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"Kampf dem Kitsch und Starkult" – Pekings Umbaumaßnahmen an der Gesellschaft

"Kampf dem Kitsch und Starkult"  – Pekings Umbaumaßnahmen an der Gesellschaft
Fan Bingbing bei den Filmfestspielen von Cannes, Frankreich, 11. Mai 2018.
Fan Binbing, Ikone des chinesischen Films, ist seit Juli verschwunden. Gerüchten zufolge hat sie Steuern hinterzogen. Die chinesische Führung will den Stars zwecks Stabilisierung der Gesellschaft ihren Glanz nehmen. Überwacht werden sie alle.

Am 1. Juli verschwand die 36-jährige Fan Bingbing von der Bildfläche. Der berühmteste Filmstar Chinas verdiente bis zu 40 Millionen Euro jährlich und hat auf der chinesischen Social-Media-Plattform Weibo 63 Millionen Follower. Letztes Jahr saß sie in der Jury der Filmfestspiele von Cannes.

Zu einem Superstar wurde sie im gleichen Jahr, in dem Xi Jinping sein Amt antrat. 2012 brachte sie China mit "Lost in Thailand" den größten Kassenschlager der Geschichte des chinesischen Kinos ein.

Blick in die gläserne Halle des Messegeländes auf dem 34. Chaos Communication Congress (34c3) in Leipzig, Deutschland, 27. Dezember 2017.

2014 warnte Xi Jinping alle Künstler, die "sich dem Kitsch hingeben, geschmacklos sind und ihre Arbeit nach und nach in Melkkühe oder in Ecstasy-Pillen zur sinnlichen Stimulation verwandelt haben". Der Erfolg des Films "Lost in Thailand" lief den der Vorstellungen der KPCh zuwider. Denn die Stars verkörpern ein Bild, das für "diejenigen, die entscheidende Beiträge zur chinesische Gesellschaft leisten, unvorstellbar ist", so schrieb die Zeitung der Kommunistischen Partei. Xi versucht, einen Weg zu finden, um die soziale Ungleichheit weniger deutlich zu machen. Dazu gehört es auch, den Stars den gottgleichen Schein und dem einfachen chinesischen Wanderarbeiter den Neid und die Unzufriedenheit über sein Dasein zu nehmen.

Jetzt fiel der schöne Schein rund um Fan Bingbing. Ihr wird vorgeworfen, nicht ihre vollen Gagen versteuert haben. Im Netz tauchten zwei Verträge für die gleiche Rolle im Film "Cell Phone 2" auf, verbunden mit dem Vorwurf, sie habe nur die geringere Bezahlung versteuert. Diese Art des Vertragsabschlusses wird auch als "Yin-Yang-Vertrag" bezeichnet. Diese Praxis galt bisher als offenes Geheimnis der Filmindustrie Chinas.

Jetzt ist ihr Ruf in der chinesischen Öffentlichkeit beschädigt. Gerüchten zufolge befindet sie sich in einem Gefängnis in der Provinz Jiangsu.

Schärfere Internetkontrolle und Überwachung

Das Internet, so Xi Jinping, müsse "sauber und gerecht" sein. Die chinesische Führung versucht, die Kontrolle über das Netz zu verschärfen, um die soziale Stabilität zu wahren. Mit Piyao, einer neuen Webseite und Handy-App, will die Regierung gegen Falschmeldungen vorgehen.  

Die Kontrolle über das rund 1,4 Milliarden zählende chinesische Volk übernehmen rund 200 Millionen Überwachungskameras. Bis zum Jahr 2020 werden es 300 Millionen Kameras sein. Peking setzt eine Gesichtserkennungssoftware ein, um diejenigen aufzuspüren, die gegen die Regeln der Gesellschaft verstoßen. 

Archivbild: Schüler feiern den bevorstehenden 19. Parteitag der KP Chinas.

Verstöße gegen gesellschaftliche Normen wie Rauchen in Nichtraucherzonen, zu schnelles Fahren, das verbreiten von Fake News oder der Erwerb von zu viel Alkohol oder Computerspielen, bringt Minuspunkte im Sozialkredit-System, was Folgen für das gesellschaftliche und Arbeitsleben der Menschen hat. Im März berichtete Channel News Asia, dass neun Millionen Chinesen keine Flugtickets mehr für Regionalflüge erwerben dürfen, da ihr Punktestand im Sozialkredit-System zu niedrig sei. Weitere drei Millionen sollen keine Business-Class-Zugfahrkarten mehr erhalten. 

Das "Sozialkredit-System" wurde 2014 vorgestellt. Bis 2020 soll es in ganz China umgesetzt werden. Derzeit wird es an einigen Millionen getestet. 

Rund 20 bis 30 Millionen Chinesen stehen wegen krimineller Vergehen oder politischer Aktivitäten auf der Überwachungsliste der Regierung. Positive Effekte haben Überwachungskameras auf einer Kreuzung in Xiangyang erzielt. Die Bilder und Namen derjenigen, die gegen die Verkehrsregeln verstoßen, werden auf großen Bildschirmen gezeigt. Die Zahlen der Verstöße gegen die Verkehrsregeln sind seither zurückgegangen.

Die chinesischen Stars wurden jüngst an 100 Punkten ihrer "sozialen Verantwortung" gemessen. Lediglich neun schnitten gut ab. Dabei nahm Fan Bingbing den letzten Platz ein. Die Produktionsfirmen werden von Peking angehalten, den Stars weniger zu zahlen.

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