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Wegen Nordkorea-Diplomatie: Japan hinterfragt US-Allianz und fürchtet höhere Kosten

Wegen Nordkorea-Diplomatie: Japan hinterfragt US-Allianz und fürchtet höhere Kosten
Fernsehbildschirm in Tokio, Japan, 12. Juni 2018.
In Japan sind rund 50.000 US-Soldaten stationiert. Die Allianz mit Washington bröckelt jedoch zusehends. Tokio sieht seine Interessen gefährdet und fürchtet höhere Ausgaben für die Präsenz des US-Militärs sowie höhere US-Zölle auf Automobilexporte.

Vor dem Gipfeltreffen zwischen Donald Trump und Kim Jong-un reiste der japanische Premierminister Shinzo Abe nach Washington, um Trump an japanische Interessen im Zuge einer Annäherung mit Nordkorea zu erinnern. Bei der Zusammenkunft  des amerikanischen und nordkoreanischen Regierungsoberhaupts spielten die japanischen Sicherheitsinteressen jedoch kein Thema. Auch schlugen die Worte Trumps, dass die "teuren" Militärmanöver zwischen Südkorea und den USA ausgesetzt werden würden in Tokio, wie eine nordkoreanische Rakete ein. Zweifel an der Allianz mit den Amerikanern werden laut.

Marinesoldaten der Japanischen Maritimen Selbstverteidigungsstreitkräfte vor der Übergabe des Hubschrauberträgers DDH-184 Kaga

Japan hat Angst finanziell von Trump in die Mangel genommen zu werden

Japan fürchtet Forderungen von Trump mehr Kosten für die in Japan stationierten US-Militärs schultern zu müssen. In 2015 zahlten die Japaner 191 Milliarden Yen für die amerikanischen Militärs, dies entsprach etwa 86,4 Prozent der Gesamtkosten. Für Trump ist dies zu wenig. Darüber hinaus droht der US-Präsident den Japanern mit höheren Importzöllen auf japanische Automobile. 

Die Nikkei-Nachrichten spielen auf Trumps Vergangenheit als Immobiliengeschäftsmann an: 

Das Herr Trump Wirtschaft und Sicherheit mit dem Geschäft eines Immobilienverkaufs verwechselt, ist ein Grund zu tiefster Sorge."

Katsuyuki Kawai, Sprecher der japanischen Regierungspartei LDP (Liberal Democratic Party): 

Die Allianz hat sich von einer basierend auf gemeinsame Werte, hin zu einer (finanziellen) Überweisungs-Allianz gewandelt. Ich denke, der Gipfel wird für die japanische Bevölkerung ein Auslöser zur Erkenntnis sein, dass man das Schicksal Japans nicht einem anderen Land überlassen kann."

Japanische Frauen demonstrieren gegen die Präsenz des US-Militärs auf Okinawa, Japan, 20. Juli 2000.

Abe forderte von Trump bei dem Treffen in Singapur mit Kim Jong-un die Freilassung entführter Japaner zum Thema zu machen. Die Entführungen fanden zwischen 1970 und 1980 statt. Einige der 17 entführten Japaner sollen Nordkoreanern die japanische Sprache beigebracht haben, die Älteren unter ihnen, so die Anschuldigungen aus Tokio, wurden ermordet, um nordkoreanischen Geheimdienstlern den Identitätsdiebstahl zu ermöglichen. Fünf der Entführten wurden freigelassen. Abe fordert  die Rückführung aller Personen. Die nordkoreanische Regierung aber sagt, dass fünf davon gestorben seien und vier niemals in Nordkorea einreisten. Die Forderungen Tokios seien daher nicht erfüllbar. 

Aus Regierungskreisen Japans hieß es nach dem Gipfel Singapurs: 

Der Präsident (Trump) war nicht sehr an Substanz interessiert, eher daran, wie er in Singapur wahrgenommen wird. (...) Die Handelssituation ist besorgniserregend. Es wird schlimmer. (...) Es gibt keine verlässliche Person im (US-)Kabinett, welche Nein zu unangemesseneren Forderungen sagt."

Ein Großteil des US-Militärs ist auf der südlichen japanischen Insel Okinawa stationiert. Hier demonstrieren die Einwohner unerlässlich gegen die hohe Zahl der amerikanischen Soldaten, welche das Miteinander und die Naturschutzgebiete gefährden. Die lokale Regierung und die Bevölkerung Okinawas fühlen sich von Shinzo Abe alleingelassen. Kawai verwies auf die Wunden der japanischen Bevölkerung durch die Erfahrungen in Nagasaki und Hiroshima. Japan sei schließlich das einzige Land, welches einen Atombombenangriff erleben musste. 

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