Kurdischer Volksarmist im Irak: „Die Leute müssen wissen, dass die Türkei den IS offen unterstützt“

An der türkisch-syrische Grenze in Bab al-Hawa, Idlib Provinz
An der türkisch-syrische Grenze in Bab al-Hawa, Idlib Provinz
Die im Irak agierenden Kämpfer des „Islamischen Staates“ (IS) haben enge Beziehungen zur Türkei. Die Terroristen bewegen sich ungehindert über die irakisch-türkische Grenze, wobei Ankara für ihre Nachschubrouten sorgt. Darüber hinaus werden IS-Kämpfer in der Türkei trainiert und ausgebildet. Dies hat im Gespräch mit RT Karim al-Nouri, Sprecher der Brigade der schiitischen Volkswehr, erklärt.

Die Unterstützung der IS-Miliz sei durch geopolitische Ziele des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan bedingt. Eines davon bestehe in der Desintegration des Nachbarlandes Irak.

Der Sprecher der Brigade der schiitischen Volkswehr „Badr“, Karim al-Nouri, teilte gegenüber RT mit, dass die Mitglieder der Organisation zu Informationen gelangt wären, die die Verbindung der türkischen Führung mit der Terrormiliz „Islamischer Staat“ bestätigen sollen.

Die „Badr“-Mitglieder hätten unter anderem Handys von IS-Kämpfern gefunden, auf denen SMS mit Befehlen und Angaben über die Bewegungen der Terroristen, darunter über die irakisch-türkische Grenze, gespeichert seien.

„Das Problem "Islamischer Staat" ist alles andere als aus dem Nichts entstanden. Man erlaubt den Terroristen, die Grenze frei zu passieren“, so al-Nouri. „Ich möchte die Leute wissen lassen, dass die Türkei den IS offen unterstützt“, erklärte er und bemerkte, dass die schiitische Volkswehr auch über Fotos verfüge, die davon zeugten, dass der Sohn des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan mit IS-Angehörigen im Geschäft sei. Der „Badr“-Sprecher brachte seine Hoffnung zum Ausdruck, dass die irakischen Geheimdienste Mitschnitte der telefonischen Verhandlungen zwischen Erdoğans Sohn und den Terroristen aufspüren würden.

Quelle: Twitter

„Wir sind im Besitz von Fotoaufnahmen und Kommentaren über Erdoğans Sohn. Sie beweisen, dass er sich mit der IS-Führung getroffen hat. Diese Dokumente sind keine Fälschungen, sie wurden nicht nachbearbeitet. Die Aufnahmen sind echt. Sie wurden von IS-Kommandeuren höchstpersönlich veröffentlicht“, so Karim al-Nouri.

„Der Inhalt der Verhandlungen legt offen, dass ein gewisser Feldkommandeur davon spricht, dass konkrete Kämpfer zur ärztlichen Behandlung in die Türkei geschleust werden sollen“.

Außerdem will die schiitische Volkswehr ein mündliches Bekenntnis eines Kämpfers zugespielt bekommen haben, in dem er gestehe, regelmäßig in die Türkei gereist zu sein. Der selbe Extremist gestehe in der Aufnahme, an der Ermordung von rund 600 irakischen Soldaten im Juni 2014 unweit von Tikrit beteiligt gewesen zu sein.

„Wir verfügen über Dokumente, die beweisen, dass die größte logistische Unterstützung und die wichtigsten Nachschubrouten von Türken organisiert werden“, teilte der Sprecher der schiitischen Volkswehr mit. „Die Türkei ist für sie [die Terroristen] zu einer Art Zuflucht geworden. Sie fahren in die Türkei, wo sie angeworben und ausgebildet werden.“

Wie al-Nouri betonte, habe Ankara die Zusammenarbeit mit der IS-Miliz begonnen, um das Regime von Baschar al-Assad in Syrien zu stürzen. Nun dehne sich dieses Zusammenwirken auch auf den Irak aus. Die Türkei wolle das Land in einzelne Territorien spalten, die von verschiedenen religiösen Gemeinden kontrolliert werden.

„Ihr Ziel [der Türkei] hat anfangs darin bestanden, das Regime von Baschar al-Assad zu stürzen. Dann haben sie begonnen, auch Kämpfer im Irak zu unterstützen. In Syrien und im Irak agiert eine bewaffnete Gruppierung, für die sie nach wie vor hartnäckig Unterstützung leisten“, sagte al-Nouri.

„Er [Erdoğan] will im Irak eine sunnitische Region entstehen lassen. Das ist ein äußerst gefährliches Unterfangen. Erdoğan will den Irak zerfallen lassen. Eben deswegen haben die türkischen Truppen das irakische Territorium bisher nicht verlassen“, fügte der „Badr“-Sprecher hinzu und versprach gegenüber RT, alle vorhandenen Beweise für die Beziehungen zwischen dem IS und der Türkei zu veröffentlichen, nachdem man alle Informationen gründlich überprüft haben wird.