Südkoreanisches Militär feuert Warnschüsse auf Nordkoreaner ab

Südkoreanisches Militär feuert Warnschüsse auf Nordkoreaner ab
Nordkoreanische Soldaten bewachen die Grenze nach Südkorea, DMZ, 27. November 2017.
Am Donnerstag lief ein nordkoreanischer Soldat über die Demarkationslinie in der DMZ-Zone nach Südkorea. Die Nordkoreaner eröffneten das Feuer auf ihn. Daraufhin feuerte das südkoreanische Militär 20 Warnschüsse ab. Die Vereinten Nationen mahnen, den Waffenstillstand einzuhalten.

In diesem Jahr flohen 15 Nordkoreaner, darunter vier Soldaten nach Südkorea, im vorherigen Jahr waren es ein Soldat und vier Zivilisten, so die südkoreanischen Yonhap-Nachrichten. Die Flucht über die DMZ gilt als besonders schwierig. Der übliche Fluchtweg für Nordkoreaner führt nach China und über ein Drittland nach Südkorea. Zwischen China und Nordkorea besteht ein Abkommen, gefasste Flüchtige werden nach Nordkorea abgeschoben. Zurück in Nordkorea drohen ihnen schwere Strafen. 

Südkoreanische Soldaten überprüfen Grenzzäune nahe der DMZ, Südkorea, 12. Februar 2013.

Als dem nordkoreanischen Soldaten niedrigen Ranges am Donnerstag die Flucht durch die "Demilitarized Zone" (DMZ) gelang, lag dichter Nebel über den Grenzposten. Die nordkoreanischen Grenzpolizisten näherten sich der Demarkationslinie, um nach dem abtrünnigen Soldaten zu suchen. Über Lautsprecher warnten die Militärs des Südens die Nordkoreaner und feuerten 20 Schüsse aus K-3-Maschinengewehren ab.  Die Prozedur fand entsprechend festgelegter Regularien in solchen Fällen statt, so die Yonhap-Nachrichten. Schüsse aus dem Norden waren zu hören, aber Patronenhülsen konnten abseits der Grenze nicht gefunden werden. Bei dem nordkoreanischen Soldaten handelt es sich um einen 19-jährigen Mann, der ein AK-Gewehr bei sich trug. 

Die Vereinten Nationen wiesen auf die Waffenstillstandsregeln für die DMZ hin: 

Wir besprechen uns mit den Stabschefs der Republik Koreas wegen der Umstände des Überläufers. Waffenstillstandsregeln gelten innerhalb der DMZ, das schließt die Gegend, in der übertreten ist, mit ein. 

Am Mittwoch gelang zwei nordkoreanischen Männern mit einem kleinen Boot die Flucht in den Süden. Die Gründe für die Flucht sind der Wunsch nach einem materiell bessergestellten Leben. Im November gelang einem nordkoreanischen Soldaten ebenfalls die Flucht über die "Joint Security Area" (Militäreinrichtung), der militärischen Siedlung innerhalb der DMZ. Bei der Flucht zog er sich Schusswunden zu, überlebte jedoch. Eine medizinische Untersuchung gab einen Einblick in das Leid der Nordkoreaner: Spuren von Mangelernährung und Parasiten.