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Wegen Lebensgefahr durch US-Militärflüge: Schutzräume für japanische Kinder auf Okinawa

Wegen Lebensgefahr durch US-Militärflüge: Schutzräume für japanische Kinder auf Okinawa
Blick auf Ginowan Stadt aus einem U.S. Marine Corps MV-22 Osprey, Okinawa, 23. März 2018.
Auf Okinawa sollen Kinder in der Nähe von US-Stützpunkten noch besser geschützt werden. Evakuierungen gehören zum Schulalltag. Bei einem Zwischenfall im Dezember wurde ein Schüler durch ein herabfallendes Fenster aus einer amerikanischen Militärmaschine verletzt.

Bereits 216 Mal wurden Schüler auf Okinawa, unweit von amerikanischen Militärstützpunkten, innerhalb von 28 Tagen zwischen Februar und März evakuiert. Grund ist die Sorge um ihre Sicherheit durch Zwischenfälle mit defekten US-Militärfluggeräten. Einer der geplanten Schutzräume auf Okinawa wird an der Futenma Daini Grundschule errichtet. Diese befindet sich angrenzend an die Marine Corps Luftwaffenbasis Futenma.

Im Dezember war es hier zu einem Unfall gekommen. Von einem Marine CH-53E Helikopter löste sich ein Fenster aus seinem Rahmen und fiel auf den Sportplatz der Grundschule. Zu dem Zeitpunkt fand dort der Sportunterricht statt. Die meisten Schüler hatten Glück. Lediglich ein Junge verletzte sich leicht. Das US-Militär entschuldigte sich und versprach Aufklärung. 

Seither müssen die Grundschüler zurück ins Gebäude, sobald ein herannahendes US-Militärfluggerät gesichtet wird. Vor einigen Tagen wurde auf dem Dach eines Kindergartens ein Plastikteil gefunden, welches einem US-Militärhelikopter zugeordnet werden konnte. 

Ausblick auf den US-Stützpunkt von Futenma in Ginowan auf Okinawa, Japan, 3. Mai 2010.

Masashi Katsuren, Sprecher des Verteidigungsbüros auf Okinawa zu dem Bauvorhaben: 

Es werden vier Schutzräume entstehen - zwei auf Spielplätzen und zwei an anderen Orten. 

Die Anwohner Okinawas protestieren unaufhörlich gegen die große Zahl amerikanischer Soldaten in ihrer Heimat und fordern ein Flugverbot über Schulen. Auf Okinawa sind rund 47.000 US-Militärs stationiert. 

Umweltsünden und Unfälle mit Todesfolge gehören zum Alltag im Inselparadies

Derzeit läuft eine Untersuchung der japanischen Regierung zu Trinkwasserverunreinigungen durch Chemikalien, welche den US-Stützpunkten zuzuordnen sind. Im März diesen Jahres zeigte sich ein US-Soldat geständig, durch Trunkenheit am Steuer den Tod eines Japaners verschuldet zu haben. Im Mai verursachte ein Marine-Soldat mit seinem Fahrzeug einen Unfall, bei dem ein Motorradfahrer ums Leben kam. Wochen später überfuhr ein Feldwebel einen Japaner, der am Wegesrand schlief.

Japanische Frauen demonstrieren gegen die Präsenz des US-Militärs auf Okinawa, Japan, 20. Juli 2000.

Die Japaner beklagen die fehlende Moral bei den amerikanischen Soldaten und vermissen ebenso jegliches Verständnis für ihre Kultur. Japanerinnen sollen in Selbstverteidigungskursen lernen, sich gegen sexuelle Übergriffe zu wehren. Vergehen unter Alkohol führten in der Vergangenheit zu kurzfristigen Alkoholverboten bei den stationierten US-Militärs. Langfristige Lösungen wurden nicht gefunden. Die Belange der Einheimischen bleiben jedoch auch von der fernen Regierung Tokios unbeachtet. 

Der stellvertretende Rektor Kenji Arakawa, der Grundschule Futenma Daini, gegenüber Stars and Stripes

Man kann sagen, wir fühlen uns durch die beiden Schutzräume auf den Spielplätzen erleichtert, denn wir können die Evakuierungszeiten hierdurch verkürzen und den Sportunterricht auch schneller wieder fortsetzen. 

Pünktlich zum Beginn des Unterrichts nach den Sommerferien sollen die Zufluchtsorte der Schüler fertig sein. Den Stress der Schüler und die Unterbrechung des Unterrichts können diese Vorsichtsmaßnahmen jedoch nicht beseitigen.

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