Asien

Analyst: Taiwan ein wichtiger strategischer Puffer für die USA

Der Verlust Taiwans an Peking würde den indisch-pazifischen Raum, einschließlich Japan, den Philippinen und Guam, gefährden, daher müssen die USA Taipei unterstützen, sagt ein militärischer Kommentator der US-amerikanischen Denkfabrik Project 2049 Institute.
Analyst: Taiwan ein wichtiger strategischer Puffer für die USAQuelle: Reuters

Unter den meisten China-Analytikern herrscht der Konsens, dass der angebliche aggressive militärische Aufbau Pekings nicht unbedingt bedeutet, dass ein Krieg gegen Taiwan unmittelbar bevorsteht.

Die Frage der Wiedervereinigung stehe zwar immer ganz oben auf der Agenda Pekings, viele sind jedoch der Meinung, dass der chinesische Präsident Xi Jinping das sich selbst regierende Taiwan – eine eigensinnige Provinz im eigenen Sprachgebrauch Pekings – ohne Gewalt, mit handelspolitischen und wirtschaftlichen Mitteln "zurückerobern" kann.

Andere glauben auch, dass Peking Bedenken wegen eines voll entfalteten Krieges hat, der nach hinten gehen und die wirtschaftliche Entwicklung Chinas beeinträchtigen könnte. Aus diesem Grund, so argumentieren sie, habe Xi ein Interesse daran, den Status quo in der Taiwan-Straße aufrechtzuerhalten.

Ian Easton, ein militärischer Kommentator der Denkfabrik Project 2049 Institute, argumentiert jedoch, dass Xis Politik immer für eine gewaltsame Annexion Taiwans gewesen sei, selbst wenn Kriegsgefahr besteht. In einer Kolumne in der Taipeh Times schreibt er:

Peking hat wiederholt die Bereitschaft bekundet, den Frieden zu brechen (wie in den Übungen der Volksbefreiungsarmee sowie den Luft- und Marine-Umrundungen von Taiwan zu sehen), und seine anhaltenden Provokationen gegen die Insel deuten auf etwas viel Bedrohlicheres hin.

Xi habe die Annexion Taiwans als sein oberstes militärisches Ziel angesehen, insbesondere nachdem er den "China-Traum" zum Schlagwort seines Plans, Chinas Wiederbelebung als Weltmacht zu erreichen, gemacht hat. Anscheinend werde Xis "China-Traum" mit dem Fortbestand Taiwans als de facto unabhängiges Land vor den Toren des chinesischen Festlandes unvollständig bleiben.

Es wird angenommen, dass Xi versucht, die Taiwan-Frage zu lösen, bevor er als Parteichef und Staatsoberhaupt zurücktritt und die Resolution damit zu seinem Vermächtnis macht. Und obwohl er die zehnjährige Amtszeit des Präsidentenpostens bereits aufgehoben hat und der Generalsekretär der Kommunistischen Partei keine schriftliche Amtszeitbeschränkung hat, kann das 65-jährige Oberhaupt nicht unbegrenzt an der Macht bleiben.

Laut Easton wird die Einverleibung Taiwans es Xi ermöglichen, Chinas Prestige, Macht und Einfluss auf der ganzen Welt auf Kosten der USA zu festigen und auszubauen, weil Taiwan als strategischer Puffer für den Westen gilt. Wenn die Insel fallen würde, würde es einen großen Pool an militärischen Ressourcen freisetzen, den Peking dann gegen seine anderen Rivalen einsetzen könnte.

In einem solchen Szenario würde Peking das Zentrum der sogenannten First Island Chain, die sich von Kamtschatka bis zur Malaiischen Halbinsel erstreckt und ungehinderten Zugang zu den tiefen Gewässern des Westpazifiks sowie einem lebenswichtigen Würgegriff auf den wichtigsten Luft- und Seekommunikationslinien der Welt sichert. Japan, die Philippinen und die US-Territorien Guam, Saipan und Tinian wären dann von Blockaden und militärischernAktionen aus China bedroht.

Easton stellt fest, dass Verteidigungsanalysten und politische Entscheidungsträger sowohl in den USA als auch in Taiwan die strategische Position ihres Landes im Verhältnis zu der ihrer Konkurrenten bewerten müssen. Im Anschluss sollten sie Antworten auf grundlegende Fragen, wie zum Beispiel was die relativen Stärken der Volksbefreiungsarmee im Vergleich zu den USA und Taiwan sind, finden.

Außerdem betont der Analyst, dass Washington und Taiwan enger zusammenarbeiten müssen, um den indisch-pazifischen Raum frei und offen zu halten sowie gemeinsame Interessen zu fördern, da die USA die strategische Bedeutung Taiwans nicht übersehen dürfen.

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