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Interview: Pakistans Beziehungen zu USA werden immer schlechter - Ausweg nicht in Sicht

Interview: Pakistans Beziehungen zu USA werden immer schlechter - Ausweg nicht in Sicht
Der pakistanische Premierminister Imran Khan nimmt am 3. November 2018 an einer Begrüßungszeremonie teil, die vom chinesischen Premierminister Li Keqiang in der Großen Halle des Volkes in Peking ausgerichtet wurde.
Nach einem Twitter-Krieg zwischen Donald Trump und Imran Khan haben sich die Beziehungen Pakistans zu den USA nochmals verschlechtert. Zusätzlich zu außenpolitischen Herausforderungen gesellt sich der Separatismus der Belutschen, die sich zum Anschlag gegen das chinesische Konsulat bekannten.

von Ali Özkök

RT Deutsch hat mit Professor Ijaz Khan gesprochen, dem ehemaligen Vorsitzenden der Abteilung für Internationale Beziehungen an der pakistanischen Universität Peschawar. Er unterrichtete an der Nationalen Verteidigungsuniversität in Islamabad.

Nach kritischen Anmerkungen von US-Präsident Donald Trump zur politischen Zuverlässigkeit Pakistans rief das Außenministerium in Islamabad den Vertreter der US-Botschaft ein. Stehen die Beziehungen zwischen USA und Pakistan endgültig vor dem Kollaps?

Die Beziehungen zwischen Pakistan und den USA haben bereits oft einen Tiefpunkt erreicht, aber im letzten Moment wurde stets ein Ausweg gefunden. Doch diesmal werden die schlechten Beziehungen immer schlechter und es gibt noch keinen Ausweg.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan (r.) und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin geben sich bei einem Treffen in Istanbul am 19. November 2018 die Hand.

Nach dem Angriff auf das chinesische Konsulat in Karatschi sprach Pakistans Premierminister Imran Khan von einer Verschwörung gegen die Zusammenarbeit zwischen China und Pakistan. Wer könnte dahinterstecken und warum?

Ich glaube nicht, dass es eine explizite Verschwörung gegen den China-Pakistan Wirtschaftskorridor gibt, der auch kurz CPEC genannt wird. Näher liegt, dass Pakistan insbesondere die terroristischen Bewegungen in Belutschistan eher auf die Aktivitäten von Indien zurückführt. Die USA haben allerdings ebenso Vorbehalte gegenüber CPEC.

Es bleibt festzuhalten, dass es auch Interessensgruppen in Pakistan gibt, die die Kooperation mit China ablehnen, weil CPEC Peking eine gewisse Kontrolle über Pakistan verleiht. Andere lehnen China ab, weil die meisten vorteilhaften Projekte dem Pundschab-Gebiet und nicht der Khyber Pakhtunkhwa-Region oder Belutschistan zu Gute kommen.

Die Organisation, die in Karatschi angegriffen hat, soll die Belutschische Befreiungsarmee gewesen sein. Wie entscheidend ist die Separatismusfrage in Pakistan?

In Belutschistan gibt es seit geraumer Zeit eine separatistische Bewegung. Sie ist stark genug, um das pakistanische Militär direkt oder indirekt zu beschäftigen. Ich denke, die meisten Belutschen wollen ein besseres Verwaltungsabkommen mit Pakistan, wollen ihre Ressourcen kontrollieren und nutzen. Das Dilemma des belutschischen Volkes ist seine kleine Bevölkerung und ein sehr großes Gebiet mit reichen natürlichen Ressourcen.

Sie leben in der Grenzstadt Peshawar, die mehrheitlich von Paschtunen besiedelt wird. Die Taliban rekrutieren auch die meisten ihrer Kämpfer aus dieser Ethnie. Wie eng sind die Beziehungen zwischen den Paschtunen beider Länder?

Der russische Premierminister Dmitri Medwedew (L) und der chinesische Premierminister Li Keqiang am 7. November 2018 bei einer feierlichen Unterzeichnung im Großen Saal des Volkes in Peking.

Paschtunen bewohnen beide Seiten der sogenannten Durand-Grenzlinie, die Afghanistan und Pakistan trennt. Diese Ethnie ist nicht nur im Grenzgebiet einflussreich. Während die meisten Taliban Paschtunen sind, muss festgehalten werden, dass die meisten Paschtunen jedoch selbst keine Taliban-Unterstützer sind. Die Beziehung zwischen den Paschtunen auf beiden Seiten schwankt. Je nach Thematik und Zeit rücken beide Seiten näher und entfremden sich wieder.

Diese Beziehung besteht sowohl zwischen den verschiedenen Taliban-Fraktionen in beiden Ländern als auch zwischen den Paschtunen. Die Beziehungen werden in den Grenzregionen zunehmend enger. Umso weiter die Geographie beide Ethnien trennt, desto distanzierter werden auch die Stammesbeziehungen.

 

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