Russland und Armenien etablieren gemeinsames Luftabwehrsystem im Kaukasus

Russland und Armenien etablieren gemeinsames Luftabwehrsystem im Kaukasus
Russland und Armenien haben ein kollektives Sicherheitsabkommen über die Umsetzung eines einheitlichen regionalen Luftverteidigungssystems im Kaukasus unterzeichnet. Gegenwärtig arbeitet Moskau an der Umsetzung eines ähnlichen Systems in Zentralasien mit den Staaten Kirgisistan und Tadschikistan.

Das Luftverteidigungsabkommen zwischen Russland und Armenien wurde bei einer Zusammenkunft der Verteidigungsminister beider Staaten, Russlands Sergej Schoigu und Armeniens Seyran Ohanian, beschlossen.

Im Jahr 2013 segnete Moskau Abkommen über die gemeinsame Luftverteidigung mit Kasachstan und Weißrussland ab. Alle drei Staaten haben indes eine aufeinander abgestimmte Luftabwehr eingerichtet.

Im Rahmen der Einigung hat Russland seinem zentralasiatischen Nachbarn, Kasachstan, das Langstrecken-Boden-Luft-Raketensystem S-300 zur Konsolidierung der Verteidigungsfähigkeit des Landes übergeben. Angaben des russischen Verteidigungsministers Sergej Schoigu zufolge trage das System, „das bereits stationiert wurde, großartig zu einer einheitlichen Luftverteidigung bei“.

In Armenien unterhält die russische Armee auf einer Militärbasis einen ganzen S-300-Komplex und Abfangjäger vom Typ MiG-29. Diese Basis, die im nordarmenischen Erebuni liegt, wird ebenfalls Teil des neuen kollektiven Sicherheitsabkommens werden. Die russische Militärbasis in Erebuni wurde 1995 errichtet und liegt 126 Kilometer von der armenischen Hauptstadt Jerewan entfernt. Einem zwischenstaatlichen Abkommen nach wird russisches Militär bis 2044 in Armenien stationiert sein. Die Zahl des militärischen Personals in Erebuni und der 102. Militärbasis in Gyumri soll zwischen 4.000 und 5.000 Mann umfassen.

Am 8. Dezember hat Moskau sechs Kampfhubschrauber vom Typ Mi-24P und ein Transporthubschrauber vom Typ Mi-8MT aus der Krasnodar-Region nach Erebuni verlegen lassen.

Ausbreitung der Eurasischen Wirtschaftsunion - Quelle: JCRules

Die Kreierung eines gemeinsamen Raketenschilds zwischen Armenien und Russland zementiere Russlands politische und militärische Stellung im Südkaukasus, schlussfolgerte der US-amerikanische Informationsdienst Stratfor.

Am 24. November schoss die türkische Luftwaffe einen russischen Bomber im türkisch-syrischen Grenzgebiet ab. In Reaktion darauf baute Russland seine Luftverteidigung in Syrien aus. Analysten glauben, dass ein militärisches Zusammenrücken zwischen Armenien, welches einen Grenzkonflikt um die Bergkarabach-Region mit Aserbaidschan - einem engen Verbündeten Ankaras - hat, und Russland unter dem Eindruck der jüngsten Zerwürfnisse mit der Türkei stehen könnte.



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