Winterspiele in Südkorea: Nordkorea wird allen die Show stehlen

Winterspiele in Südkorea: Nordkorea wird allen die Show stehlen
Das nordkoreanische Regierungsoberhaupt Kim Jong-un in Pjöngjang, Nordkorea, 17. Januar 2018.
Einen Tag vor der Eröffnung der südkoreanischen Winterspiele plant Nordkorea eine Militärparade anlässlich eines Jubiläums. In Südkorea sorgt man sich, nordkoreanische Cheerleader und Musikeinlagen könnten den internationalen Wettkämpfen die Show stehlen.

Die nordkoreanische Militärparade ist für den 8. Februar angesetzt und markiert das 70-jährige Jubiläum der Gründung der Armee des Landes. Einen Tag vor der Eröffnung der Winterspiele in Südkorea wird die Parade 12.000 Soldaten, Artillerie und weiteres Kriegsgerät nahe Pjöngjang präsentieren. Mit Südkorea haben sich die Nordkoreaner Anfang der Woche darauf geeinigt, bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang zur Eröffnungsfeier gemeinsam unter der so genannten Wiedervereinigungsflagge einzulaufen. Auch soll ein weibliches Eishockey-Team aus süd- und nordkoreanischen Spielern geformt werden. 

US-Amerikanischer Präsident Donald Trump am 10. Januar 2018.

Es sind die zweiten Olympischen Spiele in Südkorea und die ersten Winterspiele, die in dem Land stattfinden. Die Amerikaner hatten sich auf Drängen Seouls bereit erklärt, ihre Manöver in Südkorea nicht während der sportlichen Wettkämpfe abzuhalten, verlegten aber weiteres Kriegsgerät auf die koreanische Halbinsel. 

Nordkoreanische Girlband darf nicht singen

Kritiker sehen in dem Auftritt Nordkoreas eine "politische Show". Südkorea habe den Nordkoreanern zu viel Raum gegeben, um die sportlichen Wettkämpfe für ihre Zwecke zu nutzen. Am Montag kamen die Regierungen des geteilten Landes überein, dass Nordkorea zudem eine 140-köpfige Musikergruppe in den Süden senden wird, um während der Winterspiele in Pyeongchang aufzutreten.

Auch die bekannte nordkoreanische Band Moranbong wird in den Süden reisen. Die Musikerinnen dürfen dem Publikum ihre Lieder aber nur in ihrer Instrumentalfassung präsentieren, denn die Inhalte der Liedtexte der rein weiblichen nordkoreanischen Band sind in Südkorea nicht willkommen. Auch die nordkoreanische Flagge darf nur in Ausnahmefällen bei den Wettkämpfen gezeigt werden. Der südkoreanische Präsident Moon Jae-in hatte schon im Vorfeld gehofft, dass die Winterspiele der Diplomatie eine neue Bühne bereiten könnten. Die Meriten mit Blick auf die Annäherung zwischen Nord- und Südkorea nahm auch schon US-Präsident Donald Trump für sich ein Anspruch.

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