Asien

"Work-Life-Balance" auf Südkoreanisch: Seoul führt die 52-Stunden-Woche ein

Aufatmen in Südkorea: Die gesetzliche Normalarbeitszeit von 68 Wochenstunden soll künftig auf 52 Stunden sinken. Damit will die Regierung Lebensqualität und Produktivität der überarbeiteten Südkoreaner erhöhen - und der niedrigen Geburtenrate gegensteuern.
"Work-Life-Balance" auf Südkoreanisch: Seoul führt die 52-Stunden-Woche einQuelle: Reuters © Lee Jae-Won

Der Druck in Südkorea ist groß, gesellschaftlich etwas zu erreichen. Die nunmehrige Gesetzesnovelle zur Verbesserung der Lebensqualität in Südkorea soll ab Juli schrittweise in Kraft treten und abhängig sein von der Größe der Unternehmen. Sie folgt einem Wahlversprechen des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in, der in diesem Jahr seinen Bürgern bereits ein 16-prozentigen Anstieg des Mindestgehalts beschert hat.

Bis zu 12 Überstunden von Normalarbeitszeit abgedeckt

Die neue 52-Stunden-Begrenzung umfasst 40 Arbeitsstunden plus bis zu 12 Überstunden. Unternehmen hatten sich gegen das neue Gesetz gestellt. Die Reduktion der Wochenarbeitsstunden soll aber auch die Produktivität der Arbeitnehmer erhöhen. 

Neben der höheren Lebensqualität soll dieser Schritt auch zu mehr Arbeitsplätzen führen und den Südkoreanern Zeit geben, um die Geburtenrate zu erhöhen. Diese war im vergangenen Jahr auf ein Rekordtief zurückgegangen. Erstmalig fiel sie in einem Jahr unter 400.000 Geburten. Daran konnten auch Kampagnen nichts ändern. Südkoreanische Frauen, die sich für ein Leben ohne Kinder entscheiden, tun dies Studien zufolge auf Grund von festgefahrenen Rollenbildern und zu langen Arbeitszeiten. Andere Gründe sind die hohen Ausbildungskosten. Viele Firmen drängen schwangere Frauen zur Kündigung.

OECD: Südkorea bei Jahresarbeitsstunden auf Platz zwei hinter Mexiko

Verglichen mit Australiern und Briten arbeiten Südkoreaner jährlich um 400 Stunden länger. Im Vergleich der OECD-Mitglieder liegen die Südkoreaner auf dem zweiten Platz, wenn es um die Arbeitszeit gehen. Platz eins nehmen die Mexikaner ein. Im Japanischen wird der Tod durch Überarbeitung "Karoshi" genannt, auf Koreanisch "Kwarosa". Laut Statistik arbeiten die Koreaner noch mehr als die Japaner. In den vergangenen zwei Jahren wurden Fälle von Briefträgern bekannt, die solange arbeiten mussten, bis sie umfielen. 

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