Provokationen türkischer Zivilschiffe vertiefen Belastung der Beziehungen mit Russland

Provokationen türkischer Zivilschiffe vertiefen Belastung der Beziehungen mit Russland
Ein russischer Zerstörer hat am Sonntag in der Ägäis Warnschüsse auf ein türkisches Fischerboot abgefeuert, welches sich auf Kollisionskurs befunden habe, berichtete das russische Verteidigungsministerium. Der türkische Militärattaché zu Moskau wurde daraufhin vom Verteidigungsministerium einberufen. Am heutigen Montag ereignete sich bereits ein ähnlicher Vorfall, als im Schwarzen Meer ein türkisches Handelsschiff mutmaßlich bewusst den Transport einer russischen Ölplattform behinderte.

In Folge des Zwischenfalls warnte das russische Ministerium für Verteidigung den türkischen Militärattaché über „mögliche schädliche Konsequenzen durch die rücksichtslosen Aktionen Ankaras gegen das aktive russische Militärkontingent in Syrien“.

„Tiefe Bedenken wurden bezüglich eines weiteren provokativen Vorgehens der türkischen Seite gegen das russische Patrouillenschiff Smetliwi in der Ägäis geäußert, das dazu gezwungen wurde, Warnschüsse abzugeben, um eine Kollision mit dem türkischen Schiff zu vermeiden“, gab das Moskauer Ministerium in einer Erklärung bekannt.

Die Warnschüsse wurden von Handfeuerwaffen abgegeben und wurden so abgefeuert, dass eine Garantie dahingehend gegeben werden konnte, dass die Crew des türkischen Schiffes außer Gefahr war, wurde im Statement betont.

Der Zwischenfall ereignete sich im Norden der Ägäis, 12 Kilometer von der griechischen Insel Lemnos entfernt, fügte Moskau hinzu.

Die Mannschaft des Lenkwaffenzerstörers der Kaschin-Klasse habe das Fischerboot am Sonntagmorgen nur einen Kilometer entfernt entdeckt. Das Schiff soll sich dabei direkt auf den russischen Zerstörer zubewegt und Funkkontakt ignoriert haben.

Als sich das türkische Fischerboot schließlich bis auf 600 Meter genähert haben soll, haben russische Matrosen das Feuer auf Punkte im Meer vor dem türkischen Boot eröffnet, geht aus Berichten hervor.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, dass das Fischerboot daraufhin den Kurs änderte. Insgesamt näherte es sich der Smetliwi auf 540 Meter.

„Der stellvertretende russische Verteidigungsminister Anatoli Antonow hat den Militärattaché der türkischen Botschaft in Russland im Zusammenhang mit den Ereignissen in der Ägäis einberufen“, gab Moskau bekannt.

Zuvor war es bereits zu erheblichen Spannungen zwischen der Türkei und Russland – zuvor noch enge Verbündete – an der türkisch-syrischen Grenze gekommen, nachdem ein türkischer Kampfjet einen russischen Bomber vom Typ Su-24 wegen einer vermeintlichen Luftraumverletzung abgeschossen hatte. Laut Ankara hielt sich die Su-24 für 17 Sekunden im türkischen Luftraum auf.

Russland bestreitet, dass der russische Bomber die türkische Grenze gekreuzt hätte und nannte den Abschuss einen „Stich in den Rücken“. In weiterer Folge beschuldigte Moskau die türkische Regierung, Terroristen in Syrien und deren Öl-Schmuggel zu schützen.





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