icon bookmark-bicon bookmarkicon cameraicon checkicon chevron downicon chevron lefticon chevron righticon chevron upicon closeicon v-compressicon downloadicon editicon v-expandicon fbicon fileicon filtericon flag ruicon full chevron downicon full chevron lefticon full chevron righticon full chevron upicon gpicon insicon mailicon moveicon-musicicon mutedicon nomutedicon okicon v-pauseicon v-playicon searchicon shareicon sign inicon sign upicon stepbackicon stepforicon swipe downicon tagicon tagsicon tgicon trashicon twicon vkicon yt

Kurz vor Ende des Ramadan: Khashoggi-Söhne vergeben mutmaßlichen Tätern Ermordung ihres Vaters

Kurz vor Ende des Ramadan: Khashoggi-Söhne vergeben mutmaßlichen Tätern Ermordung ihres Vaters
Archivbild vom 16.11.2018: Kashoggis ältester Sohn Salah
Der Mord an dem saudischen Journalisten Jamal Khashoggi löste weltweit Entsetzen aus. Er war Ende 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul brutal ermordet worden. Sein ältester Sohn meldet sich nun auf Twitter: Die Familie habe den Tätern vergeben.

Kashoggis ältester Sohn Salah schrieb am Freitag auf Twitter:

Wir, die Söhne des Märtyrers Jamal Khashoggi, erklären, dass wir denjenigen verzeihen, die unseren Vater getötet haben.

Salah Khashoggi zitierte eine Stelle aus dem Koran, wonach diejenigen auf Gottes Lohn hoffen dürften, die vergäben und für Ausgleich sorgten. Die Erklärung kommt kurz vor dem Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan an diesem Wochenende. Traditionell werden zu diesem Anlass in vielen muslimischen Ländern Amnestien verkündet. 

Dieser Schritt kann bedeuten, dass die Täter der Todesstrafe entgehen. Nach saudischem Recht haben Familien von Mordopfern die Möglichkeit, den Tätern Gnade zu gewähren – häufig gegen eine Geldzahlung. Ob die Familie des Journalisten eine Entschädigung bekommen hat, ist unklar.

Salah Khashoggi, der in Saudi-Arabien lebt, hatte sich bereits früher im Namen der Familie zu dem Mord geäußert. Nach der Tat kondolierten ihm König Salman und der Kronprinz bei einem Besuch im Palast. Im vergangenen Herbst warf Salah Khashoggi dann Gegnern Saudi-Arabiens vor, den Tod seines Vaters für ihre Zwecke missbrauchen zu wollen.

Khashoggis türkische Verlobte Hatice Cengiz und Menschenrechtler reagierten auf den Schritt allerdings mit scharfer Kritik, weil sie befürchten, dass die wahren Schuldigen straffrei ausgehen. Hatice Cengiz schrieb am Freitag auf Twitter, dieser abscheuliche Mord habe keine Verjährungsfrist. Niemand besitze das Recht, Khashoggis Mördern zu vergeben. Der Chef der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch, Kenneth Roth, twitterte, man könne sich ausmalen, welche "Kombination aus Bestechungen und Drohungen" die Söhne dazu gebracht habe, den brutalen Mördern ihres Vaters zu vergeben.

Khashoggi war am 2. Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul von einem Spezialkommando aus Riad getötet worden. Die saudische Regierung räumte den Mord auf internationalen Druck hin ein. Kronprinz Mohammed bin Salman bestritt aber, die Tötung selbst angeordnet zu haben. Ein saudisches Strafgericht hatte im Dezember fünf Männer zum Tode verurteilt, drei Angeklagte erhielten 24 Jahre Haft

Mehr zum ThemaSaudi-Arabien schafft im Jahr 2020 Auspeitschen und die Exekution Minderjähriger ab

Folge uns aufRT
RT

Diese Webseite verwendet Cookies. Klicken Sie hier, um mehr zu erfahren

Cookies zulassen