Lawrow: Kurdenmiliz und US-Spezialkräfte nutzen, um türkisch-syrische Grenze gegen IS zu versiegeln

Lawrow: Kurdenmiliz und US-Spezialkräfte nutzen, um türkisch-syrische Grenze gegen IS zu versiegeln
Mit kurdischen Milizen und US-Spezialeinheiten am Boden gebe es einen realistischen Weg, um den illegalen Öl-Schmuggel von Syrien in die Türkei zu stoppen, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow im Rahmen eines Arbeitsbesuches bei seinem serbischen Amtskollegen Ivica Dacic. Zudem kündigte er an, sich am Rande der OSZE-Konferenz mit seinem türkischen Amtskollegen treffen zu wollen, um den jüngsten Spannungen zwischen beiden Staaten entgegenzuwirken.

Das Versiegeln der Grenze zwischen Türkei und Syrien sei im Moment wichtiger, als herauszufinden, wer das Öl des selbsternannten „Islamischen Staates“ kauft, sagte Lawrow am Mittwoch in Belgrad. Die Gespräche fanden am Vorabend der zweitägigen OSZE-Konferenz statt, welche derzeit in Serbien abgehalten wird.

„Eher als ein lange Ermittlungsprozedur anzuführen, sollte man sich für den Schritt entscheiden, die türkisch-syrische Grenze zu schließen“, sagte Lawrow, der, so RIA Novosti, betonte, dass die Anstrengungen der Türkei nicht ausreichend seien.

„Entlang der Grenzen zwischen der Türkei und Syrien sowie der Türkei und Irak muss man in Einklang mit der Realsituation am Boden vorgehen. Kurdische Milizen, welche mit der US-geführten Koalition verbündet sind, könnten auf der syrischen und irakischen Seite der Grenze eingesetzt werden", zitierte die Nachrichtenagentur TASS den Minister.

Lawrow schloss die Involvierung von US-Spezialeinheiten, die im Irak stationiert sind, nicht aus, betonte aber, dass diese ihre Aktivitäten mit Damaskus koordinieren müssten. „Washington behauptet, sie könnten auch in Syrien eingesetzt werden. Ich bin überzeugt, dass dies nur im Konsens mit der syrischen Regierung erfolgen kann“, betonte Lawrow.

Zur gleichen Zeit erklärte der russische Außenminister, dass Belege für den Ölhandel der Türkei mit dem IS den Vereinten Nationen präsentiert würden:

„Wir haben wiederholt angegeben, dass Öl aus IS-kontrollierten Gebieten ins Ausland transportiert wird, insbesondere in die Türkei. Die Fakten, die diese Behauptungen untermauern, werden formal in der UN präsentiert“, sagte er.

In Bezug auf den Abschuss eines russischen Su-24-Bombers durch einen türkischen Kampfjet über dem türkisch-syrischen Grenzgebiet dementierte Lawrow die Behauptungen der Türkei, wonach Moskau zuvor die Etablierung einer „Hotline“ zwischen den Streitkräften der Türkei und Russlands abgelehnt hätte. Er sagte, ein solcher „heißer Draht“ sei eingeführt worden, jedoch hätte Ankara nie davon Gebrauch gemacht:

„Die Türkei nutzte das nie. Sie nutzte es noch nicht mal bei dem Zwischenfall vom 24. November“

Der russische Außenminister betonte auch, dass die Türkei mit dem Abschuss des russischen Kampfflugzeuges in Syrien versucht hätte, die Gespräche in Wien zu behindern, oder Russlands Operationen in Syrien zu vereiteln. Dies sei gescheitert.

Jedoch sagte Lawrow auch, dass er sich am Rande der OSZE-Konferenz mit seinem türkischen Amtskollegen treffen wolle, um den jüngsten Spannungen zwischen beiden Staaten entgegenzuwirken. Zugleich warnte Lawrow, dass es „schade wäre, wenn es nichts Neues zu hören gebe“. Das russische Sanktionspaket in Reaktion auf den türkischen Bomber-Abschuss bleibe bis auf Weiteres aufrecht.

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