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Big Brother: Indien will mit künstlicher Intelligenz Steuersünder in sozialen Medien aufspüren

Big Brother: Indien will mit künstlicher Intelligenz Steuersünder in sozialen Medien aufspüren
Der indische Staat will Bürgern mit dem "Projekt Insight" auf die Schliche kommen, die keine oder zu wenig Steuern entrichten.
Diese Woche startete Indien ein neues Computersystem, das in den Social-Media-Aktivitäten der Menschen nach Anzeichen dafür sucht, dass sie ihre Steuern nicht zahlen. Diejenigen, die in sozialen Medien gerne mit ihrem Reichtum prahlen, dürften sich das künftig zweimal überlegen.

Das System mit dem Namen "Project Insight" ("Projekt Einblick") ging am Montag an den Start. Es wurde vor einigen Jahren von der indischen Einkommensteuerbehörde für 150 Millionen US-Dollar in Auftrag gegeben und soll Daten aus verschiedenen Quellen zentralisieren und verarbeiten, um Personen zu identifizieren, die über mehr Mittel verfügen, als sie den Behörden gegenüber angeben.

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Die Regierung preist das System als ein hochkomplexes Werkzeug an, das maschinell lernt und große Datenmengen analysiert, um ein sogenanntes "360-Grad-Profil" jedes Steuerzahlers zu erstellen. Dazu zählen neben Daten zum Einkommen auch Informationen zu sozialen Beziehungen oder zum Aufenthaltsort. Wer etwa auf Instagram mit seinem neu erworbenen Maserati prahlt oder auf Facebook mit Fotos aus seinem letzten Luxusurlaub angibt, der könnte die wachsamen Blicke des Programms auf sich ziehen. Der freimütige Umgang mit persönlichen Daten im Internet könnte somit vielen Indern zum Verhängnis werden, zumindest finanziell.

Das Projekt ist Teil einer breit angelegten Regierungsinitiative, die darauf abzielt, Schwarzgelder aus der Wirtschaft zu verbannen und die Steuereinnahmen zu fördern. In Indien leben heute schätzungsweise über 1,35 Milliarden Menschen, aber weniger als 70 Millionen davon haben im vergangenen Jahr Steuererklärungen eingereicht. Die Zahl umfasst sowohl Einzelpersonen als auch Unternehmen. Mag sie auch gering erscheinen, so handelt es sich doch um einen Anstieg von 38 Millionen im Vergleich zum Jahr 2014, als die laufende Regierungskampagne gegen Steuerbetrüger ins Leben gerufen wurde.

Die vergleichsweise geringe Zahl erklärt sich aus der indischen Gesetzgebung, die Menschen mit einem Einkommen unter einer bestimmten Grenze von der Steuer befreit. Zudem bleibt Steuervermeidung durch falsche Angaben gegenüber den Behörden nach wie vor ein ernsthaftes Problem. Ein von der Regierung 2016 angebotenes Amnestieprogramm gegenüber Steuersündern spülte 9,5 Milliarden US-Dollar in die Staatskasse.

Wieviel Geld das neue Programm zur Überwachung der sozialen Medien dem Staat einbringen wird, ist noch nicht absehbar. In Neu-Delhi heißt es dazu, dass man in die Fußstapfen von Ländern wie Großbritannien trete, wo vor einem Jahrzehnt ein ähnliches Computersystem namens "Connect" eingeführt wurde. Laut der britischen Steuerbehörde HMRC trug es dazu bei, zusätzliche Steuereinnahmen zu generieren, die in ihrer Höhe etwa dem 37-fachen der Kosten des Systems in Höhe von 100 Millionen US-Dollar entsprachen, und dies innerhalb der ersten fünf Betriebsjahre. Eigentlich sollte das indische Projekt schon im Mai 2017 in Betrieb gehen, nachdem es im Juli 2016 erstmals angekündigt wurde.

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