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Die Geschichte des blutigen Kaschmir-Konflikts zwischen Indien und Pakistan

Die Geschichte des blutigen Kaschmir-Konflikts zwischen Indien und Pakistan
Indische Truppen, 11. August 1999.
Der Kaschmir-Konflikt zwischen Pakistan und Indien ist einer der ältesten weltweit. Ein Ende ist nicht in Sicht. Indien macht Pakistan für das jüngste Attentat auf seine Soldaten in Kaschmir verantwortlich. Pakistan würde den Terroristen Unterschlupf gewähren.

Am Dienstag gingen die Menschen in Indien auf die Straße, um Luftschläge gegen ein Trainingscamp mit Hunderten vermeintlichen Militanten auf pakistanischem Gebiet zu feiern. Die Militanten sollen der Terrorgruppe Jaish-e-Mohammad angehören.

Symbolbild: Ausgetrockneter Rawal See in Islamabad, Pakistan, 8. Mai 2006.

Diese hatte die Verantwortung für die Anschläge am 14. Februar in Pulwama, Kaschmir übernommen. Dabei kamen 44 indische paramilitärische Polizisten ums Leben. Pakistan aber dementiert, die Terroristen zu beherbergen und weist jede Schuld von sich. 

Von der Regierung in Islamabad heißt es, bei den indischen Luftschlägen habe es keine Opfer gegeben. Indien hingegen feiert den Erfolg. Kritiker sehen hierin den Versuch des indischen Premierministers Narendra Modi, Wahlkampf für die im Mai anstehenden Wahlen zu betreiben. 

Drei Kriege haben die beiden Atommächte Pakistan und Indien bereits um die Region Kaschmir seit dem Jahr 1947 geführt. 

1947: Der Beginn des Konflikts 

Großbritannien wurde durch den Zweiten Weltkrieg geschwächt und konnte in der Form einer kolonialen Supermacht nicht mehr weiter existieren. Indien, welches als das frühere Juwel der britischen Krone galt, erlangte im Jahr 1947, ebenso wie Pakistan, seine Unabhängigkeit. Die Nationen wurden nach religiösen Gesichtspunkten geteilt. 

Das mehrheitlich muslimische Kaschmir wurde vor die Wahl gestellt, sich Indien oder Pakistan anzuschließen. Die Spannungen aber eskalierten zu einem ausgewachsenen Krieg zwischen Pakistan und Indien. Schätzungsweise 7.000 Menschen fielen diesem zum Opfer. 

Die Geschichte des blutigen Kaschmir-Konflikts zwischen Indien und Pakistan
Indische Soldaten im Krieg gegen Pakistan, 1947.

1965: Die Pattsituation

Der erste Krieg in Kaschmir führte zu einer Aufteilung in einen indischen und einen pakistanisch kontrollierten Teil. Aber auch dies brachte keinen Frieden. Zwei Jahrzehnte später begegneten sich die verfeindeten Parteien erneut auf dem Schlachtfeld. Auseinandersetzungen an der Grenze waren eskaliert. Der Krieg dauerte 17 Tage. Beide Seiten wähnten sich als Sieger. 

Ein Bild vom 13. September 1965 zeigt eine Kolonne indischer, bewaffneter Polizisten, die während des Zweiten Indisch-Pakistanischen Krieges, bekannt als der "Zweite Kaschmirkrieg", in den umstrittenen Regionen Jammu und Kaschmir patrouillieren. 

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13. September 1965: Bewaffnete indische Polizisten patrouillieren die Berge auf der Suche nach pakistanischen Aufständischen während des zweiten Indo-pakistanischen Krieges.
Ein Fahrzeug der indischen Armee, das mit Flugabwehrraketen bestückt ist, in Neu Delhi am 23. Januar 2019.

Interessanterweise handelte es sich dabei um eine der wenigen militärischen Auseinandersetzungen in der Ära des Kalten Krieges, die wenig mit den Supermächten zu tun hatten. Indien und Pakistan galten beide als Verbündete des Westens und verwendeten während des Krieges westliche Waffen. 

1971: Pakistans großer Verlust

Nach dem ergebnislosen Krieg von 1965 zogen die beiden Länder ihre Truppen von der durch die UN überwachten Kontrolllinie zurück. Sie verpflichteten sich, sich nicht in die Angelegenheiten der anderen Partei einzumischen. Aber nur sechs Jahre später folgte der nächste Konflikt, nachdem Pakistan Indien beschuldigt hatte, dieses Abkommen verletzt zu haben. Dieser war der blutigste in einer Reihe von Konflikten, der über 10.000 Menschenleben forderte und bei dem nicht um Kaschmir gekämpft wurde. 

Die Geschichte des blutigen Kaschmir-Konflikts zwischen Indien und Pakistan
Szene aus dem Krieg von 1971.

Auslöser war die Anerkennung von Bangladesch als unabhängigen Staat durch Indien. Den militärischen Konflikt gewann Indien. Pakistan erlitt herbe Verluste. Das Ergebnis war auch eine peinliche Niederlage für die Nixon-Regierung, die Pakistan in dem Konflikt mit dem strategischen Ziel unterstützte, den sowjetischen Einfluss in Südostasien zu begrenzen. 

Siachengletscher: Tod auf einer Bergkette

Seit 1971 führten die Auseinandersetzungen zwischen Indien und Pakistan nicht mehr zu einem großen Krieg, wohl auch, weil beide Länder inzwischen zu Atommächten geworden sind. Die Grenzkonflikte setzen sich jedoch fort. Nennenswert ist der Kampf um den Siachengletscher, das umkämpfte Berggebiet bei China. Die Auseinandersetzungen um dieses unwegsame Gebiet begannen 1984 und dauerten zwei Jahrzehnte, bis 2003 ein Waffenstillstand unterzeichnet wurde. Hier waren es die extremen Wetterbedingungen, die zwischen 1.000 und 2.000 Soldatenleben auf beiden Seiten forderten. 

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Ein indischer Soldaten an der Grenze zu Pakistan bei Siachen, 25. Dezember 2001.

Kargil-Konflikt 1999: Krieg, der "kein Krieg war"

Der bislang letzte große Konflikt zwischen Indien und Pakistan fand 1999 im Kargil-Distrikt von Kaschmir statt. Über 1.000 Menschen kamen ums Leben. Während Indien den Begriff Kargil-Krieg vermeidet, ist die Ansicht Pakistans, dass es nie in diesen Konflikt verwickelt war. Bei dem Gegnern Indiens habe es sich um pro-pakistanische militante Gruppen gehandelt. 

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Eine Gruppe Kinder verlässt einen Bunker nach Auseinandersetzungen zwischen Indien und Pakistan, 200 Kilometer nördlich von Kaschmir.

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