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Krieg und Profit: Ex-Blackwater auf Werbetour in Afghanistan

Krieg und Profit: Ex-Blackwater auf Werbetour in Afghanistan
Erik Prince bei einer Anhörung über Einsätze im Irak und in Afghanistan, Washington, USA, 2. Oktober 2007.
Täglich sterben zwischen 30 und 40 afghanische Soldaten im Kampf gegen den Terror. Die private Sicherheitsfirma Academi (ehemals Blackwater) nutzt die Krise und wirbt für die Privatisierung des Krieges. Oppositionelle liebäugeln mit der Söldner-Lösung.

Erik D. Prince, Gründer von Blackwater, ist sich sicher, dass seine Firma schaffen könne, was Hunderttausenden von US- und NATO-Soldaten bisher misslang: den Krieg in Afghanistan zu beenden. Der Name der Firma änderte sich häufig. Die bekannteste Bezeichnung ist Blackwater. Im Irak hatte die Sicherheitsfirma 2007 Zivilisten ermordet. Seither versucht sich Prince an der Wiederbelebung des Unternehmens. Die in Hongkong ansässige Firma Frontiers Services Group hat Verträge in Afrika und in Asien abgeschlossen.

Vor einem Jahr offerierte Prince US-Präsident Donald Trump einen Plan zur Privatisierung des Kriegs in Afghanistan. Das Pentagon versuchte Gerüchte zu zerstreuen, dass Trump die Pläne prüfe. Seither ist Prince auf Marketingtour bei den Afghanen. Dort, wo US-Soldaten ihrer Aufgabe nicht gerecht werden, den Terror in Afghanistan zu besiegen, will Prince einen Ausweg bieten und das Land mit seiner Söldnertruppe in den Frieden führen.

Auftragnehmer der US-privaten Sicherheitsfirma Blackwater in Bagdad. © Ahmad al-Rubaye

Blackwater-Marketing als Bedrohung für Friedensverhandlungen mit den Taliban

Auf Prince' Agenda für Afghanistan standen im September Kommandanten von Milizen, ehemalige Regierungsbeamte, regionale Stammesführer und andere einflussreiche Afghanen. Dabei setzt Prince auf die Abneigung dieser Menschen gegenüber dem amtierenden Präsidenten Aschraf Ghani. Ghani ist sich dessen bewusst und hat sich wiederholt gegen Treffen mit Prince ausgesprochen.

Im kommenden Jahr finden in Afghanistan Präsidentschaftswahlen statt. Berichten zufolge sollen afghanische Regierungsmitglieder versucht haben, die Ausstellung eines Visums für Prince zu verhindern. Die Regierung wirft Prince vor, mit seiner Werbetour die Friedensbemühungen mit den Taliban zu untergraben. Aschraf Ghani sagte:

Fremde Söldner werden in diesem Land nie erlaubt werden.

In einer öffentlichen Regierungserklärung heißt es:

Wir werden alle legalen Optionen gegen diejenigen in Betracht ziehen, die den Krieg in unserem Land zu privatisieren versuchen. 

Bereits heute unterstützen private Firmen die US-Mission in Afghanistan. Dies möchte Prince ausweiten und die Reihen der afghanischen Soldaten um Spezialkräfte seiner Firma stärken. Diese Spezialkräfte sollten über drei Jahre vor Ort bleiben. Kritik, er versuche, die Politik Afghanistans zu beeinflussen, wies er von sich. Er habe lediglich 1.500 Dollar für einen zehn Minuten langen Werbefilm ausgegeben, der versuche, seine Pläne näher darzulegen. Prince wirft auch einen Blick in die Zukunft. Die privaten Einsätze könnten helfen, seltene Erdmineralien zu fördern, die dann der "Hightech-Lieferkette der USA" zugeführt werden. Ein Wunsch, den auch Donald Trump hegt.

Im Jahr 2007 sollen Söldner von Blackwater den Tod von 14 Irakern in Bagdad verursacht haben. Unter den Opfern waren Frauen und Kinder. Der Auftrag für ihren Einsatz in Bagdad kam von US-Außenministerium. Überlebende des Angriffs fordern bis heute Gerechtigkeit.

Mehr zum Thema - US-Söldner und Justitia: Prozess um Mord an irakischen Zivilisten nach 11 Jahren nicht abgeschlossen

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