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Weinen ohne Scham: Japanische Bürgermeister schließen sich Bewegung für weinende Babies an

Weinen ohne Scham: Japanische Bürgermeister schließen sich Bewegung für weinende Babies an
Ein Amateur Sumo-Ringer hält ein Baby während eines Wettbewerbs, bei dem Babies weinen, Tokio, Japan, 30. Mai 2015.
In Japan ist es Eltern oft peinlich, wenn ihre Kinder in der Öffentlichkeit weinen. Eine Initiative will dies nun ändern. 14 Bürgermeister haben sich der Initiative angeschlossen. Sie wollen eine Gesellschaft formen, in der es Kindern erlaubt ist zu weinen.

Das Projekt trägt den Namen "Wir lieben Babies Projekt" und ruft die Gesellschaft dazu auf, sich nicht an weinenden Babies zu stören. Ins Leben gerufen wurde das Projekt schon vor zwei Jahren. Seither schlossen sich 160 Firmen und mehr als 20.000 Personen an. Auf Aufklebern, die verteilt werden, ist zu lesen: "Es ist okay zu weinen!"

Eikei Suzuki, Bürgermeister der Präfektur Mie, kommentiert:

Die japanische Gesellschaft gibt Eltern ein schlechtes Gefühl anderen gegenüber, wenn deren Babys anfangen zu weinen. Wir werden diese soziale Atmosphäre ändern.

Einige Läden haben Schilder in ihren Schaufenstern, auf denen zu lesen ist, dass weinende Kinder nicht willkommen sind.

Die japanische Regierung muss gegen sinkende Geburtenraten angehen und versucht, die Geburtenrate bis 2025 von derzeit 1,43 auf 1,8 anzuheben. Erst dann kann Japan die Einwohnerzahl im Jahr 2060 bei rund 100 Millionen halten. 2017 sank die Zahl der geborenen Kinder in Japan auf 946.060. Im zweiten Jahr in Folge lag die Geburtenrate unter einer Million. Damit sank die Bevölkerungszahl in Japan um 394.373 Einwohner. Auch die Zahl der Eheschließungen ging auf 606.863  zurück und sank damit im Vergleich zum Vorjahr um 13.668.

Die Japanerinnen wollen heute eigenes Geld verdienen und dem traditionellen Frauenbild in einer Ehe mit Kindern entgehen. Sie entscheiden sich immer später für eine Ehe oder bleiben Single. Die Kosten, ein Kind großzuziehen und auszubilden, sind in Japan hoch. Neben Schulgeld muss für Paukschulen bezahlt werden, die den Kindern den Eintritt in eine gute Universität garantieren. Zwar versucht der amtierende japanische Ministerpräsident Shinzo Abe, mehr Frauen in den Arbeitsmarkt zu integrieren und gegen die Diskriminierung von Frauen am Arbeitsplatz anzugehen, aber noch immer sind 70 Prozent gezwungen, ihre Arbeit aufzugeben, wenn sie ihr erstes Kind bekommen. Den Wiedereinstieg in die Arbeitswelt versuchen die wenigsten.

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