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Flucht vor US-Strafzöllen: Chinesische Firmen produzieren vermehrt im Ausland

Flucht vor US-Strafzöllen: Chinesische Firmen produzieren vermehrt im Ausland
Symbolbild: Arbeiter in Hanoi, Vietnam, 27. Januar 2015.
"Made in China" war gestern. Chinesische Firmen produzieren nun vermehrt in Ländern wie Vietnam, Serbien und Mexiko, um den US-Strafzöllen zu entgehen. Peking sorgt sich um die Auswirkungen für China. Steigende Arbeitslosenzahlen könnten Unruhen nach sich ziehen.

Seit Monaten tobt der Handelsstreit zwischen den USA und China. Schlichtungsversuche bleiben bislang erfolglos. US-Präsident Donald Trump hält an seinen Strafzöllen von 25 Prozent auf "Made in China"-Importprodukte fest. Ein Ausweg ist - auch für die chinesischen Firmen - die Produktion im Ausland. Derzeit gelten Zölle auf Waren im Wertumfang von 50 Milliarden Dollar. Donald Trump drohte mit Ausweitung auf 267 Milliarden Dollar Warenumfang. Die Regierung Chinas reagierte ihrerseits mit Strafzöllen. 

Freudige Stimmung auf dem Gipfel in Peking: Chinas Präsident Xi Jinping umringt von afrikanischen Staatschefs.

So verlegte beispielsweise die HI Corp, eine Firma aus Shenzhen ihre Produktion von Fahrradteilen nach Vietnam. Andere Fahrradhersteller, besonders für Elektro-Fahrräder, werden dem Beispiel von HI Corp bald folgen. Chinesische Zulieferer begannen mit der Verlagerung ins Ausland infolge höherer Produktionskosten und wegen Umweltauflagen schon vor Jahren. 

Zu den bekannten Firmen, die ihre Zulieferer ins Ausland verlagern gehören die Spielzeugfirma Hasbro, der Kamerahersteller Olympus, die Schuhmarke Deckers. Aber auch ganze Fabriken kehren China den Rücken. Vertreter von Zhejiang Hailide New Material Ships: 

Gegenwärtig befindet sich unsere gesamte Produktion in China. Um den Risiken von Anti-Dumping-Fällen und Zollerhöhungen besser zu entgehen, hat unser Unternehmen nach längerer Untersuchung beschlossen, eine Fabrik in Vietnam zu errichten. Wir hoffen, den Bau zu beschleunigen und dass diese in Zukunft die Produktion für den amerikanischen Markt übernehmen kann. 

Cui Fan, Wissenschaftlicher Direktor der China Society of WTO Studies, einem Think Tank mit Verbindungen zum chinesischen Handelsministerium sieht hierin Gefahren: 

Die Belastungen im Handel zwischen China und den USA beschleunigen den Ausbau der globalen Wertschöpfungskette. Die Verlagerung von arbeitsintensiven Schritten ins Ausland könnte anderswo Arbeitslosigkeitsprobleme mit sich bringen, die genau beobachtet werden müssen. 

Auch Serbien wird gerade von Chinesen als Produktionsstandort neu entdeckt. Linglong Tyre will in Serbien für 994 Millionen Dollar eine Produktionsstätte bauen lassen. 

Will die wichtige Wählergruppe der Landwirte nicht verprellen: US-Präsident Donald Trump.

Made in China 2025 in Gefahr 

Der Plan "Made in China 2025" wurde vom chinesischen Premierminister Li Keqiang gemeinsam mit dem chinesischen Staatsrat im Jahr 2015 ins Leben gerufen. Dieser Plan sollte unter Berücksichtigung der WTO-Vorgaben eine "Initiative zur umfassenden Aufwertung der chinesischen Industrie" darstellen. Die US-Strafzölle und die damit verbundene Flucht chinesischer Firmen ins Ausland stehen den Plänen der Regierung im Wege. 

Die Modernisierung der Fabriken und die damit einhergehende Automatisierung bereiten der chinesischen Regierung bereits jetzt Sorgen. In den kommenden 15 Jahren werden 40 bis 50 Millionen Arbeitskräfte durch Maschinen ersetzt, fast 100 Millionen Arbeitskräfte werden ihre Tätigkeit wechseln müssen. Welche Auswirkungen der Abzug der chinesischen Firmen aus China haben wird, ist bislang nicht abzusehen. In China sind die Arbeitslosenzahlen ein Tabu-Thema, und die statistischen Zahlen sind nicht verlässlich. Für das Jahr 2018 aber erklärte das Politbüro in Peking die Stabilisierung der Arbeitslosenzahl immerhin als das Hauptziel der zweiten Jahreshälfte. 

Proteste von Arbeitern werden durch Kontrollen über die sozialen Medien unterbunden. Sicher ist jedoch, dass die Attraktivität der Marke "Made in China" gesunken ist. 

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