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Protestler in Hongkong: "Aggression ist manchmal notwendig"

Protestler in Hongkong: "Aggression ist manchmal notwendig"
Die gewalttätigen Protestler in Hongkong haben sich gut auf diesen "Krieg" gegen die Regierung vorbereitet. Dabei halfen ihnen auch die Erkenntnisse aus dem erfolgreich durchgeführten Putsch in der Ukraine 2014.
Das Bild von angeblich friedlichen Demonstranten in der chinesischen Metropole Hongkong bekommt immer mehr Risse. Im Netz gibt es dutzende Videos, die zeigen, wie gewalttätig die Protestler an der "Front" auftreten. Sie zeigen aber auch, wie gut organisiert diese sind.

Die Trennlinie zwischen den Protestlern und der Polizei in Hongkong wird von der Ersteren als "Frontlinie" bezeichnet. Das lässt darauf schließen, wie sie selbst die Proteste kategorisieren und worum es eigentlich geht: einen Krieg gegen die chinesische Zentralregierung. Das gilt selbstverständlich nicht für die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer an den Demonstrationen, sondern für eine kleine gewaltbereite Gruppe von jungen Menschen, die sich offensichtlich schon seit Längerem sehr gut auf diese Auseinandersetzung vorbereitet hat.

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Das weckt Erinnerungen an die Maidan-Proteste in der Ukraine im Winter 2013/2014, die am Ende zum Putsch gegen die korrupte, wenngleich auch demokratisch gewählte Regierung von Wiktor Janukowitsch führten. Ob Zufall oder nicht, beide Seiten in Hongkong nennen die Ukraine als Beispiel, um zu beschreiben, was in der Sonderverwaltungszone geschieht.

Tatsächlich gibt es durchaus Parallelen zwischen Hongkong und der Ukraine, zumindest wenn es um die äußere Einmischung geht. Protestführer erhalten Unterstützung des US-Konsulats und werden in die USA eingeladen, während der "Rupert Murdoch aus Asien", Jimmy Lai (eigentlich Lai Chee-Ying/Anm.), Anfang Juli im Weißen Haus in Washington fast die gesamte US-Spitze treffen konnte. Außenminister Mike Pompeo, Vize-Präsident Mike Pence und der nationale Sicherheitsberater John Bolton empfingen den Gast aus Hongkong. Nicholas Wadhams, Bloomberg-Reporter im Außenministerium, stufte das wohl korrekt als "Signal an Peking" ein.

Zuvor gab Lai dem Thinktank FDD ein Interview, worin auch er das Wort "Krieg" benutzte und von der US-Regierung Unterstützung für die Protestler verlangte.

Die Hongkonger und Amerikaner kämpfen den gleichen Krieg gegen die chinesische Kommunistische Partei in Peking.

Das Büro des Kommissars des Außenministeriums in Hongkong ließ daraufhin eine Beschwerde dem US-Konsulat zukommen und erklärte darin, dass die USA genau wüssten, wer Jimmy Lai ist, und dass in dieser Situation solch ein hochrangiges Treffen "ernsthaft falsche Signale" sendet. 

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Ein weiteres ähnliches Merkmal zwischen Hongkong und Kiew ist die gewaltbereite Minderheit, die sich äußerst gut organisiert zeigt und die Proteste von der friedlichen Mehrheit faktisch übernommen hat. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters hat ein Student nun zugegeben, dass man seit Ausbruch der Demonstrationen gegen das geplante Auslieferungsgesetz auf Gewalt setzte und sich bereits im Vorfeld sehr gut darauf vorbereitet habe.   

Ich weiß, Gewalt kann nicht mit Gewalt bekämpft werden, aber manchmal ist Aggression notwendig, um die Aufmerksamkeit der Regierung und von anderen zu bekommen.

Demonstranten haben am 13. August erneut Teile des Hong Kong International Airport besetzt und gegen eine vermeintliche Beschneidung ihrer Rechte durch die chinesische Zentralregierung protestiert.

Man habe aus den Fehlern der "Regenschirm-Revolution" im Jahr 2014 gelernt, meinte der Student. Dass die Bewegung vor fünf Jahren zusammenbrach, hätte daran gelegen, dass Uneinigkeit zwischen den Protestführern herrschte, meinen Wissenschaftler, die die damaligen Proteste aufarbeiten. Die älteren Anführer setzten demnach auf den friedlichen Weg, um die Regierung in Hongkong unter Druck zu setzen, während die jüngere Fraktion von Joshua Wong, der auch bei gegenwärtigen Protesten eine führende Rolle spielt, eine konfrontative Haltung einnahmen.

Heute gibt es diese moderate Stimme in der Protestführung nicht mehr. Die friedlichen Demonstranten werden im Grunde als Schutzschild für die aggressive Minderheit missbraucht, die an der "Frontlinie" ihren ganz eigenen Krieg gegen die Polizei führt. Dennoch gibt es keine zentralisierte Hierarchie, sondern dutzende kleinere Gruppierungen, die sich insbesondere über den Messengerdienst Telegram und auf der Internetplattform LIHKG abstimmen und organisieren.

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So wurde beispielsweise online darüber diskutiert, ob eine "militante Ordnung" eingeführt werden sollte, um eine eigene Gesetzmäßigkeit im "Krieg" gegen den "Feind" zu entwickeln. Diesem Vorschlag nach soll unter den gewaltbereiten Protestlern vereinbart werden, dass keine Journalisten, Zivilisten und Sanitäter angegriffen werden dürfen.

Wenn wir einen Krieg führen, dann müssen die Truppen die Disziplin priorisieren. Ein oder zwei Dummköpfe können die ganze Bewegung zerstören.

Welchen Stellenwert die Maidan-Proteste in der Ukraine und der daraus – mit Hilfe von außen – resultierende Putsch auch im Narrativ der Protestführer in Hongkong spielen, zeigen die vielen Ausstrahlungen des Films "Winter on Fire" in der Stadt, einem einseitigen Dokumentarfilm über "Ukraines Kampf für die Freiheit". Darin werden die ukrainischen Demonstranten heroisiert und die Polizei als Feind dargestellt, ganz so, wie es auch dem Narrativ der Protestführer in Hongkong entspricht.

Das Ziel ist schließlich auch dasselbe: wie in Kiew soll auch in Hongkong die Regierung verschwinden. Und ebenso wie die rechtsradikalen Schläger des Rechten Sektors liefern sich auch die gewaltbereiten Protestler Kämpfe mit den Polizisten auf der "Frontlinie". Ob Joshua Wong und Co. auf ein ähnliches Blutbad wie in Kiew hoffen, um die internationale Gemeinschaft zu entschiedenerem Eingreifen gegen China zu zwingen, ist allerdings unklar. Dennoch sollte angesichts dieses möglichen Szenarios ein Interview mit der chinesischen Studentenführerin Chai Ling aus dem Jahr 1989 in Erinnerung gerufen werden, welches sie kurz vor der Zerschlagung der Proteste am Tian'anmen-Platz in Peking gab. Darin gibt sie zu, dass die Anführer ein Blutbad provozieren wollen, um ihre eigenen Ziele umzusetzen. Doch gegenüber der Masse der Studenten könne das nicht zugegeben werden, weil die Bewegung ansonsten auseinanderfallen würde.

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