Freie Syrische Armee zu engerer militärischer Kooperation mit russischen Streitkräften bereit

Freie Syrische Armee zu engerer militärischer Kooperation mit russischen Streitkräften bereit
Kampfflugzeuge der russischen Einsatzgruppe in Syrien fliegen täglich 30 bis 40 Luftangriffe zur Unterstützung der Freien Syrischen Armee (FSA), berichtete der russische Generalstab. Rund 5.000 FSA-Kämpfer seien gemeinsam mit der syrischen Armee in den Provinzen Hama, Homs, Aleppo und Rakka in die Offensive gegangen. Auch FSA-Vertreter signalisierten Interesse an einer Zusammenarbeit, "wenn Russlands Luftschläge sich nur auf den IS konzentrieren".

Die Zahl der FSA-Milizionäre, die zur syrischen Armee überlaufen, wachse konstant an, sagte der Stabschef der russischen Sicherheitskräfte, General Waleri Gerasimow.

Er fügte hinzu, dass die russische Einsatzgruppe in Syrien FSA-Einheiten mit „Waffen, Munition und anderen materiellen Erfordernissen“ versorge. Auf diese Weise unterstütze Russland „das Zusammengehen [syrischer] Regierungstruppen und Oppositionsgruppen, um Terroristen zu besiegen“, sagte der General.

Noch am Montag hatte  ein russischer Präsidentenberater für militärische und technische Zusammenarbeit Behauptungen zurückgewiesen, wonach Moskau direkt Waffen an die FSA liefere.

Mit einem knappen „Nein“ reagierte Wladimir Koschin gegenüber Medien, die diese Behauptungen aufstellten. Das berichtete die Nachrichtenagentur RIA Novosti.

Dem Generalstab zufolge bombardieren russische Kampfjets in Syrien Erdöl-Infrastruktur wie Ölraffinerien, Ölpipelines und Öltanker, die vom selbsternannten „Islamischen Staat“ kontrolliert werden, mit dem Ziel, die Refinanzierungsquelle der Terrormiliz zum Kollabieren zu bringen.

Gerasimow kritisierte, dass Russland im Rahmen seiner Anstrengungen gegen den Terrorismus in Syrien bislang keine Unterstützung von Staaten erhielt, die es als internationale Partner betrachte.

„Im Zuge der Bekämpfung des radikalen Islams haben wir von jenen Ländern keine Unterstützung erhalten, die wir bisher als unsere Partner einschätzten. Stattdessen haben wir einen Stich in den Rücken durch den türkischen Abschuss unserer Su-24 bekommen“, sagte General Gerasimow bei einem Briefing für ausländische Militärattachés in Moskau.

Unterdessen haben Rebellen einer separaten, erst kürzlich formierten Allianz – darunter einige, die sich als Teil der FSA identifizieren – gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bestätigt, dass ihre Kämpfer indirekt von russischen Luftschlägen in Kämpfen gegen Terroristen, darunter den syrischen Al-Qaida-Ableger, die al-Nusra-Front, profitiert hätten. Dennoch leugnen sie, irgendwelche direkte Unterstützung von Russland zu erhalten. Mit den namentlich nicht genannten Milizen sind großer Wahrscheinlichkeit kurdische Milizen der YPG gemeint, die rund um die syrisch-türkische Grenzstadt Azez in den vergangenen Wochen immer wieder mit anderen Rebellenformationen zusammengestoßen waren.

Ein Offizier der Freien Syrischen Armee, die allerdings weiterhin Assad-kritisch bleibt, Hussam Awak, stellt in Aussicht, dass seine Einheit bereit sei, Russland mit „präzisen Geheimdienstinformationen“ über Positionen des IS zu versorgen und zusammen mit Moskau im Kampf gegen extremistische Gruppen zu kooperieren.

„Wir haben präzise Geheimdienstinformationen, Dokumente, Karten und wir können sie mit den Russen teilen, so dass sie den IS noch effektiver bombardieren können. Wir wollen wirklich mit den Russen gegen den IS kooperieren, wenn sie ihre Schläge nur auf den IS konzentrieren“, sagte Awak gegenüber der Nachrichtenagentur Sputnik.