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Erneut Hunderte Menschen bei Protesten in Beirut: Polizei setzt Tränengas ein

Erneut Hunderte Menschen bei Protesten in Beirut: Polizei setzt Tränengas ein
Ein Demonstrant bei Protesten am 9. August nach der Explosion im Hafen von Beirut
In ihrer Wut über die womöglich vermeidbare Explosion in Beirut sind am Sonntag erneut Hunderte Menschen auf die Straßen gegangen. Einige versammelten sich in Nähe des Parlamentsgebäudes und warfen Steine gegen Zäune und Barrieren. Die Polizei setzte Tränengas ein.

Viele Libanesen haben das Vertrauen in die Regierung nach der Explosion, die möglicherweise durch grobe Fahrlässigkeit verursacht wurde, verloren. Tausende Menschen hatten bereits am Samstag friedlich demonstriert, ehe die Proteste dann teilweise in Gewalt umschlugen. Und die Wut ist groß: Offenbar lagerten über Jahre hinweg große Mengen der hochexplosiven Chemikalie Ammoniumnitrat ohne Sicherheitsvorkehrungen im Beiruter Hafen. Diese soll die gewaltige Explosion verursacht haben. 

Videos aus Beirut zeigen, wie die Demonstranten am Sonntag versuchten, Absperrungen zum Parlament zu durchbrechen. Andere versuchten lokalen Medienberichten zufolge in das Außen-, das Wirtschafts- und das Energieministerium einzudringen.

Manche Demonstranten – einige von ihnen mit Helmen und Masken ausgestattet – nutzten Tennisschläger, um die Tränengaskanister der Polizei abzuwehren. Durch das Stadtzentrum zogen Tränengasschwaden.

Randalierer warfen Steine und Feuerwerkskörper und versuchten, Gebäude in Brand zu setzen. 

Gegen Abend begann die libanesische Armee, die Demonstranten vom Parlamentsplatz in Beirut zu vertreiben. 

Auch Mitarbeiter von RT und Ruptly gerieten unter Beschuss der Polizei. Dieses Video zeigt den RT-Korrespondenten Igor Schdanow wenige Momente, bevor er mit Tränengas beschossen wurde.

Eine Demonstrantin sagte: 

Nachdem eine ganze Stadt dahingerafft wurde, haben wir vor nichts mehr Angst. Unsere eigene Regierung hat uns getötet, hat uns sterben lassen, hat uns unter Trümmern begraben.

"Das hat meine Regierung getan", ist auf eine Mauer gesprüht. Dahinter liegt der in großen Teilen zerstörte Hafen der libanesischen Hauptstadt.

Am 3. August reichte Außenminister Nassif Hitti seinen Rücktritt ein. Zum Nachfolger wurde Scharbil Wihbi bestimmt, der bisherige diplomatische Berater von Präsident Michel Aoun. Auch Informationsministerin Manal Abdel Samad und Umweltminister Damianos Kattar legten mittlerweile ihre Ämter nieder.

In den vergangenen Tagen waren internationale Rettungsteams in der Hauptstadt des Libanon eingetroffen, um nach Verschütteten zu suchen. Am Hafen, wo es zu der Detonation kam, gelten noch 45 Menschen als vermisst. Die Hoffnung, noch Überlebende zu finden, schwindet.

 

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