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Indonesisches Handelsministerium sieht im Handelskrieg zwischen USA und China "Glück im Unglück"

Indonesisches Handelsministerium sieht im Handelskrieg zwischen USA und China "Glück im Unglück"
Pura Ulun Danu Bratan, buddistischer Tempel aus dem 17. Jahrhundert in Zentralbali
Der aktuelle Handelsstreit zwischen Washington und Peking könnte anderen Akteuren in Asien Chancen eröffnen. Das erklärte der Industrieminister Indonesiens in einem Interview mit RT, welches während des Weltwirtschaftsforums in Davos geführt wurde.

Der indonesische Industrieminister Airlangga Hartarto ist der Meinung, dass der Handelskrieg zwischen Washington und Peking anderen asiatischen Staaten neue Chancen eröffnet. Der Minister ging auf die Frage nach den Folgen des Handelskrieges ein und betonte:

Neue Systemkonkurrenz – Kapitalismus à la USA vs. Kapitalismus à la China?

Die Welt wird besser, wenn es zwischen China und den USA harmonischer wird. Für ein Land wie Indonesien steckt jedoch auch einen gewisser Segen [hinter dem Handelsstreit zwischen China und den USA], weil es auch in anderen Regionen außer China nach Wirtschaftswachstum suchen kann.

Hartarto fügte hinzu, Indonesien könne von mehr Investitionen profitieren, während die gesamte Region durch den Konflikt stabiler werden könnte. Das reale BIP-Wachstum der asiatischen Nation stieg in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres leicht auf 5,3 Prozent, während der Streit zwischen China und den USA an Dynamik gewann.

Jakarta hat jedoch ein noch ehrgeizigeres Ziel im Auge. Das Land soll bis 2030 eine der zehn größten Volkswirtschaften der Welt werden, so Hartarto. Darüber hinaus könnte Indonesien bis 2045 sogar zur viertgrößten Volkswirtschaft werden, fügte der Minister hinzu und verwies auf eine Prognose des britischen Beratungsunternehmens PricewaterhouseCoopers.

Anfang dieses Monats prognostizierte die multinationale Bank Standard Chartered, dass Indonesien in den nächsten elf Jahren zu den fünf führenden Volkswirtschaften der Welt gehören und sich hinter China, Indien und den USA auf den vierten Platz einreihen würde.

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China begann im Juli letzten Jahres, als US-Präsident Donald Trump zusätzliche Zölle auf Importe aus China verhängte und Peking der unehrlichen Handelspraktiken beschuldigte. Nachdem chinesische Waren im Wert von 250 Milliarden US-Dollar von den USA mit Zöllen belegt wurden, reagierte Peking indem es gegen US-amerikanische Waren im Wert von 110 Milliarden US-Dollar zusätzliche Zölle verhängte. Diese richteten sich gegen politisch wichtige Branchen wie die US-Landwirtschaft.

Washington drohte damit, weitere chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar mit Zöllen zu belegen, bevor Trump sich im Dezember mit seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping traf, um den Streit beizulegen.

Während des Weltwirtschaftsforums in Davos trat der chinesische Vizepräsident Wang Qishan auf. In seiner Rede sagte er dem Publikum, dass die beiden größten Volkswirtschaften der Welt "für beide Seiten unverzichtbar sind, so dass ihre Beziehungen für beide Seiten von Vorteil sein müssen".

Das ist die Realität: Keine Seite kann ohne die andere Seite auskommen", so Wang.

Die beiden Länder befinden sich derzeit in Gesprächen, um weitere Handelsspannungen zu vermeiden. Ein für 90 Tage geschlossener Handelsfrieden läuft am 1. März aus. Die letzte Verhandlungsrunde fand vom 7. bis 9. Januar in Peking statt.

Es wird jedoch befürchtet, dass der Prozess noch blockiert werden könnte, da Washington laut der Financial Times Vorschläge für die Durchführung von Gesprächen auf dem Niveau der stellvertretenden Minister abgelehnt hat, um den Weg für das nächste Treffen auf höherer Ebene frei zu machen. Nach Angaben des chinesischen Außenministeriums besteht Peking darauf, dass die beiden Seiten in den Handelsgesprächen in Kontakt bleiben.

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