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Wieder Gerüchte um Schallangriff: Wie auf Kuba erlitt auch in China ein US-Diplomat Hirnschäden

Wieder Gerüchte um Schallangriff: Wie auf Kuba erlitt auch in China ein US-Diplomat Hirnschäden
Symbolfoto: Testperson mit EEG, Technische Universität München, Deutschland, 9. September 2014.
Auf Kuba wurden bei Diplomaten der USA und Kanadas Hirnschäden festgestellt, nachdem die Betroffenen über Schwindel, Hörschäden und Kopfschmerzen geklagt hatten. Gerüchte über einen möglichen Schallangriff gingen um. Ähnliche Symptome traten nun in China auf.

Medizinische Versorgungsteams aus den USA sind auf dem Weg ins chinesische Guangzhou. Dort klagte ein US-Diplomat über ein "abnormales Druckempfinden". Bei der Person wurden auch tatsächlich bereits leichte Hirnschäden festgestellt. Der Fall erinnert an Vorkommnisse vergangener Jahre auf Kuba.

Pompeo: Ähnliches Krankheitsbild wie auf Kuba

Der US-amerikanische Außenminister Mike Pompeo erklärte zu dem Vorfall: 

Die medizinischen Indikationen sind sehr ähnlich und stimmen völlig mit den medizinischen Indikationen überein, die sich bereits bei den in Kuba tätigen Amerikanern gefunden hatten. Wir arbeiten daran, festzustellen, was sich in Havanna und auch in China zugetragen hat. 

Der Außenminister der Volksrepublik China, Wang Yi, mahnte die USA, den Fall nicht zum Politikum zu machen: 

Wir wollen nicht sehen, dass dieser Einzelfall aufgebauscht, verkompliziert oder gar politisiert wird. 

US-Botschaft auf Kuba, 19. September 2017.

Ein medizinischer Bericht im Februar kam zu dem Ergebnis, dass die gesundheitlichen Probleme der betroffenen 24 Diplomaten und deren Angehöriger auf Kuba auf eine Gehirnerschütterung hindeuten. Ein Schallangriff sei demnach auszuschließen.

"Zirpen der kubanischen Steppengrille" als mögliche Erklärung präsentiert

Zuvor hatte es Spekulationen gegeben, wonach der Schallangriff von einer akustischen Superwaffe aus getätigt worden sein könnte. Kuba hatte dies verneint und leitete eigene Nachforschungen ein. Dortige Ermittler kamen zu dem Ergebnis, dass es sich um eine "kollektive Psychose" gehandelt haben könnte oder aber das "Zirpen der kubanischen Steppengrille" für die Schäden verantwortlich sein wäre - zumindest diese Erklärung lässt sich im Zusammenhang mit den Vorfällen in Guangzhou wahrscheinlich ausschließen. Auch China, so Außenminister Wang, habe eine Untersuchung durchgeführt: 

Wir haben nicht festgestellt, dass irgendeine Organisation oder eine Einzelperson akustische Einflussnahmen getroffen hat. 

Die US-amerikanische Botschaft in China veröffentlichte eine Gesundheitswarnung an US-Bürger, die in der Volksrepublik leben. Der US-Diplomat wurde in seine Heimat zurückgebracht, um sich dort weiteren medizinischen Tests zu unterziehen. 

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