführung von Militärmanövern „provokativ und unprofessionell“ verhalten haben. Zuvor hatten iranische Revolutionsgardisten zwei US-Kommandoboote nur eine Meile vor dem iranischen Festland festgesetzt, da diese in iranisches Hoheitsgewässer eingedrungen sein sollen. Die festgenommenen zehn US-Marine Soldaten befinden sich wieder auf freiem Fuß.

Der Flugzeugträger USS Harry S. Truman, der gegenwärtig im Persischen Golf stationiert ist, habe mit Militärmanövern unverhältnismäßig auf die Festsetzung von eigenen Militärbooten reagiert, behauptete ein iranischer Marine-Kommandeur.

Konteradmiral Ali Fadavi, der führende General der Marine-Sektion der Revolutionsgarde, klärte über den Zwischenfall mit den USA im iranischen Staatsfernsehen auf.

Anbei einige Bilder der festgenommenen US-Soldaten:

Fadavi verwarf zunächst Berichte, wonach die zehn von Iran festgenommenen US-Marines schon bald freikommen könnten, als „Spekulationen“. Er bemerkte, dass die US-amerikanischen Soldaten einer Befragung unterzogen worden wären und Iran „entsprechend reagieren“ werde, wenn man zum Schluss kommen sollte, dass die US-Marines in iranische Gewässer zum Zwecke einer Spionage-Mission und nicht zufällig eingedrungen sein sollten.

Der iranische Admiral bestätigte, dass US-Außenminister John Kerry bereits seinen iranischen Amtskollegen, Dschavad Zarif, zu diesem Fall konsultiert habe. Zarif forderte von der US-Seite eine formale Entschuldigung für die Verletzung iranischer Souveränität.

Später allerdings versuchte Fadavi weiszumachen, dass ein kaputtes Navigationssystem Schuld am Vorfall gewesen sei und dass die US-Matrosen wahrscheinlich doch in Kürze freikommen.

Jüngsten Meldungen von Mittwochvormittag zufolge seien die zehn US-Soldaten von den iranischen Behörden wieder freigelassen worden.

Die zwei US-Kommandoboote mit ihrer zehnköpfigen Crew wurden nur eine Meile entfernt vom iranischen Festland gesichtet und schließlich von der iranischen Revolutionsgarde gestoppt, nachdem eines davon einen mechanischen Defekt zu verzeichnen gehabt haben soll.

Diese Waffen und Dienstleistungen stellen Firmen und Miltärs aus den USA dem saudischen Königreich aktuell zur Verfügung.

Ob tatsächlich ein angeblich kaputtes Navigationssystem den Zwischenfall so schnell bereinigen kann, ist fragwürdig. Fakt hingegen ist, dass Iran nicht zuletzt in Sachen Umsetzung des Atomdeals und der damit einhergehenden Aufhebung internationaler Wirtschaftssanktionen vom Gutdünken Washingtons abhängig ist. Die Obama-Administration dürfte nicht zögern, diesen strategischen Hebel wirksam zu machen.

Der Zwischenfall ereignete sich, während Teheran 40 Tonnen seiner Vorräte an schwerem Wasser, das im Schwerwasserreaktor Arak als Kühlmittel und Moderator eingesetzt wird, an die USA übergeben. Das ist Teil des Atomabkommens, welches garantiert, dass Sanktionen vor allem gegen die iranische Ölindustrie wieder aufgehoben werden.

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