Drohender Handelskrieg zwischen China und USA: Spitzenbeamte aus Washington treffen in Peking ein

Drohender Handelskrieg zwischen China und USA: Spitzenbeamte aus Washington treffen in Peking ein
Xi Jinping und Donald Trump vor einem Handschlag in Peking, China, 9. November 2017.
In Peking treffen am Donnerstag Vertreter aus Washington ein, um mit den Chinesen zu verhandeln und sie von Donald Trumps Marschrichtung "Amerika Zuerst" zu überzeugen. Xi Jinping will einen Handelsstreit mit Washington vermeiden, ist jedoch dafür gerüstet.

China hatte erklärt, seine Interessen im Falle eines Handelskriegs mit den USA vehement verteidigen zu wollen. Am Donnerstag treffen Vertreter des US-amerikanischen Wirtschaftsministeriums in Peking ein. Mit im Gepäck eine Liste des US-Präsidenten, in der die Volksrepublik aufgefordert wird, den Handelsüberschuss gegenüber den USA zu reduzieren, den Schutz geistigen Eigentums zu verbessern und Praktiken einzustellen, die nach Ansicht Washingtons die USA im Handel benachteiligen. 

Amerikanische Direktheit der falsche Weg im Gespräch mit Peking

US-Wirtschaftsminister Steven Mnuchin sagte im US-Fernsehen am Montag: 

Wir werden sehr direkte Diskussionen führen. 

Mnuchin wird von den Spitzenbeamten Robert Lighthizer, Peter Navarro und Larry Kudlow begleitet. 

Peking warnte, dass es keine Gewinner in einem amerikanisch-chinesischen Handelsstreit geben und dieser zu Lasten der amerikanischen Mittelschicht ausfallen würde. Diese Woche kündigte die Regierung in Washington bereits an, die Möglichkeiten für chinesische Firmen in den USA einschränken zu wollen. Betroffen sind vor allem die chinesischen Telekommunikationsgiganten Huawei und ZTE - laut Washington eine Entscheidung, die im Sinne US-amerikanischer Sicherheitsinteressen getroffen werden müsse.

Als ersten Schritt untersagte das Pentagon bereits die Verwendung angeblicher "chinesischer Spionage-Mobilfunkgeräte" der Hersteller Huawei und ZTE auf US-Militärstützpunkten. Zu groß sei die Gefahr, abgehört oder ausspioniert zu werden. Die Hoffnungen, den Streit beilegen und eine solide Grundlage des wirtschaftlichen Austauschs für die Zukunft schaffen zu können, sind angesichts der Signale aus Washington gering. 

Peking will mit "Made in China 2015" kontern

Xi Jinping steht indessen unter Zugzwang. Seine Popularität bei der chinesischen Bevölkerung ist in Gefahr. Bei Besuchen in chinesischen Provinzen richtete sich Xi an die Einwohner mit den Worten: 

China muss sich auf seine eigene harte Arbeit verlassen können. 

In der chinesischen Presse wird Donald Trump angesichts der versuchten Einflussnahme auf den chinesischen Handel als "Aggressor" bezeichnet, der sich nicht um internationale Regeln schert. Eine Beschwerde Chinas bei der Welthandelsorganisation (WTO) liegt bereits vor. In Reaktion zu Trumps "Amerika-Zuerst-Politik" hat China das Konzept "Made in China 2025" ins Leben gerufen, um den Produktionssektor anzukurbeln. Falls die US-Delegation mit der Erwartung nach Peking kommen sollte, dass China sich den amerikanischen Vorstellungen unter Druck beugen werde, würde es kein positives Ergebnis der Gespräche am Freitag geben, heißt es in chinesischen Medien.