Irakischer Geheimdienst: Türkei macht Erdölgeschäfte mit IS und versorgt dessen Kämpfer medizinisch

Quelle: Islamic State
Quelle: Islamic State
Der „Islamischer Staat“ verdient Millionen von US-Dollar über den Öl-Schwarzmarkt, der vom Irak bis zur Türkei reiche, sagte der irakische Abgeordnete und ehemalige nationale Sicherheitsberater, Muwaffak al-Rubaje, im Interview mit RT. Zudem würden laut Informationen des irakischen Geheimdienstes IS-Kämpfer in türkischen Krankenhäusern verarztet.

„In den vergangenen acht Monaten hat der IS es geschafft, […] Erdöl im Wert von 800 Millionen US-Dollar auf dem Schwarzmarkt in der Türkei abzusetzen. Das ist irakisches und syrisches Öl, welches in LKWs über die türkische Grenze […] für mindestens die Hälfte des international gehandelten Preises verkauft wird“, informierte al-Rubaje im Interview mit RT. 

Auf die Frage, was anschließend mit dem Öl geschehe, erklärte al-Rubaje: „Nun, das wird entweder in der Türkei konsumiert. Das Rohöl wird auf türkischem Territorium von Raffinerien weiterverarbeitet und auf dem türkischen Markt verkauft. Oder es geht über den [türkischen Erdöl- und Erdgashafen] Ceyhan im Mittelmeer an den internationalen Markt.“

Laut dem irakischen Politiker von der Nuri-al-Maliki-Partei „Islamische Dawa“, welche Medienberichten zufolge vom Iran finanziert werde, verhalte es sich wie folgt:

„US-Dollar, generiert aus dem Verkauf von irakischem und syrischem Erdöl auf dem türkischen Schwarzmarkt, sind wie eine Sauerstoffversorgung für den IS und dessen Operationen. Wenn der Sauerstoff erst abgeschnitten ist, wird der IS ersticken. Die Geschäftsleute kaufen Öl auf dem Schwarzmarkt vor den Augen des türkischen Geheimdienstes.“

Unter Berufung auf irakische Geheimdienste behauptete al-Rubaje auch, dass Kämpfer der IS in türkischen Krankenhäusern medizinische Behandlung erhalten würden – „auch in Istanbul“.

Tornado-Kampfjet der Bundeswehr. Quelle: U.S. Air Force, gemeinfrei

„Es gibt keine Terrororganisation, die alleine, ohne Genehmigung eines benachbarten Landes, bestehen kann – in diesem Fall die Türkei“, gab al-Rubaje an.

Unterdessen baut die Türkei seit Monaten an einer Sicherheitsmauer entlang der mehr als 900 Kilometer langen Grenze zu Syrien. Diese soll unter anderem den illegalen Erdöl-Schmuggel und das Ein- oder Ausreisen von Dschihadisten künftig unterbinden. Türkischen Medien zufolge solle die Mauer in Kürze fertiggestellt sein.

Zudem wollen türkische Sicherheitskräfte seit Juli dieses Jahres mehr als 3.000 potenzielle Dschihadisten festgenommen haben, welche nach Syrien überreisen wollten.

Russland betrachtet die Unterbindung der Ölschmuggel-Aktivitäten des IS als eine seiner wichtigsten Prioritäten. Diese helfe, die Finanzbasis der Terrorgruppe ins Wanken zu bringen.

Der russische Präsident Wladimir Putin bemerkte jüngst, es wäre „schwer zu glauben, aber theoretisch möglich“, dass die türkische Regierung nichts vom illegalen Ölschmuggel wisse. Nichtsdestotrotz seien die IS-Aktivitäten zu wichtig und offensichtlich, als dass man sie ignorieren könne.

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