Asien

China präsentiert neue Militärdoktrin: Mit "Weltklasse-Armee" US-Hegemonie brechen

Die chinesische Regierung veröffentlichte diese Woche ihr aktuelles Weißbuch zur Militärdoktrin des Landes. China werde den Großmächten auf ihrem Pfad zur Hegemonie nicht folgen und stattdessen eine eigene Armee von Weltklasse aufbauen, so das Strategiepapier.
China präsentiert neue Militärdoktrin: Mit "Weltklasse-Armee" US-Hegemonie brechen© Global Look Press / Li Mangmang / ZUMAPRESS.com

China hat seinen Ton gegenüber den USA in einem am Mittwoch veröffentlichten Weißbuch zur nationalen Verteidigungspolitik deutlich verschärft. Das vom chinesischen Verteidigungsministerium veröffentlichte Dokument wirft Washington vor, eine "einseitige Politik" zu betreiben und einen Wettbewerb zwischen den Großmächten zu provozieren.

Peking glaubt, dass die USA nach technologischen und institutionellen Innovationen streben, um eine totale militärische Überlegenheit zu schaffen. Es sei das Ziel der USA, "die globale strategische Stabilität" zu untergraben, indem sie stark in die Bereiche Nukleartechnik und Raumfahrt sowie Cyber- und Raketenabwehranlagen investieren.

Rund um China sehe die Situation noch beunruhigender aus, stellen Analysten fest und weisen darauf hin, dass Washington seine Militärbündnisse  im asiatisch-pazifischen Raum weiter festige.

In dem Papier wird auch die Situation mit Taiwan erwähnt, wo "separatistische Kräfte ... die schwerste unmittelbare Bedrohung für Frieden und Stabilität" in der Region darstellten. Peking werde im Umgang mit der Insel "kein Versprechen geben, auf die Anwendung von Gewalt zu verzichten", und jedem Versuch, Taiwan von China zu trennen, entschieden entgegentreten.

Unabhängig davon, wie bedrohlich die geopolitischen Ambitionen der USA auch sein mögen, werde China keinen Einflussbereich begehren und "dem ausgetretenen Pfad der Großmächte bei deren Suche nach Hegemonie" nicht folgen. Als Atommacht seit den 1960er-Jahren sei Peking "einer Nuklearpolitik verpflichtet, bei der zu keinem Zeitpunkt und unter keinen Umständen Atomwaffen im Ersteinsatz verwendet werden".

Dennoch fordert das Dokument einen raschen Wandel der eigenen Militärstrategie und räumt ein, dass die Volksbefreiungsarmee sich "noch weit hinter den führenden Militärs der Welt" befinde und Gefahr laufe, aufgrund einer "wachsenden technologischen Generationslücke" überrascht zu werden.

Um dem zu entgegnen, solle China sein Militär bis ins Jahr 2035 aufrüsten und bis Mitte des 21. Jahrhunderts vollständig in eine Weltklasse-Armee verwandeln.

Das Weißbuch erschien, nachdem ähnliche Papiere in den USA veröffentlicht wurden. Das Pentagon warnt davor, dass Peking – gemeinsam mit Russland - im Begriff sei, die USA im Cyberspace, in der Luftverteidigung und in den Militärtechnologien zu überholen und befürwortet, mehr Geld in das US-Militär fließen zu lassen. Schätzungen zufolge verfügt Washington über fast 800 Militärbasen in mehr als 70 Regionen der Welt, verglichen mit nur einer chinesischen Logistikanlage in Dschibuti.

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