Nach Waffengeschäften mit Russland: Ankara vertieft auch militärische Beziehungen zu Peking

Nach Waffengeschäften mit Russland: Ankara vertieft auch militärische Beziehungen zu Peking
Der chinesische Außenminister Wang Yi und sein türkischer Kollege Mevlut Cavusoglu bei einem Treffen in Peking
Mit Fortdauer der Ära des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan haben sich die Beziehungen der Türkei zum Westen dramatisch verschlechtert. Gleichzeitig hat sich das oft als Brücke zwischen Asien und Europa bezeichnete Land stärker nach Osten geneigt.

Dieser Trend spiegele sich auch in häufigen Besuchen namhafter Regierungsbeamter der Volksrepublik China in der Türkei und der Zusammenarbeit mit Peking im Bereich der Sicherheit wider, so das Portal Al-Monitor. Laut dem chinesischen Militärbeamten Chen Qingsong, der in Ankara auf einer Veranstaltung zum 91. Jahrestag der Gründung der Volksbefreiungsarmee sprach, werde sich dieser Trend nach Erdogans jüngst erfolgter Wiederwahl noch weiter beschleunigen.

Während derselben Veranstaltung betonte Chinas Militärattaché in der Türkei, dass die Kooperation der Armeen beider Staaten "fruchtbare Ergebnisse" bringen werde. Die Anwesenheit von hochrangigen Diplomaten, Politikern und Befehlshabern der türkischen Streitkräfte bei der Zeremonie war "bemerkenswert", schreibt Al-Monitor.

Russlands Präsident Wladimir Putin, Indiens Premierminister Narendra Modi und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan begrüßen sich bei ihrer Ankunft für ein BRICS-Gruppenfoto.

Die Beziehungen der beiden Länder entwickeln sich positiv.  Die zentrale Korridorstrategie der Türkei, die darauf abzielt, Europa mit Zentralasien und Afghanistan, Pakistan und China zu verbinden, stimmt mit Chinas Belt and Road Initiative überein", unterstrich Chen.

Die Kommentare des Militärbeamten heben einmal mehr den Schlüssel zum Erfolg der bilateralen Beziehungen hervor – die Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen.

[Die Volksrepublik] China ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt, die ihre Wirtschaftskraft nun über die Belt and Road Initiative auf den Rest der Welt projiziert. Im Moment ist China die größte Quelle für das Handels- und Leistungsbilanzdefizit der Türkei",

erklärte Altay Atli, ein Gelehrter am Istanbul Policy Center der Sabanci Universität, gegenüber Al-Monitor.

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Wichtig sind jedoch die Erwartungen an die Zukunft. Die Türkei erwartet zu Recht, dass China eine wichtige Investitions- und Technologiequelle für ihre eigene Wirtschaft ist. Andererseits ist die Türkei auch für China wichtig, weil sie im Zentrum der Belt and Road Initiative steht. Es handelt sich also um einen Fall von gegenseitigem Nutzen, und beide Seiten sind bestrebt, diesen in die Zukunft zu entwickeln", fügte er hinzu.

Auf dem Weg dorthin würden Sicherheit und militärische Zusammenarbeit immer wichtiger – eine Entwicklung, die Ankaras Vertragsbündnis mit dem Westen weiter auf die Probe stellen werde, so Atli.

Allerdings gibt es auch Faktoren, die dem bilateralen Verhältnis zwischen Ankara und Peking einiges an Ambiguitätstoleranz abverlangen werden. Dazu gehört unter anderem die angespannte Lage in der muslimisch dominierten chinesischen Provinz Xinjiang, in der die zu den Turkvölkern zählende Volksgruppe der Uiguren lebt.

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