Kuwait schließt sich anti-iranischer Phalanx der Golfmonarchien an

Kuwait schließt sich anti-iranischer Phalanx der Golfmonarchien an
Kuwait hat sich mit in jene Reihe sunnitisch regierter Staaten gestellt, die im Zuge der jüngsten iranisch-saudischen Zerwürfnisse ihre Botschafter aus Teheran abzogen. Damit brach Kuwait neben Bahrain, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Sudan als fünfter Staat seine diplomatischen Beziehungen zum Iran zugunsten Riads ab. Russland bietet Vermittlerrolle an.

Die staatliche Nachrichtenagentur „Kuwait“ bestätigte den Schritt der persischen Golfmonarchie. Eine hochrangige Quelle aus dem Außenministerium des irakischen Nachbarlandes kritisierte den Iran für seine vermeintliche Verletzung der Zusicherung des Schutzes von diplomatischen Missionen – eine Anschuldigung, die der Iran selbst abstreitet. Nach der Hinrichtung eines hochrangigen schiitischen Klerikers durch saudische Behörden eskalierten Ausschreitungen im Iran. Dabei wurde die saudische Botschaft von schiitischen Demonstranten angegriffen und niedergebrannt.

Die kuwaitische Regierung sorgte damit für den letzten Schritt einer ganzen Eskalationswelle entlang konfessioneller Spannungslinien zwischen sunnitisch geprägten Staaten der Region und der schiitisch geprägten Islamischen Republik Iran. Insbesondere Saudi Arabien und Iran betrachten einander, trotz einer historischen konfessionellen Konkurrenz, doch vielmehr auf Grund von machtpolitischen Interessen als Erzrivalen.

Ungeachtet internationaler Demonstrationen gegen die Entscheidung Riads, wurden insgesamt 47 Menschen wegen Terrorvorwürfen und Anstiftung zur Gewalt exekutiert, gab das Innenministerium des streng sunnitisch beherrschten Königshauses am Samstag an. Aus der religiös untermalten Presseerklärung der Saudis geht hervor:

„Diese Gruppe folgte den Fußstapfen des Teufels.“

Riad mahnte, es sei „unschuldiges Blut vergossen worden mit dem Ziel, die Stabilität in diesem Land zu erschüttern“.

Der unter Schiiten prominente Geistliche Nimr Baker al-Nimr, welcher als entschiedener Gegner des sunnitischen Herrscherhauses der Saudis gilt, spielte bei den Protesten im Zuge des sogenannten „Arabischen Frühlings“ 2011 im Osten des Landes eine zentrale Rolle. Dieser befürwortete seinerzeit den Separatismus der östlichen Regionen Katif und el-Ihsaa. Dort leben rund zwei Millionen saudischer Schiiten. Im Oktober 2014 nahmen saudische Sicherheitskräfte schließlich den schiitischen Prediger al-Nimr, der im Iran das religiöse Studium absolvierte, wegen Aufwiegelung, vermeintlichen Ungehorsams und Waffenbesitzes fest und verurteilten ihn zum Tode.

Die Minderheit der Schiiten, welche vor allem im erdölreichen Osten Saudi Arabiens lebt, kritisiert die systematische Diskriminierung, die von Riad ausgehe. In zahlreichen Staaten, wo Schiiten eine Bevölkerungsmehrheit oder signifikante Minderheit bilden, kam es wegen der Hinrichtung von al-Nimr zu Ausschreitungen, wie in Bahrain, Libanon oder an einigen Orten in Pakistan.

Anhänger des schiitischen Geistlichen Nimr al-Nimr protestierten bereits im Oktober 2014 vor der saudischen Botschaft in Sanaa gegen dessen Verhaftung.

Neben Saudi Arabien, das alle diplomatischen, politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Iran abbrach, und Kuwait schlossen auch die Regierungen Bahrains, der Vereinigten Arabischen Emirate und des Sudans ihre diplomatischen Missionen im Iran. Auch die im Jemen von Riad unterstützte offizielle al-Hadi-Regierung, die gegen die pro-iranischen Huthis kämpft, räumte ihre Vertretung in Teheran. Indes unterstützten im Rahmen einer Stellungnahme 26 sogenannte syrische Rebellenorganisationen die neue Konfrontationspolitik Saudi Arabiens gegen Iran, das den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad im Kampf gegen sogenannte Rebellen unterstützt.

Unterdessen offerierte die russische Regierung, dass sie bereit sei, im Konflikt zwischen den nahöstlichen Regionalmächten zu vermitteln. 

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