Wegen US-Sanktionen: Annäherung zwischen Nord- und Südkorea vertagt

Wegen US-Sanktionen: Annäherung zwischen Nord- und Südkorea vertagt
Blick auf den Eingang des Kaesong Industriekomplexes, Paju, Südkorea, 11. Februar 2016.
Die inter-koreanische Sonderwirtschaftszone Kaesong bleibt vorerst stillgelegt. Erst wenn Sanktionen aufgehoben werden, so Seoul, kann dort wieder gemeinsam produziert werden. Eine Untersuchung ergab, dass die Ex-Präsidentin Kaesong unrechtmäßig schließen ließ.

Die Sonderwirtschaftszone Kaesong wurde 2004 eröffnet. Die Anlage war ein Symbol der wirtschaftlichen Kooperation zwischen den beiden Koreas. Hier arbeiteten Nord- und Südkoreaner mit Hilfe südkoreanischer Investitionen und neuester Technologien. Die dort hergestellten Produkte von kleinen und mittelständischen Firmen waren für den chinesischen Markt bestimmt. 2012 belief sich das Produktionsvolumen der Waren auf einen Wert von 470 Millionen Dollar. 

Im Jahr 2016 legte die mittlerweile ihres Amts enthobene Präsidentin Südkoreas Park Geun-hye die Anlagen still. Grund waren Atomwaffen- und Langstreckenraketentests auf nordkoreanischer Seite. Laut eines Berichts war die Anordnung Park Geun-hye zur Stilllegung von Kaesong unrechtmäßig. Denn die Ex-Präsidentin umging die notwendigen formalen Schritte dafür und ordnete dies lediglich verbal an.

US-Außenminister Mike Pompeo, begleitet vom US-Botschafter in Vietnam Daniel Kritenbrink begrüßt die Zuhörer nach einem Vortrag bei der Business Community Reception im Metropole Hotel in Hanoi, Vietnam, 8. Juli 2018.

Lee Eugene, stellvertretender Sprecher des südkoreanischen Wiedervereinigungsministeriums: 

Die Haltung der Regierung bleibt unverändert, wenn es um die Angelegenheit der Wiederinbetriebnahme des Kaesong-Industrie-Komplexes geht. (...) Von einer höheren Perspektive aus betrachtet, wäre es wünschenswert, nach der Aufhebung der Sanktionen auf die Wiederaufnahme (des Betriebs) zu drängen.

Kritik gab es zuvor aus Südkorea an der Entlohnung der nordkoreanischen Arbeiter. Die für den Süden billigen Arbeitskräfte erhielten ihren Lohn nicht direkt. Die Zahlungen flossen zunächst an den nordkoreanischen Staat. Hohe Steuerabzüge und ungünstige Wechselkurse, so kritische Stimmen, ließen die Nordkoreaner für zwei Dollar und weniger im Monat arbeiten.

Nordkorea hatte immer wieder gefordert die Produktion in der Sonderwirtschaftszone wieder aufzunehmen. Die USA jedoch sind dagegen und machen die komplette Entnuklearisierung Nordkoreas zur Vorbedingung. Diese müsste zunächst verifiziert werden, so US-Außenminister Mike Pompeo. Die Willensbekundung der Nordkoreaner, das Atomwaffenprogramm zu beenden, reiche allein nicht aus.

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