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"Scheiß auf internationale Gemeinschaft" – Philippinischer Außenminister lässt Dampf ab

"Scheiß auf internationale Gemeinschaft" – Philippinischer Außenminister lässt Dampf ab
Teodoro Locsin junior am 18. Oktober 2018 in Brüssel, Belgien.
Nach einem Zwischenfall im Südchinesischen Meer, bei dem ein philippinisches Fischerboot von einem chinesischen Schiff versenkt worden sein soll, ließ der philippinische Außenminister Teodoro Locsin seinem Unmut freien Lauf. Er glaube an keine multilaterale Lösung.

Der Zwischenfall soll sich bereits am Sonntag ereignet haben. Laut dem philippinischen Verteidigungsminister Delfin Lorenzana habe ein chinesisches Schiff den philippinischen Fischkutter gerammt und so zum Sinken gebracht. Lorenzana schrieb in einer Mitteilung:

Durch den Zusammenstoß sank das Schiff. Wir verurteilen das Verhalten des chinesischen Fischerbootes, das umgehend den Ort des Vorfalls verlassen und die 22 philippinischen Besatzungsmitglieder den Elementen überlassen hatte.

Der philippinische Außenminister Teodoro Locsin ging in seiner Reaktion deutlich weiter. Der Chefdiplomat reagierte auf Twitter auf den Vorschlag eines Nutzers, dass die Philippinen die internationale Gemeinschaft um Unterstützung bitten sollten. In einem erbosten Tweet schrieb Locsin:

Scheiß auf die internationale Gemeinschaft. Die kann gekauft werden. Das ist unser Kampf und am Ende nur unserer.

Locsin erklärte, er habe am Mittwoch eine diplomatische Protestnote an die Adresse Chinas "abgefeuert", ohne jedoch die Details des Protestes offenzulegen.

Der Vorgänger von Locsin, Albert del Rosario, hatte ebenfalls am Mittwoch gefordert, dass die Philippinen einen multilateralen Ansatz in Betracht ziehen sollten.

"Zum Beispiel, wie lange muss unser Volk noch darauf warten, dass unsere Regierung eine Resolution der Generalversammlung der Vereinten Nationen einholt, um unser Schiedsgerichtsurteil zu fördern, das heute fester Bestandteil des Völkerrechts ist?", so Del Rosario.

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte mit einem 7,62 mm Scharfschützengewehr auf der Clark Air Base in der Nähe von Angeles City, Philippinen, 28. Juni 2017. (Archivbild)

In einer Pressekonferenz am Donnerstag wies der Sprecher von Präsident Rodrigo Duterte, Salvador Panelo, den Vorschlag Del Rosarios zurück:

Er muss uns nicht sagen, was wir tun sollen. Wir wissen, was zu tun ist. Das hätten sie vorher tun sollen, als sie noch an der Macht waren.

Del Rosario war seinerzeit Teil des Juristenteams, das vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag antrat, um China wegen seiner Aktivitäten im Bereich der Inselerweiterungen im Westlichen Philippinischen Meer zu verklagen. Er hatte der philippinischen Regierung empfohlen, eine Resolution der Generalversammlung der Vereinten Nationen anzustreben, um das Urteil von 2016 gegen China zu nutzen. China solle unter Druck zu gesetzt werden, damit es die souveränen Rechte der Philippinen respektiere.

China lehnt eine multilaterale Regelung ab, die Dritte wie die Vereinigten Staaten in die Beilegung des Streitigkeiten um das Südchinesische Meer einbeziehen könnte. Peking besteht darauf, den Streit bilateral beizulegen. Im Juli 2016 setzte ein internationales Schiedsgericht Chinas weitreichenden Anspruch auf das Südchinesische Meer außer Kraft. Die Regierung Duterte weigert sich jedoch, das Urteil zu nutzen, um internationale Unterstützung zu erhalten.

Mehr zum Thema - Marine-Übungen im Südchinesischen Meer: Peking warnt USA vor Verletzung seiner Souveränität

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