"Grausam hingerichtet": In westlichen Medien für tot erklärt und in Nordkorea wiederauferstanden

"Grausam hingerichtet": In westlichen Medien für tot erklärt und in Nordkorea wiederauferstanden
Kim Jong-un freut sich über den geglückten Start einer Rakete; Nordkorea, 23. Juni 2016.
Kim Jong-un ist in westlichen Medien für seine Hemmungslosigkeit bei Exekutionen bekannt. In Ungnade Gefallene würden auf pompöse Weise beseitigt. Einige wie Kim Jong-uns ehemalige Geliebte, der Armeechef und seine Tante tauchten aber wieder auf - lebendig.

Wer ist Kim Jong-un, der Vorsitzende des Komitees für Staatsangelegenheiten der DVRK, Oberbefehlshaber der Koreanischen Volksarmee, Vorsitzende der Partei der Arbeit Koreas und "Oberste Führer" der Demokratischen Volksrepublik Koreas? Über sein Leben ist nur wenig bekannt, in der Presse finden sich viele Spekulationen rund um seine Biografie. Lücken werden durch Mutmaßungen geschlossen, Medien zeichnen das Bild eines brutalen Führers, der auch nicht davor zurückscheut, Weggefährten aus seinem engsten Kreis und sogar engste Verwandte zu exekutieren. 

Die ehemalige Geliebte Kim Jong-uns 

Die einstige Geliebte Kim Jong-uns, Hyon Song-wol, präsentierte sich 2014 lebendig und bei guter Gesundheit im nordkoreanischen Fernsehen, obwohl die westliche Presse sie zuvor für tot erklärt hatte. Die Presse schrieb, sie soll von einem Erschießungskommando gemeinsam mit elf anderen Musikern und Tänzern umgebracht worden sein - unter ihnen Mitglieder der nordkoreanischen Frauen-Pop-Band "Moranbong", Tänzerinnen der "Wangjaesan Light Music Gruppe" und die Leiterin des "Unhasu Orchesters".

In Pjöngjang wurde im September ein erfolgreicher Raketentest mit einem großen Feuerwerk gefeiert. Die Vereinten Nationen verschärften daraufhin die Sanktionen gegen das Land.

Die dem angeblichen Todesurteil zugrunde liegenden Anschuldigungen, die sich in der Presse verbreiteten, lauteten unter anderem auf die Verbreitung von Aufnahmen beim Geschlechtsverkehr. Im Vorfeld der Olympischen Winterspiele in Südkorea betrat Hyong Song-wol jedoch nun die internationale Bühne als Teil der nordkoreanischen Delegation. Sie inspizierte die olympischen Spielstätten in PyeongChang. 

Der Armeechef 

Auf der Liste der angeblich Exekutierten war auch der ehemalige nordkoreanische Armeechef Ri Yong-gil. Er sei korrupt gewesen, habe seine Autorität missbraucht und den Geist der Partei geschändet. Südkoreanische Geheimdienstler fühlten sich in ihrer Theorie der Exekution bestätigt, als der Armeechef seinen Post aufgab. Aber auch diese Nachricht war falsch. Kurze Zeit später war er wieder in der Öffentlichkeit zu sehen und bekleidete neue Ämter. 

Der Onkel - exekutiert durch ein Rudel Hunde 

Ebenfalls im Jahr 2014 gab das nordkoreanische Regierungsoberhaupt angeblich den Befehl, 120 hungernde Hunde auf seinen eigenen Onkel Jang Song-thaek loszulassen. Daran stimmte immerhin, dass der Onkel tatsächlich exekutiert wurde, aber die Hunde-Geschichte war ein Märchen.

Die Tante - vergiftet 

Kim Kyong-hui, die Tante Kim Jong-uns und Ehefrau von Jang Song-thaek, wurde Medienberichten zufolge auf Befehl ihres Neffen vergiftet. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap dementierte dies im vergangenen Jahr. Zwar leide sie unter Krebs und habe Depressionen, aber vergiftet wurde sie nicht.

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