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Boomerang COVID-19: Massive Iran-Sanktionen treffen US-Truppen im Nahen Osten

Boomerang COVID-19: Massive Iran-Sanktionen treffen US-Truppen im Nahen Osten
US-Außenminister Mike Pompeo zeigt sich in Sachen US-Sanktionen gegen den Iran unerbittlich. Durch das eigene Vorgehen werden jedoch zusehends auch die eigenen Soldaten im Nahen Osten gefährdet.
Mit immer neuen Sanktionen überzieht die US-Regierung unter anderem den Iran. Jetzt verweisen durchgesickerte US-Geheimdienstdokumente darauf, dass man dadurch die eigenen Truppen der Gefahr einer Corona-Infektion aussetze. Schließlich wimmelt es vor Ort von US-Basen.

Nach wie vor sind die Beziehungen zwischen Washington und Teheran äußerst angespannt. Zuletzt sorgte ein Zwischenfall im Persischen Golf für den vorerst letzten verbalen Schlagabtausch zwischen beiden Parteien.

Wir raten den US-Amerikanern, sich an die internationalen Vorschriften und Seefahrtprotokolle im Persischen Golf und im Golf von Oman zu halten und von jeglichem Abenteurertum sowie von falschen und gefälschten Geschichten Abstand zu nehmen", hieß es in einer Erklärung des iranischen Korps der Revolutionsgarde.

(Archivbild)

Zuvor hatte die US-Marine behauptet, dass sich iranische Boote US-Kriegsschiffen im Persischen Golf in "gefährlicher und provokativer" Weise genähert hätten.

Ungeachtet davon leidet der Iran wie weltweit kaum ein anderes Land unter der Corona-Pandemie.

Auch wenn jüngst namhafte Experten, internationale Organisationen und selbst EU-Granden für eine Aufhebung oder zumindest Lockerung der Sanktionen plädierten, vertreten die USA offiziell eine andere Position: Demnach sei der Handel mit medizinischen Produkten für den Kampf gegen COVID-19 im Iran schließlich von den eigenen Sanktionen ausgenommen.

Derweil verfügen die eigenen US-Nachrichtendienste offensichtlich über andere Erkenntnisse. Das US-Sanktionsregime gegen den Iran habe sowohl dessen Wirtschaft "stark gelähmt" als auch die Fähigkeit Teherans untergraben, effektiv auf die Corona-Pandemie zu reagieren. So weit, so bekannt. Immerhin ist die damit verbundene Zunahme des Drucks auf die iranische Regierung von innen offizielles Ziel der US-Kampagne des "maximalen Drucks".

Parallel dazu bot Washington dem Iran im Kampf gegen COVID-19 in den vergangenen Wochen ein ums andere Mal seine "Hilfe" an – was Teheran jedes Mal als zynische Offerte empört ablehnte.

Zuletzt hatte sich US-Außenminister Mike Pompeo nach außen diplomatischer in Bezug auf eine mögliche Lockerung der Sanktionen gegen den Iran gezeigt. Konkret wurde es jedoch nicht, und es deutet auch nichts darauf hin, dass Pompeo von dem zwölf Punkte umfassenden Forderungskatalog an die Adresse Teherans abgelassen habe.

Die zwölf Forderungen, die der Minister [Pompeo, Anm. d. Red.] gestellt hat, scheinen sicherstellen zu wollen, dass es nie zu einer Einigung kommt", erklärte demnach Jake Sullivan, der unter der Obama-Regierung als Direktor des US-Außenministeriums für politische Planung auch mit dem Iran verhandelte.

Nach der unilateralen Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch die USA hatte Pompeo die "härtesten Sanktionen der Geschichte" gegen die Islamische Republik angekündigt, sollte der Iran sich nicht wieder wie ein "normales Land" verhalten. Gekoppelt war die Drohung an zwölf Forderungen, die Teheran als inakzeptabel zurückwies.

Das nun bekannt gewordene Geheimdienstschreiben wurde demzufolge von der 461. Operations Support Squadron der US-Luftwaffe erstellt, das mit dem Vermerk "For Official Use Only" (Nur für den Dienstgebrauch) versehen ist. Das Dokument wurde Journalisten der US-Nachrichtenseite The Nation von Pentagon-Beamten unter der Bedingung der Anonymität zur Verfügung gestellt.

Das durchgesickerte US-Geheimdienstdokument verweist demnach nicht nur auf den Umstand, dass die US-Sanktionen "dem Iran finanzielle Mittel entzogen haben, um eine wirksame Reaktion des öffentlichen Gesundheitswesens auf die Pandemie einzuleiten", sondern dass der Iran aufgrund dieser "nicht in der Lage" sei, "Beatmungsgeräte aus dem Ausland zu bestellen, die für die Behandlung von entscheidender Bedeutung sind".

Damit jedoch nicht genug, denn durch die unilateralen Sanktionen gefährde Washington zudem die eigenen Truppen, die zu Tausenden auf zahlreichen US-Militärbasen in der Region verteilt sind.

Eine Tatsache, die sich nun als unerwarteter Boomerang für das Pentagon und vor allem seine militärischen Angehörigen vor Ort erweisen könnte, denn die Islamische Republik Iran ist keineswegs das einzige gefährdete Land der Region.

So beherbergt Katar die größte US-Militärbasis in der gesamten Region, was auch ein Grund dafür sein dürfte, dass das Emirat den Luxus genießt, nicht unter US-Sanktionen zu stehen. Doch auch das Emirat am Persischen Golf bleibt nicht von COVID-19 verschont.

Ein Mann und eine Frau gehen mit Gesichtsmasken durch die Straßen von Damaskus. Zur Eindämmung der Corona-Pandemie wurden auch in Syriens Hauptstadt Ausgehsperren verhängt. (24. März 2020)

In dem auf den 3. April datierten Geheimdokument heißt es demzufolge, dass das kleine Emirat Katar "mit über 800 bestätigten Fällen die höchste [relative, Anm. d. Red.] Anzahl von COVID-19-Fällen" aufweise, auch wenn aus dem Dokument nicht hervorgeht, ob diese Zahl das US-Militärpersonal einschließt. Wie dem auch sei, heute dürfte die Zahl der mit dem Coronavirus in Verbindung stehenden Infektionen weit höher liegen. Bislang hüllt sich das Pentagon in Schweigen und lieferte keinerlei Auskünfte über die Zahl der US-Militärangehörigen, die in Katar positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

Zumindest laut US-Geheimdienst "gehen die meisten (Corona-)Fälle in Katar auf den Iran zurück", was die Auswirkungen der Corona-Pandemie vor Ort immens verschlechtere.

Aus dem durchgesickerten Geheimdienstbericht geht nicht nur hervor, dass die US-Sanktionen "dem Iran die finanziellen Mittel entzogen haben, um eine wirksame Reaktion im Bereich der öffentlichen Gesundheit zu zeigen". Demnach "weigere" sich US-Präsident Donald Trump, "den Würgegriff zu lockern".

Und es gibt weitere Stimmen, die betonen, dass sich die Vereinigten Staaten mit ihrem "Würgegriff" selbst zu verletzten drohen. So etwa der pensionierte CIA-Beamte Norman Roule, der bis 2017 als National Intelligence Manager für Washington im Iran tätig war.

Die internationale Gemeinschaft sollte alles tun, was sie kann, um dem iranischen Volk den Zugang zu medizinischer Versorgung und Ausrüstung zu ermöglichen, nicht nur, weil es das Richtige ist, das Menschliche zu tun, sondern auch, weil die Iraner, wenn sie durch die Region reisen, das Virus weiter verbreiten werden," lautet Roules Forderung.

Der dabei nicht als Sympathisant der iranischen Regierung 34-jährige bekannte CIA-Veteran Roule betonte des Weiteren, dass "der Iran die Pflicht hat, offen über die Art der Auswirkungen des Virus innerhalb seiner Grenzen zu sein".

Die Gefahr sieht der ehemalige US-Geheimdienstmann in den regionalen Aktivitäten des Iran, die nach Ansicht Washingtons bekanntlich die nationale Sicherheit der USA gefährden. Laut US-Außenminister Mike Pompeo handelt es sich bei der iranischen Regierung um niemand Geringeren als den "weltweit führenden staatlichen Sponsor des Terrorismus".

Iranische Militärangehörige befinden sich im Jemen, im Irak, in Syrien und in Teilen Afghanistans, und der Iran hat auch eine Geschichte der Ausbildung ausländischer Kämpfer", gab Roule zu Protokoll.

Die entsprechenden Teile der iranischen Bevölkerung "könnten Viren in der gesamten Region und von dort aus in die internationale Gemeinschaft verbreiten", resümiert der CIA-Veteran.

Der Geheimdienstbericht kommt zum gleichen Ergebnis.

Es schafft potentiell negative Auswirkungen auf die vorgeschobenen Operationsstandorte der USA aufgrund des zivilen Personals, das im gesamten CENTCOM eingesetzt wird. Aufgrund der unvermeidlichen sozialen Interaktion bei der Aufrechterhaltung von Operationen betrifft dies letztlich auch das militärische Personal", heißt es im Schreiben.

Aktuellen Berichten zufolge sind mehr als 75.000 Iraner mit dem Coronavirus infiziert. Jeden Tag kommen etwa 1.400 hinzu. Nach offiziellen Angaben der iranischen Regierung haben bisher 5.200 Iraner im Zusammenhang mit COVID-19 ihr Leben verloren.

Mehr zum Thema - Chef der iranischen Revolutionsgarde: Werden US-Schiffe zerstören, wenn sie uns bedrohen

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