Analyse: Aktuelle Rüstungsexporte der USA an Saudi-Arabien

Diese Waffen und Dienstleistungen stellen Firmen und Miltärs aus den USA dem saudischen Königreich aktuell zur Verfügung.
Diese Waffen und Dienstleistungen stellen Firmen und Miltärs aus den USA dem saudischen Königreich aktuell zur Verfügung.
Eine Studie für den Kongress in Washington zeigt den Umfang der aktuell laufenden Rüstungsaufträge aus der Golfmonarchie an die Rüstungsfirmen in den USA. Eine exklusive grafische Aufarbeitung der Daten durch RT Deutsch verdeutlicht, dass Saudi-Arabien in den USA hauptsächlich fliegendes Kriegsmaterial bestellt: Flugzeuge, Hubschrauber und Raketen.

Das Königreich Saudi-Arabien hat sich in den letzten Jahren zu einem der größten Importeure von Waffen entwickelt. Aus einer Untersuchung für den Kongress der USA geht hervor, dass zur Zeit Aufträge im Wert von fast 100 Milliarden US-Dollar bearbeitet werden. In Amerika bestellen die Saudis alles, was fliegen kann.

Alleine die Kampfflugzeuge und Hubschrauber machen etwa zwei Drittel der aktuellen Bestellungen aus. Weitere 15 Milliarden Dollar zahlen die saudischen Streitkräfte für Raketen und Marschflugkörper. Dies zeigt eine grafische Auswertung, die RTDeutsch exklusiv erstellt hat.

Die Königshäuser der Golf-Staaten begründen ihre Aufrüstung öffentlich mit einer angeblichen Bedrohung durch die Republik Iran. Im vergangenen Jahr zeigte eine Studie des renommierten amerikanischen Think-Thank Center for Strategic & International Studies (CSIS), dass von einem militärischen Gleichgewicht zwischen den Monarchien am Golf und dem Iran keine Rede sein kann.

Wie Anthony Cordesman herausfand, betreiben die Königshäuser am Persischen Golf seit über zehn Jahren eine beispiellose Aufrüstung. Alleine Saudi-Arabien erhöhte seine jährlichen Ausgaben für Rüstungsgüter von 20 Millarden auf zuletzt 80 Milliarden. Insgesamt zahlten die Staaten aus dem Golf-Kooperationsrat im Jahr 2014 fast 120 Milliarden Dollar an die Rüstungskonzerne der Welt. Hingegen blieben die Ausgaben der Republik Iran in den vergangenen 15 Jahren durchgehend unter 20 Milliarden.

Im Jahr 2012 machten die Militärausgaben 7,7 Prozent des gesamten saudischen Bruttoinlandsprodukts aus. Nur der kleine Nachbarstaat Oman steckte anteilsmäßig mehr Geld in Kriegsmaterial, nämlich vollkommen absurde 16,4 Prozent seines Bruttoinlandsprodukts. Zum Vergleich: Der zur Bedrohung hochstilisierte Iran gibt gerade mal 2,7 Prozent seines BIP für Rüstungsgüter aus.

Den größten Anteil an den saudischen Öleinnahmen greifen die USA ab. Zurzeit bestehen laut Rechercheservice des Kongresses etwa 30 Verträge zwischen US-Firmen und saudischen Streikräften. Insgesamt haben die Aufträge einen Umfang von 96,27 Milliarden Dollar. Der größte Einzelposten betrifft mit 29,4 Milliarden Dollar F15-Kampflugzeuge vom Hersteller Boing.

Dem folgen verschiedene Hubschrauber wie Apache und Blackhawk für 25,6 Milliarden US-Dollar. Davon profitieren die großen Hersteller McDonnell Douglas und Sikorsky. Außerdem zahlen die Saudis für ihr Patriot-Rakensystem und zahlreiche moderne Raketen und Marschflugzeuge insgesamt 15,1 Milliarden.

Da Saudi-Arabien offensichtlich kein Personal am Boden hat, das in der Lage wäre die komplexe Kriegstechnik zu warten, gehen 8,76 Milliarden Dollar an Servicekosten an Firmen und Militärdienstleister in den USA. Im Bereich von hunderten Millionen Dollar bewegen sich jeweils die saudischen Ausgaben für Geschütze, Munition und Ausrüstungsgegenstände wie etwa Nachtsichtgeräte.

Die saudischen Bestellungen von Panzern aus den USA machen hingegen nur 613 Millionen Dollar aus. Diese Gefährte bestellen die Saudis lieber in Europa, etwa bei der Münchner Rüstungsschmiede KMW.

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