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Corona-Virus: Sprunghafter Anstieg der Neuinfektionen in Hubei

Corona-Virus: Sprunghafter Anstieg der Neuinfektionen in Hubei
Innerhalb eines Tages hat sich die Zahl der Neuinfektionen in der Provinz Hubei fast verzehnfacht. Grund ist allerdings eine neue Zählmethode. Aber auch die Zahl der Todesfälle steigt sprunghaft an. Was bedeuten die neuen Zahlen für die Einschätzung der Lage?

Die Zahlen muten wie ein Fehler an. Von einem Tag auf den anderen stieg die Zahl der Neuinfektionen von 1.638 auf 14.840. Dieser scheinbare dramatische Anstieg ist allerdings auf eine veränderte Zählweise zurückzuführen. Die Gesundheitsbehörden der Provinz Hubei, die als Ursprungherd der Epidemie gilt, zählen jetzt auch sämtliche Fälle dazu, die durch Ärzte festgestellt und gemeldet wurden. Bisher kamen nur jene Infektionen in die Statistik, die durch genauere Laboruntersuchungen bestätigt worden waren. 

Auch die Zahl der Todesfälle stieg damit an. Lag sie am 11. Februar noch bei 94 Toten in der Provinz Hubei, so waren es am 12. Februar plötzlich bereits 242. Damit wurden seit Ausbruch des Virus in China 59.804 Infektionsfälle registriert, darunter 1.367 Todesfälle. Bislang gelten jedoch auch 5.911 Menschen als mittlerweile geheilt.

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Die gegenwärtige Situation könnte durch das Ende der Urlaubsperiode verschärft werden. Am Montag sollten Arbeiter aus der vorsorglich verlängerten Feiertagspause endlich die Produktion in den Fabriken wieder anfahren. Der Chef des Smartphone-Herstellers Xiaomi, Lei Jun, rief die chinesische Branche dazu auf, sobald wie möglich die Arbeit wieder aufzunehmen. In großen Teilen Chinas hatten Fabriken und Zulieferer, darunter auch jene im Mobiltelefon-Sektor, als ein Teil der Maßnahmen zur Eindämmung des Virus ihre Produktion unterbrochen. Branchenexperten rechnen damit, dass die Smartphone-Auslieferungen vom Festland-China im ersten Quartal gemessen am Jahresdurchschnitt um etwa 40 Prozent einbrechen dürften.

Gesundheitsexperten befürchten zudem, dass die Zahlen nicht die wahren Verhältnisse widerspiegeln. Bei den US-amerikanischen CDC (Centers for Disease Control and Prevention, zu Deutsch: Zentren für Seuchenkontrolle und -prävention) vermutet die stellvertretende Direktorin Anne Schuchat, dass die Zahl der Infektionen weit höher liegt als angegeben. Nach einer Studie von Wissenschaftlern aus den USA, China und auch Hongkong, die sich auf Daten der SARS- und MERS-Ausbreitung stützten, soll es besonders in der ersten Januarhälfte zu einer zehnfach höheren Dunkelziffer von Infektionen, also ausbleibender Meldungen, gekommen sein. Inzwischen habe sich die Melderate jedoch deutlich erhöht. 

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Nicht verifizierte Videos im Internet zeigen Versuche der zuständigen Verwaltungen, die Ausbreitung des Virus zu stoppen. Man sieht etwa, wie Menschen von Polizisten abgeführt werden, weil sie keine Atemschutzmaske tragen. Eingänge zu Wohnhäusern, in denen es zu Viruserkrankungen gekommen war, werden unter Protesten verschweißt. Wagen versprühen biozide Stoffe in den Straßen von Wuhan, wohl um so eine mögliche Ausbreitung des Virus durch Ratten oder andere Tiere zu verhindern.

Politische Konsequenzen

Der Vorsitzende der Kommunistischen Partei in der chinesischen Provinz Hubei wurde seines Amtes enthoben. Das berichtet die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Schanghais Bürgermeisterin Ying Yong ersetzt Jiang Chaoliang, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf das Zentralkomitee der Partei. Wang Zhonglin wurde als Nachfolger von Ma Guoqiang zum Sekretär des Kommunalausschusses der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) in Wuhan und zum Mitglied des Ständigen Ausschusses des Provinzausschusses von Hubei ernannt. Die Absetzung von Jiang Chaoliang und Ma Guoqiang folgte auf die Entlassung von zwei Gesundheitsbeamten der Provinz bereits am Dienstag und ist somit Teil umfassender Bemühungen in Peking, solche Beamten zu entfernen, denen Versagen im Amt vorgeworfen wird. Damit reagiert die Parteiführung auf die Kritik über die verzögerte Reaktion der Provinzregierung nach dem Ausbruch des Virus. Zuvor war die Krise wochenlang unter den Teppich gekehrt worden, anstatt die nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Verbreitung des Virus gleich zu Beginn wirksam einzudämmen. 

Inzwischen laufen Hilfsmaßnahmen für die betroffene Region auf Hochtouren. Aus allen Landesteilen schickt die chinesische Regierung medizinisches Personal und Material nach Hubei.

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