Türkei bestellt nach Twitter-Beiträgen über russischen Matrosen mit Raketenwerfer Botschafter ein

Türkei bestellt nach Twitter-Beiträgen über russischen Matrosen mit Raketenwerfer Botschafter ein
Türkischen Medienberichten zufolge wurde am Wochenende auf einem russischen Kampfschiff, das die Meerenge von Istanbul gen Mittelmeer passierte, ein Militärangehöriger an Deck mit einem Raketenwerfer gesichtet. Ankara hat daraufhin verkündet, dass es diesen Zwischenfall als russische „Provokation“ auslege.

Aktivisten in den sozialen Medien behaupten, dass in den sozialen Medien aufgegriffene Bilder vom bewaffneten russischen Soldaten angeblich vom Bosporus stammten, als das russische Landungsschiff vom Typ „Caesar Kunikov“ vom Schwarzen Meer in das Marmara Meer fuhr und dabei die türkische Metropole Istanbul passierte.

Daraufhin habe das türkische Außenministerium den russischen Botschafter einbestellt, um seinen Protest offiziell kundzutun, das gab ein türkischer Offizieller gegenüber Reuters an.

„Wenn ein russischer Soldat mit einem Raketenwerfer oder etwas ähnlichem auf einem russischen Kriegsschiff steht, dann ist es eine Provokation“, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu gegenüber Reportern am Sonntag.

Laut der Tageszeitung Hürriyet drohte er daraufhin mit folgenden Worten:

„Wenn wir eine bedrohliche Situation wahrnehmen, dann werden wir die notwendige Antwort finden.“

Das türkische Außenministerium habe auch den russischen Botschafter vor einer Wiederholung des Zwischenfalls gewarnt, berichtet Reuters unter Berufung auf türkische Quellen.

Während das russische Militär diesen Zwischenfall noch nicht kommentierte, erscheint das auf den zum Teil undeutlichen Fotoabbildungen gezeigte Kampfschiff, in der Tat als das Landungsschiff „Caesar Kunikov“. Die Authentizität der Schnappschüsse von einem Militärangehörigen der russischen Armee an Deck des Landungsschiffes mit einem Raketenwerfer kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt hingegen nicht verifiziert werden.

Es ist noch nicht bestimmbar, ob das Schiff erst in den letzten Tagen den Bosporus passierte. Zum Beispiel spricht das Fachportal „Bosphorus Naval News“ davon, dass die „Caesar Kunikov“ zuletzt im späten Oktober Istanbul „auf dem Weg nach Syrien“ passiert hätte. Reuters-Fotografen zufolge soll das Schiff im November schließlich wieder auf dem Weg in das Schwarze Meer gewesen sein.

Die russisch-türkischen Beziehungen haben sich seit dem Zwischenfall am 24. November drastisch verschlechtert, als türkische F-16-Kampfjets einen russischen Bomber vom Typ Su-24 entlang der türkisch-syrischen Grenze abschossen. In Reaktion darauf ergriff Russland eine Reihe von Maßnahmen, die vor allem Sanktionen gegen die türkische Wirtschaft umfassen. Auch die türkischen Aktivitäten in Syrien im Zusammenhang mit verschiedenen Rebellenformationen in den Provinzen Latakia, Idlib und Aleppo werden verstärkt ins Visier genommen.

Die Montreux-Konvention von 1936 räumt Russland wie allen anderen Schwarzmeer-Anrainerstaaten das Recht ein, die Meerenge vom Bosporus ungehindert von türkischen Restriktionen zu nutzen.



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