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Vertreter von Hamas und Fatah treffen sich zu Versöhnungsgesprächen in Ankara

Vertreter von Hamas und Fatah treffen sich zu Versöhnungsgesprächen in Ankara
Hamas- und Fatah-Pressekonferenz zur geplanten Annexion von Teilen des Westjordanlands durch Israel am 2. Juli 2020
Die beiden Palästinenserorganisationen Hamas und Fatah haben ihre Bemühungen um eine Versöhnung fortgesetzt. Vertreter beider Gruppen trafen sich am Dienstag in Ankara. Ziel der Gespräche war, die mehr als 13 Jahre Spaltung zu überwinden.

Die beiden rivalisierenden Palästinenserorganisationen Hamas und Fatah haben ihre Bemühungen um eine Versöhnung fortgesetzt. Vertreter beider Gruppen trafen sich am Dienstag in Ankara. Ziel der Gespräche sei es gewesen, die mehr als 13 Jahre andauernde Spaltung zu beenden, erklärte Khalil al-Hayya, ein hochrangiger Hamas-Vertreter. Anfang Juli hatten Vertreter beider Organisationen zum gemeinsamen Kampf gegen mögliche Annexionen Israels im Westjordanland aufgerufen. Im Zuge des sogenannten Friedensabkommens zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) nähern sich auch die sunnitischen und schiitischen Widerstandsbewegungen in einer gemeinsamen Strategie gegen Israel einander an. Vor Kurzem beschworen die Führer von Hamas und Hisbollah bei einem Treffen im Libanon die iranische "Achse des Widerstands".

Der Leiter des Rates für internationale Beziehungen in Gaza, Basem Naim, erklärte, dass der Dialog die Versöhnung, die Abhaltung von Wahlen und die Ablehnung aller Projekte, die "eine Liquidierung der palästinensischen Sache" planten, umfasst habe.

Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas hatte Anfang September eine Onlinekonferenz geleitet, an der Vertreter 14 palästinensischer Organisationen teilnahmen, darunter Fatah und Hamas. Diese verständigten sich seinerzeit darauf, mehr Einigkeit anzustreben, um aktuellen politischen Herausforderungen zu begegnen. Abbas bat nun seinen türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdoğan, die innerpalästinensischen Versöhnungsbemühungen und die Pläne für eine Wahl zu unterstützen, heißt es auf Middle East Monitor. In einem Telefonat bat Abbas die Türkei um Hilfe bei der Abhaltung von Wahlen zur friedlichen Machtübertragung durch die Entsendung von Wahlbeobachtern.

Mittlerweile übernahm Ankara die Rolle als Vermittler in der Palästina-Frage. Die Türkei war am Dienstag Gastgeber des Treffens hoher Fatah- und Hamas-Vertreter. Für die Hamas-Fatah-Versöhnung fühlte sich früher vor allem Ägypten zuständig. Der Gasstreit im Mittelmeer ließ Kairo aber noch näher an Israel heranrücken. Vor allem weigerte sich die Arabische Liga kürzlich, einen Resolutionsentwurf der Palästinenserbehörde zu verabschieden, dem zufolge das Normalisierungsabkommen zwischen den VAE und Israel hätte verurteilt werden sollen. Nun wenden sich die Palästinenser im Rahmen der neuen Machtverschiebung im Nahen Osten von den arabischen Ländern ab und nähern sich der Türkei und dem Iran an. 

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