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Indien: Kaschmir wird aufgeteilt und selbsternannte Vertreter Manipurs erklären Unabhängigkeit

Indien: Kaschmir wird aufgeteilt und selbsternannte Vertreter Manipurs erklären Unabhängigkeit
Paramilitärische Soldaten in Srinagar nach Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Regierungstruppen, 29. Oktober 2019, Srinagar, Dschammu und Kaschmir, Indien.
Ungeachtet scharfer Drohungen Pakistans wird die indische Regierung am Donnerstag Dschammu und Kaschmir aufteilen, um die Krisenregion im Himalaja besser kontrollieren zu können. Derweil erklärten selbsternannte Vertreter des Bundesstaates Manipur die Unabhängigkeit im Exil.

Indien wird den umkämpften Staat Dschammu und Kaschmir am Donnerstag formell in zwei Bundesgebiete aufteilen, um seinen Einfluss auf die unruhige Region zu verstärken.
Im August hatte die Regierung von Premierminister Narendra Modi Kaschmir die Autonomie entzogen und kündigte die Aufteilung des Staates in zwei Gebiete an, die direkt von Neu-Delhi aus regiert werden sollen – auf der einen Seite Dschammu und Kaschmir und auf der anderen Seite die abgelegene buddhistische Enklave Ladakh.

Neu-Delhi sendete zudem Tausende von weiteren Truppen in das Kaschmir-Tal, wo seit Jahrzehnten Separatisten gegen die indische Herrschaft kämpfen. Bereits im August erließ die Regierung strenge Reise- und Ausgangssperren und kappte die Telefon- und Internetkommunikation, die später gelockert wurde, aber bis jetzt einschränkt bleibt.

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Warnung aus Pakistan

Auch Pakistan und China kontrollieren Teile der überwiegend von Muslimen bevölkerten Region. Am Montag warnte der pakistanische Minister für Kaschmir-Angelegenheiten, Ali Amin Gandapur, dass jene Länder, die sich hinsichtlich der umstrittenen Kaschmir-Region auf die Seite Indiens stellen, zum Ziel pakistanischer Raketen werden könnten, und das Land sich nicht scheue, für die Region in den Krieg zu ziehen.

Wenn die Spannungen mit Indien in der Frage von Kaschmir eskalieren, wird Pakistan in einen Krieg gezwungen.

Er bedaure, dass die Welt nichts getan habe, um das Problem zu lösen und drohte jenen, die sich auf die indische Seite stellen.

Wenn eine Rakete [von Pakistan] auf Indien abgefeuert würde, würde die andere an ihren Unterstützer gehen. Sie müssen sich darauf vorbereiten", warnte er laut der pakistanischen Nachrichtenseite The News International.

Am Dienstag waren 30 Abgeordnete des Europäischen Parlaments auf Einladung des indischen Thinktanks "International Institute for Non-Aligned Studies" (IINS) in die unruhige Himalaja-Region gereist. Die EU-Vertretung in Indien betonte, dass die Parlamentarier, unter denen auch die AfD-Vertreter Lars Patrick Berg, Nicolaus Fest und Bernhard Zimniok sowie Europaabgeordnete waren, nicht offiziell entsendet wurden, sondern dort privat unterwegs waren. Das Treffen wurde dennoch in indischen Medien vor entsprechenden EU-Fahnen übertragen. Es fand zwei Tage vor dem angekündigten Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel statt.

Am Dienstag vergangener Woche hatte Pakistan ausländische Diplomaten an die Kontrolllinie gebracht, die Kaschmir trennt, nachdem es dort kurz zuvor am 20. Oktober zehn Tote gegeben hatte. Indien und Pakistan gaben sich gegenseitig die Schuld für die Todesfälle durch Granaten. Die mit Atomwaffen hochgerüsteten Nachbarn Indien und Pakistan haben seit 1947 drei Kriege um das umstrittene Gebiet geführt.

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Manipur will als Staat anerkannt werden – so einige Vertreter

Derweil sagten sich selbsternannte Vertreter von Manipur nach Jahren separatistischer Bestrebungen von Indien los und verkündeten dessen Unabhängigkeit.

Der ehemals fürstliche Staat war 1949 nach der Unabhängigkeit Neu-Delhis von Großbritannien ein Teil Indiens geworden, doch führt das Volk laut Al Jazeera einen jahrzehntelangen gewalttätigen separatistischen Feldzug.

Im Exil in London erklärten König Leishemba Sanajaoba, der Ministerpräsident des neu gegründeten Staatsrates Jamben Biren und der Minister für Auswärtige Angelegenheiten und Verteidigung Narengbam Samarjit, dass sie im Namen des Maharaja von Manipur sprechen würden, um die Exilregierung – den Manipur-Staatsrat – mit Sitz im Zentrum Londons offiziell zu verkünden.

Wenn sie ihren Asylstatus in Großbritannien erhalten haben, "wird die De-facto-Regierung von Manipur nach London verlegt."

Manipur, einer der kleinsten Staaten Indiens mit einer Bevölkerung von etwa 2,8 Millionen Einwohnern und einer Fläche etwas größer als Hessen und kleiner als Mecklenburg-Vorpommern, ist eine der sogenannten "Sieben Schwestern" – eine Gruppe nordöstlicher Unruhestaaten in Indien.

Wir glauben, dass es jetzt der richtige Zeitpunkt ist, die unabhängige Regierung von Manipur vor der internationalen Gemeinschaft zu veröffentlichen und um Anerkennung zu bitten. Wir rufen alle Regierungen der souveränen Staaten der Mitglieder der Vereinten Nationen auf, die De-facto- und die Exilregierung des Manipur von heute an anzuerkennen.

Ihre Versuche, mit der indischen Regierung in Kontakt zu treten, seien mit "Hass und Feindseligkeiten" beantwortet worden, sagten sie.

Die Unabhängigkeit von Manipur in Indien zu erklären, sei ihnen unmöglich gewesen, weil sie mit Verhaftungen, Folterungen und außergerichtlichen Hinrichtungen durch die indische Regierung konfrontiert gewesen wären.

Sie behaupteten, es gebe "mehr als 1.528 Fälle der außergerichtlichen Tötung, die vor dem Obersten Gerichtshof Indiens anhängig seien."

Laut indischen Medien hat der König von Manipur eine Erklärung abgegeben, dass er von der Erklärung der Separatisten nichts gewusst hätte und sie seine Unterschrift unter einem anderen Vorwand erhalten hätten. Er teilte demnach mit, dass er die Unabhängigkeitserklärung und Nutzung seines Namens dafür verurteile.

Die Regierung in Neu-Delhi untersucht derweil die Erklärung aus Manipur und kündigte an, dass diese schwere Konsequenzen haben wird.

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