Russisches Oberkommando: Trotz Beweislast, US-Koalition greift noch immer keine IS-Öltransporter an

Russisches Oberkommando: Trotz Beweislast, US-Koalition greift noch immer keine IS-Öltransporter an
Trotz sich häufender Beweise über den Erdöl-Schmuggel des „Islamischen Staates“ habe die US-geführte Anti-IS-Koalition die LKW-Konvois der Terrormiliz in die Türkei bislang nicht bombardiert, teilte der russische Generalstab am Mittwoch mit. Lediglich eine Verdreifachung von US-Drohnen sei festzustellen.

„Es ist nicht schwer, zu bemerken, wie tausende LKWs von Terroristen benutzt werden“, sagte Generalleutnant Sergej Rudskoy, stellvertretender Kommandeur des Generalstabs, bei einem Briefing in Moskau.

„Dennoch sehen wir keine Luftschläge der [US-geführten] Koalition gegen die Konvois - nur eine Verdreifachung der strategischen Drohnen [vor Ort] wurde beobachtet“, führte er an.

In Folge der Tatsache, dass die USA und ihre Verbündeten nicht bereit sind zu agieren, habe das russische Verteidigungsministerium eine Konzentration von IS-LKWs ausgemacht, führte Rudskoy an.

Der Kommandeur betonte, dass die Bekämpfung des IS unmöglich sei, ohne die Quelle der Finanzierung  - den illegalen Ölhandel - zu stoppen. Er drängte die US-geführte Koalition, mittels Luftschlägen auch gegen die Öl-Infrastruktur des IS vorzugehen.

Seit dem 30. September geht Russland im Rahmen einer Luftkampagne gegen den IS vor und vermochte seither, 32 Ölkomplexe, 11 Raffinerien und 23 Förderanlagen der Miliz zu zerstören. Rudskoy fügte hinzu, dass 1080 LKWs, welche Ölprodukte transportierten, zerstört worden wären.

„Die Einnahmen dieser Terrororganisation liegt bei rund 3 Millionen US-Dollar pro Tag. Nach zwei Monaten russischer Luftschläge sind die Einnahmen auf 1,5 Millionen US-Dollar pro Tag zusammengebrochen", sagte er.


Dem sekundierte am Mittwoch ein hochrangiger irakischer Schiiten-Politiker. Er habe bereits das US-Militär auf dieses Problem hingewiesen. Die Antwort sei jedoch negativ ausgefallen.

„Ich habe persönlichen Kontakt zu US-Vertretern, die ich darum bat, IS-LKWs mit Öl aus Syrien und dem Irak ins Visier zu nehmen. Mir wurde lediglich gesagt, dass es sich dabei um zivile Ziele handle, deshalb können sie [die USA] diese nicht angreifen“, führte Muwaffak al-Rubaje, der Chef der sogenannten „Rechtsstaat-Koalitions-Partei“ im irakischen Parlament, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Sputnik an.

Ebenfalls am Mittwoch sagte der stellvertretende Verteidigungsminister von Russland, Anatoli Antonow, dass Russland über drei Hauptschmuggelrouten, welche vom IS benutzt würden, in die Türkei Bescheid wisse.

Antonow betonte, die türkische Führung, einschließlich Präsident Recep Tayyip Erdoğan und seine Familie, sei in den illegalen Ölhandel mit Dschihadisten verwickelt.