Winterspiele 2018: Nordkorea-Fans aus Japan rücken an

Winterspiele 2018: Nordkorea-Fans aus Japan rücken an
Inter-koreanisches Hockeyspiel gegen Schweden, Incheon, Südkorea, 4. Februar 2018.
Die nordkoreanischen Sportler erhalten moralische Unterstützung aus Japan. Ihre Fans kamen in Südkorea an, um ihre Sympathien für Nordkorea zu zeigen und ein Zeichen für den Wunsch nach Wiedervereinigung zu setzen. In Japan werden sie diskriminiert und gelten als staatenlos.

Südkoreanern ist es nicht gestattet, die nordkoreanische Flagge zu schwenken und Gleiches gilt für die eingereisten Nordkorea-Fans aus Japan. Die Einheitsflagge ist ein Kompromiss und dennoch erklärten Gegnern einer diplomatischen Annäherung zwischen Nord und Süd ein Dorn im Auge. In Blau auf weißem Grund zeigt sie die Umrisse eines Koreas ohne Grenzen und erinnert an vergangene Zeiten. 

Am morgigen Freitag werden die Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang eröffnet. Die 43 Fans aus Japan gehören der Vereinigung "Chongryon" an, einem Zusammenschluss koreanischer Anwohner Japans. Ihnen werden 106 Cheerleader folgen.

Die Mangyongbyong, nordkoreanisches Passagierschiff in Pjöngjang, Nordkorea, 30. August 2011.

Pae Ik-ju, Leiter der Jubelgruppe und Vizechef der Vereinigung: 

Wir sind sehr froh, Fuß auf südlichen Boden zu setzen und unsere Landsmänner zu sehen. Wir werden aufrichtig jubeln, um die Anwesenheit der Koreaner bei der Olympiade zu zeigen und dabei zu helfen, nord- und südliche Beziehungen zu verbessern und früher als gedacht die Wiedervereinigung unseres Vaterlandes zu erreichen. 

Im Jahr 2002 besuchten 441 Mitglieder Chongryons die asiatischen Spiele in Busan (Südkorea). Sie gelten als "chosen", also staatenlos und benötigen besondere Reisedokumente, um in Südkorea einreisen zu dürfen. Am 1. Februar wurde das Büro der Organisation in Tokio polizeilich durchsucht. Rund 100 japanische Polizisten stürmten nach Angaben von Vertretern Chongryons das Büro. Die Organisation wirft der japanischen Regierung vor, sie in den Medien schlecht darstellen zu wollen und die öffentliche Meinung in diese Richtung zu formen. Die Gruppe und ihre Anhänger protestierten anschließend in der Öffentlichkeit.