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Iran dementiert Berichte über Waffenlieferungen an Armenien

Iran dementiert Berichte über Waffenlieferungen an Armenien
Russlands Außenminister Sergei Lawrow trifft seinen iranischen Amtskollegen Mohammed Dschawad Sarif in Moskau am 24. September.
Berichten zufolge sollen Russland und Iran den Staat Armenien angesichts des Bergkarabach-Konflikts mit Waffen beliefert haben. Der Wahrheitsgehalt dieser Berichte ist allerdings fraglich.

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Said Chatibsadeh, wies Medienberichte zurück, wonach Waffen und militärische Ausrüstung aus Iran nach Armenien transportiert werden. "Die Islamische Republik Iran überwacht und kontrolliert sorgfältig den Transport von Rohstoffen in andere Länder über ihren Boden und gestattet es nicht, den Boden unseres Landes für den Transfer von Waffen und Munition zu nutzen", ließ er verlauten. Aus dem Außenministerium der Islamischen Republik heißt es, man verfolge die Kampfhandlungen "mit großer Sorge" und rufe "beide Seiten dazu auf, Zurückhaltung zu üben, den Konflikt umgehend zu beenden und die Verhandlungen wieder aufzunehmen".

Der iranische Präsident Hassan Rohani forderte Armenien und die Republik Aserbaidschan am Mittwoch auf, die bewaffneten Zusammenstöße in Bergkarabach einzustellen. In einem Telefonat mit dem armenischen Ministerpräsidenten Nikol Paschinjan betonte Rohani, dass Kämpfe definitiv nicht die Lösung für die Probleme und Streitigkeiten zwischen Jerewan und Baku seien.

Den Berichten zufolge sollen Russland und Iran den Staat Armenien angesichts des Bergkarabach-Konflikts mit Waffen beliefert haben. Der Wahrheitsgehalt dieser Berichte ist allerdings fraglich. Bereits Anfang September beschuldigte Aserbaidschan Iran, russische Waffen nach Armenien transferiert zu haben. Die iranische Botschaft in Baku wies diesen Vorwurf seinerzeit jedoch zurück. Laut Baku mussten bereits zuvor russische Militärfrachtflugzeuge auf dem Weg nach Armenien einen Umweg machen, nachdem Georgien ihnen zwischen dem 17. Juli und dem 6. August die Erlaubnis zur Nutzung seines Luftraums verweigert hatte. Die Il-76-Flugzeuge samt schwerer Fracht hätten eine viel längere Strecke zurücklegen müssen, die sich von den Städten Rostow und Mineralnyje Wody in Russland bis zu den Städten Aqtau in Kasachstan, Türkmenbaşy in Turkmenistan und Nouschahr in Iran erstreckt habe.

Premierminister Nikol Paschinjan: Armenien erwägt Anerkennung der Unabhängigkeit der Region Bergkarabach. (Archivbild)

Inmitten des wieder aufgeflammten Kriegs zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Region Bergkarabach hat die iranische Luftverteidigung am Dienstag in der Nähe der Stadt Malekan in der Provinz Ost-Aserbaidschan in Iran eine Drohne abgeschossen. "Die iranische Verteidigung hat die feindliche Drohne abgeschossen, während sie in den Luftraum des Landes im Nordwesten des Landes in der Provinz Ost-Aserbaidschan eingedrungen ist", hieß es im iranischen Staatsfernsehen. Die Quellen gaben die Identität der abgeschossenen Drohne nicht an. Iran hat bereits vor einer Eskalation der Konflikte im Südkaukasus an seiner Grenze gewarnt.

Der jüngste Konflikt im Südkaukasus hat die regionale Macht Iran, die eine Landgrenze mit den beiden Kriegsparteien Armenien und Aserbaidschan teilt, in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew bezeichnete die Militäroffensive seines Landes als eine Kampagne, die die "Besetzung Bergkarabachs" beenden werde, die nun fast 30 Jahre andauere. Obwohl Iran sowohl mit Armenien als auch mit Aserbaidschan gute nachbarschaftliche Beziehungen unterhält, wurde ihm vonseiten Aserbaidschans in der Vergangenheit mehrfach vorgeworfen, sich auf die Seite Armeniens zu stellen, wenn es um Sicherheitsfragen geht. Angesichts der NATO-freundlichen Haltung Aserbaidschans und seiner guten Beziehungen zu Israel, das Baku mit Drohnen und Militärwaffen ausgestattet hat, steht Iran dem außenpolitischen Kurs seines Nachbarn im Südkaukasus seit Jahren kritisch gegenüber. Insbesondere Aserbaidschan weigerte sich bislang im Gegensatz zu Armenien, der russisch dominierten Eurasischen Wirtschaftsunion (EEU) beizutreten. Die EEU und Iran planten bereits im Jahr 2018 die Weichen für eine gemeinsame Freihandelszone zu stellen.

Türkei verspricht Aserbaidschan Unterstützung

Angesichts seiner beträchtlichen türkischsprachigen Bevölkerungsgruppe der Aseri, die ungefähr ein Viertel der Bevölkerung des Vielvölkerstaates Iran umfasst, achtet das Land darauf, seine Beziehungen zum benachbarten Aserbaidschan nicht zu gefährden. Ultranationalisten in Aserbaidschan bezeichnen die Asari-Provinzen in Iran als "Südaserbaidschan", die mit den nordischen Gebieten – also dem Staat Aserbaidschan – vereint werden sollen. Ab 1813 musste Persien als Folge der Russisch-Persischen Grenzkriege im Kaukasus die ehemaligen persischen Provinzen Arrān und Schirwan an die siegreichen Russen abtreten. Nachdem auch osmanische Gebiete in der Region an die Russen gefallen waren, kam es zu massiven Ansiedlungen von osmanischen und persischen Armeniern in russisch besetzte Gebiete sowie zur Emigration turksprachiger Aserbaidschaner aus Russisch-Kaukasien ins Osmanische Reich (meist Sunniten) und nach Persien (meist Schiiten). 

Sowohl Russland als auch Iran zeigen sich besorgt, dass Aserbaidschan in Zukunft ein NATO-Außenposten im Kaspischen Meer werden kann, vor allem, wenn es seinen Nachbarn Armenien im aktuellen Krieg besiegen und Bergkarabach besetzen könnte. Mit dem möglichen Sieg hätte Aserbaidschan eine längere Grenze zu Iran und mehr geopolitische Reichweite, um damit eine eurasische Partnerschaft zwischen Iran und Russland herauszufordern. Iran sucht dennoch keine Konfrontation mit Aserbaidschan und pflegt politische sowie kulturelle Beziehungen mit dem Land, dessen Bevölkerung – wie auch in Iran – mehrheitlich aus Schiiten besteht. 

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