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Rotes Kreuz warnt vor neuer Hungersnot in Nordkorea - Ende der Sanktionen nicht in Sicht

Rotes Kreuz warnt vor neuer Hungersnot in Nordkorea - Ende der Sanktionen nicht in Sicht
Pak Su-dong, Leiter eines Landwirtschaftsbetriebs in der Hwanghae Provinz, Nordkorea, 29. September 2011.
Mitte der 1990er Jahre starben rund drei Millionen Nordkoreaner an einer Hungersnot infolge von Misswirtschaft und Naturkatastrophen. Das Rote Kreuz warnt nun vor erneutem Hunger infolge einer anhaltenden Hitzewelle. Sanktionen erschweren ein Gegensteuern.

Bereits während der 1990er Jahre hatte es internationale Sanktionen gegen Nordkorea gegeben. Diese trugen möglicherweise schon damals zur Verschlimmerung der Hungersnot in dem isolierten Land bei. Eine Hitzewelle und fehlender Niederschlag könnten nun eine erneute Hungersnot zur Folge haben.

Am Freitag warnte die Internationale Vereinigung des Roten Kreuzes und der Red Crescent Societas (IFRC), dass die dadurch bedingte Austrocknung der Reis- und Getreidefelder in Nordkorea "potenziell katastrophale Folgen" haben könnte. Im Juli hatte es bei einer Durchschnittstemperatur von 39 Grad keinen Niederschlag gegeben. Die IFRC hat Menschen im Süden Hamgyongs und in den Provinzen südlich von Pjöngjang nun Wasserpumpen zur Bewässerung der Felder geliefert. 

Symbolbild: Kim Yong-nam (nordkoreanischer Parlamentspräsident) und der iranische Präsident Hassan Rohani bei einem Treffen in Teheran, Iran, 7. August 2017.

Joseph Muyamboit, Programmmanager der IFRC in Pjöngjang: 

[Das Wetter] ist noch nicht als Dürre klassifiziert, aber Reis, Mais und andere Getreide vertrocknen auf den Feldern mit potenziell katastrophalen Folgen für die DPRK ["Demokratische Volksrepublik Korea"]. Wir können und dürfen diese Situation sich nicht in eine voll ausgewachsene Nahrungsmittelkrise entwickeln lassen. Wir wissen, dass frühere schwere Trockenperioden die Nahrungsmittelversorgung bis zu einem Punkt gestört haben, an dem dies im ganzen Land zu ernsthaften Gesundheitsproblemen und Unterernährung geführt hat. 

Die nordkoreanische Regierung spricht mittlerweile selbst von einer "nationalen Katastrophe". Rund 70 Prozent der Nordkoreaner fehle es an ausreichender Nahrung. Eines unter vier Kindern unter 5 Jahren ist chronisch unterernährt.  

Vertreter der Regierung in Pjöngjang hoffen nun - wenige Wochen nach dem Gipfeltreffen zwischen den Staatsoberhäuptern Nordkoreas, Kim Jong-un, und der USA, Donald Trump - auf die Möglichkeit zum internationalen Handel und die Aufhebung der derzeit noch geltenden Sanktionen. Dafür reisten sie zur ASEAN-Konferenz nach Singapur und zu Gesprächen mit Regierungsvertretern im Iran, in der Volksrepublik China und in Russland. Nordkorea hatte gegenüber Donald Trump einer Entnuklearisierung zugestimmt. Internationale Journalisten waren geladen, um die Zerstörung des Atomwaffentestgeländes live mitzuerleben.

Die Regierung in Washington aber fordert weiterhin konkrete Belege dafür, dass die Führung in Pjöngjang ihre Ankündigungen auch ernst meint. Erst dann würden die Sanktionen aufgehoben werden. Die UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley, warnte am Donnerstag, die USA würden nicht zu lange darauf warten, dass Nordkorea erkennbare Schritte in Richtung Entnuklearisierung unternehme. 

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